24. November 2020 / 22:10 Uhr

Ohne Fans: DEL mit Grizzlys-Gebrüll und „Papplikum“

Ohne Fans: DEL mit Grizzlys-Gebrüll und „Papplikum“

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Freut sich auch in schwierigen Zeiten über gute Nachrichten: Grizzlys-Marketing-Chef Simon Drühmel.
Die Plätze bleiben leer: Grizzlys-Marketing-Chef Simon Drühmel will die „emotionale Lücke“ schließen. © City-press / Boris Baschin
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Der Termin für den DEL-Start steht, jetzt laufen bei allen Klubs die Planungen auf Hochtouren - bei den Grizzlys Wolfsburg steht die Einbindung der Fans mit oben auf der Tagesordnung.

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Die DEL-Saison wird am 17./18.Dezember beginnen – mit dieser Ankündigung sowie der erfreulichen Feststellung, dass alle 14 Klubs dabei sind, begannen allerorten im Oberhaus konkrete Planungen. Oder vorbereitete Pläne gehen der Vollendung entgegen. Bei den Grizzlys Wolfsburg etwa geht es darum, die Verträge mit den kleineren Partnern neben Hauptgesellschafter Volkswagen nun mit Leben zu erfüllen. Alle waren treu geblieben in unsicheren Zeiten. Und: Es geht auch um die Fans.

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Ein ganz wichtiger Punkt für alle Klubs, natürlich auch für die Wolfsburger: Wie kann man die Anhänger einbinden in Corona-Zeiten? Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Fans die komplette Saison ausgeschlossen bleiben, obwohl alle die Hoffnung hegen, dass sich vielleicht irgendwann im Frühjahr die Tore für sie wieder öffnen.

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Simon Drühmel, Marketing- und Sales-Chef der Grizzlys sagt: „Für uns ist die Frage: Wie schließen wir die emotionale Lücke, die der Fanausschluss reißt?“ Die Tristesse rund um die Eisfläche schmerzt – ist sogar für die Off Ice Officials von Nachteil. Der Klub versucht, dem Team so viel Heimatmosphäre wie möglich für die Partien in der Eis-Arena zu verschaffen: Es ertönt das Grizzlys-Gebrüll vor dem Auflaufen, es gibt Tormusik, Ansagen und Lightshow – und als sichtbares Zeichen der Anwesenheit der Anhänger wurden in der Fankurve die Banner verteilt und es hängt dort ein Transparent. Doch dabei soll es nicht bleiben. Drühmel: „Wir führen diese Woche die letzten Gespräche, danach werden wir wissen, wie wir die Anhänger noch konkreter einbinden.“

Pappfiguren mit dem Konterfei von Fans sind dabei weiterhin eine Idee – und die im Moment favorisierte. Fußball-Klubs hatten das schon praktiziert, das Eishockey-Team von Red Bull Salzburg macht das. Und Wolfsburgs Basketball-Nachbar Braunschweig Lions propagiert das „Papplikum“ – die Fans erwerben eine Figur, die wird mit ihrem Bild versehen – und für den Herstellungs-Obolus gilt es diese am Saisonende mit Autogrammen des Teams zurück.

Ähnliches könnte bei den Grizzlys passieren. Klar sei aber, so Drühmel: „Da kann und wird es für uns nicht darum gehen, Geld zu verdienen. Sondern um Nähe und Beteiligung so gut es in diesen Zeiten geht.“ Nähe und Beteiligung habe der Klub von den Sponsoren zu spüren bekommen. Der Marketing-Chef erklärt: „Wir haben eine hohe Solidarität gespürt, mehr, als man in diesen schwierigen Monaten erwarten durfte. Niemand wollte abspringen. Einige haben ihre Verträge sogar verlängert.“ Und darunter waren mit der Deutschen Bahn und Lotto zwei wesentliche Partner und die DB hängte gleich zwei Jahre an. Dank des nun festgelegten Saisonstarts beginnen die Partnerschaften nun wieder zu leben.