25. März 2020 / 16:32 Uhr

Ohne Fußball: Dethlefs betreibt Ahnenforschung

Ohne Fußball: Dethlefs betreibt Ahnenforschung

Jan-Philipp Brömsen
Göttinger Tageblatt
NFV-Kreisvorsitzender Hans-Dieter Dethlefs bei seinem Hobby, der Ahnenforschung, in der fußballfreien Zeit.
NFV-Kreisvorsitzender Hans-Dieter Dethlefs bei seinem Hobby, der Ahnenforschung, in der fußballfreien Zeit. © r
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Training während der Woche, Spiele am Wochenende, Klassiker wie Sportschau oder Sportstudio: Für viele Sportler, Trainer und Funktionäre sind Bewegung, ehrenamtliche Aktivitäten und – vor allem – der Kontakt zu Mitspielern wichtig. Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Einschränkungen verändern das Freizeitverhalten. In dieser Serie berichten Sportler darüber, wie ihre Freizeit im Moment aussieht. Heute: Hans-Dieter Dethlefs, Vorsitzender des Fußballkreises Göttingen-Osterode.

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Dethlefs genießt auf den Sportplätzen der Region und weit darüber hinaus einen hohen Bekanntheitsgrad. Der Eichsfelder nutzt die fußballfreien Tage für sein anderes Hobby, die Ahnenforschung. Seit Beginn der Corona-Pandemie hat sich der Alltag vom Desingeröder Hans-Dieter Dethlefs deutlich verändert: kein Fußball, keine regelmäßigen Sitzungen, wenige Gespräche – es wird ruhiger rund um dem Kreisvorsitzenden. „Ich habe Ende Februar bereits alle Termine für März abgesagt. Natürlich arbeite ich von zu Hause aus weiter“, so Dethlefs.

Seine Zeit verbringt der 70-Jährige eher im eigenen Haus, ganz untypisch für Dethlefs. Einkäufe werden nur ein- bis zweimal die Woche getätigt. Dabei sei der Eichsfelder vom Verhalten der Mitbürger sehr positiv überrascht gewesen. „Das Verhalten in den Supermärkten war vorbildlich. Die Menschen sind auf Distanz geblieben und haben sich an die Vorgaben gehalten“, merkt er an.

Regelmäßige Telefonate mit Vorstandskollegen

Die regelmäßige Arbeit im Fußballkreis, mit den verschiedenen Ausschüssen, ist nicht zum Erliegen gekommen, wurde aber reduziert. Kontakt hat Dethlefs dennoch regelmäßig. „Ich befinde mich im telefonischen Austausch mit meinen Vorstandskollegen. Zudem gebe ich Informationen vom Verband umgehend weiter“, sagt der Desingeröder. Die Planungen für eine mögliche Weiterführung der Saison ginge schließlich weiter – darauf wolle er vorbereitet sein.

Fußball im Fernsehen gibt es aktuell wenig zu schauen, aber Dethlefs schaut häufig beim Doppelpass-Stammtisch rein. „Im Dezember war ich selbst in München. Den Doppelpass schaue ich eigentlich jeden Sonntag. Dort gibt es auch immer die neuesten Infos vom DFB oder von der UEFA“, betont der Rentner.

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Gartenarbeit und Ahnenforschung

Neben der täglichen Arbeit am Schreibtisch darf die Gartenarbeit nicht fehlen. Ein zweites, besonderes Hobby betreibt Dethlefs bereits seit 1980 – die Ahnenforschung. „Aus zeitlichen Gründen ist die Recherche in den vergangenen 20 Jahren zu kurz gekommen. Jetzt habe ich wieder mehr Zeit“, betont der Eichsfelder, der selbst in Westerode geboren wurde. Sein Vater stammt aus Schleswig-Holstein, seine Mutter aus dem Rheinland.

Zudem ist der Fußball-Funktionär noch so etwas wie der „Häuser-Experte“ in seinem Ort, denn der 70-Jährige hat vor rund fünf Jahren ein Verzeichnis erstellt. „Ich bin in jedem Haushalt gewesen und konnte aufgrund meiner Unterlagen bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen, wer in den Häusern gewohnt hat.“ Beim Eichsfelder Hospizverein engagiert sich Dethlefs als ehrenamtlicher Kassenwart. „Dafür habe ich jetzt auch mehr Zeit.“

Wann es mit der Saison beim Fußball weitergeht, scheint derzeit schwer planbar. Selbst Experten könnten dies nicht genau voraussagen. „Ich rechne mit allem – entweder geht es bald wieder los oder wir sehen im Amateurbereich bis Sommer keine Spiele“, vermutet Dethlefs. Den aktiven Sportlern rät er, dass sie sich fit halten sollten. „Früher, als ich noch aktiver Schiedsrichter war, bin ich regelmäßig gelaufen. Leider hab ich mir dann die Achillessehne gerissen, damit ist Sport für mich nur noch eingeschränkt möglich“, sagt der Eichsfelder.

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Marc-André Strzalla (r.), hier noch als Spieler der SVG Einbeck. Zur Galerie
Marc-André Strzalla (r.), hier noch als Spieler der SVG Einbeck. ©

Bundesliga am Sonnabend als Gewohnheit

Die Fußball-Bundesliga, die regelmäßige Sky-Konferenz am Sonnabendnachmittag um 15.30 Uhr, war für ihn schon eine angenehme Gewohnheit. Aber auch die Spiele der 2. Liga, besonders als Fan von Hannover 96, schaut sich Dethlefs gern an. Zudem stehen Wintersport, insbesondere Vierschanzen-Tournee ganz oben auf der Prioritätenliste im Fernsehen. Die aktuelle Phase sei ein wenig wie die Sommer- oder Winterpause – und daher nicht so dramatisch.

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