03. September 2021 / 17:59 Uhr

OHC-Präsident Thomas Stahlberg vor Ligastart: „Wir sind auf keinen Fall schlechter geworden“

OHC-Präsident Thomas Stahlberg vor Ligastart: „Wir sind auf keinen Fall schlechter geworden“

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
OHC-Präsident Thomas Stahlberg (l.) mit Trainer Christian Pahl.
OHC-Präsident Thomas Stahlberg (l.) mit Trainer Christian Pahl. © Robert Roeske
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3. Handball-Liga: Der Oranienburger HC startet gegen Aufsteiger VfL Fredenbeck in die neue Saison. Interimstrainer Christian Pahl und Vereinschef Thomas Stahlberg schätzen die Lage ein.

Beim Oranienburger Handball-Club stehen am Sonnabend die Uhren auf Null. Mit dem Spiel gegen Aufsteiger VfL Fredenbeck (18.30 Uhr/MBS-Arena) beginnt die neue Saison in der 3. Handball-Liga. Es ist Spiel eins nach dem coronabedingten Abbruch der Vorsaison und dem anschließenden Ligapokal. Während die Mannschaft auf vielen Positionen ein neues Gesicht bekommen hat, ist der Trainer ein alter Bekannter. Das ist die OHC-Lage vor dem Auftakt.

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DER TRAINER: Das Sagen hat nun wieder Christian Pahl. Der Sportliche Leiter, der selbst schon von 2013 bis 2020 in der Verantwortung stand, übernimmt übergangsweise das Ruder bis der neue Coach – mit dem man sich nach Vereinsangaben schon einig ist, der aber noch bei einem anderen Club in der Pflicht steht – im kommenden Jahr seinen Dienst antritt. So zumindest ist der Plan des Vereins. „Dass wir uns diese Zeit nehmen, hat den Charme, dass wir länger schauen können, ob es wirklich passt“, erklärt OHC-Präsident Thomas Stahlberg. Der künftige Trainer arbeite schon im Hintergrund mit. „Er ist aktuell beratend für Christian tätig“, so der Vereinschef. Und Pahl sagt: „Ich fühle mich wohl. Die Mannschaft hat es mir aber auch leicht gemacht.“ Handlungsbedarf bestand, weil sich der OHC im Mai nach nicht mal einem Jahr vom bisherigen Coach Silvio Krause getrennt hatte.

DIE NEUZUGÄNGE: Der Umbruch ist vollzogen. „Es gibt Leute, die haben die erste Mannschaft jetzt eine Weile nicht mehr gesehen und sagen, sie kennen ja gar keinen mehr. Daran sieht man schon, dass doch ein bisschen was passiert ist“, sagte OHC-Präsident Thomas Stahlberg vor dem Saisonstart. Er betont aber: „Wir sind auf keinen Fall schlechter geworden!“ Niklas Danowski (23) bringt als neuer Mann am Kreis viel Qualität vom SC Magdeburg II mit. Für Pahl ist er schon jetzt „einer der besten Kreisspieler der Liga“. Auch Robert Barten (25, kam aus Schwerin) plant der OHC-Trainer am Kreis ein. „Beide haben ein hohes Niveau und stellen auch in der Abwehr einen starken Mittelblock“, sagt Thomas Stahlberg. Bereits im Ligapokal konnte Erik Gerntke sein Können zeigen. Der 21-jährige Rückraumspieler kam von den Füchsen Berlin II. Zwischen den Pfosten komplettiert Patrick Ziebert das Torhüter-Trio. „Dort haben wir jetzt drei gleichwertige Leute“, freut sich der OHC-Präsident. Der Routinier erhöht mit seinen 35 Jahren und Einsätzen beim Drittligisten Eintracht Baunatal das Erfahrungslevel. Erster Neuzugang war übrigens bereits im März Dorian Schnabel. Der 27-Jährige kam vom BFC Preussen, ist auf der linken Halbposition zu Hause.

DIE ABGÄNGE: Verloren hat der OHC vor allem große Identifikationsfiguren. Robin Manderscheid, Dominic Kehl und Linus Dömeland waren über Jahre echte Aushängeschilder. Jetzt haben sie den Club verlassen. „Es geht gar nicht darum, diese Spieler eins zu eins zu ersetzen, das ist nicht möglich. Sie haben eine Ära geprägt, aber die ist vorbei. Jetzt gibt es eine neue Mannschaft, die eine neue Ära prägen kann“, so Pahl. Auch Kreismann Yannick Schindel ist nicht mehr dabei, er soll künftig als Fitnesscoach unterstützen. Erik Hansen und Florian Heine gehören nur noch zum Kader der Reserve.

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DIE 3. LIGA: 82 Teams kämpfen in sieben Staffeln um den Auf- und gegen den Abstieg. Nur zwei Mannschaften dürfen am Ende in die 2. Liga, 26 Teams müssen in die Oberliga. „Da dürfen wir uns keine Verschnaufpause gönnen, dürfen nichts herschenken“, weiß Pahl, der mit seinem Team in der A-Staffel antritt. „Die ist sehr ausgeglichen“, so der OHC-Coach. „Der VfL Potsdam wird seine eigene Saison spielen“, glaubt Pahl. Die Landeshauptstädter kooperieren mit Bundesligist Füchse Berlin. Deren Geschäftsführer Bob Hanning hat jetzt auch beim VfL sportlich das Sagen. Dahinter sei alles möglich.

DER SAISONSTART: Die Informationslage zum ersten Gegner aus Niedersachsen sei ein bisschen spärlich, berichtet Pahl. Der Aufsteiger sei „eine Wundertüte“. „Deshalb müssen wir uns vor allem auf uns selbst konzentrieren“, fordert der 40-Jährige. Nach der Pause – der OHC spielte immerhin zwischenzeitlich im Ligapokal, Fredenbeck war in der Oberliga-Aufstiegsrunde aktiv – komme es aber auch darauf an, „wer es ein bisschen mehr will“. 400 Fans dürfen an diesem Samstag in die MBS-Arena – auch auf sie zählt der Coach. „Uns muss es gelingen, mit der Halle im Rücken eine gute Emotionalität ins Spiel zu bekommen.“ Mit der Vorbereitung, so Christian Pahl, sei er unter dem Strich jedenfalls zufrieden.