15. Juni 2020 / 20:21 Uhr

Ohne Party feiern Luckenwalder Rettungssportler runden Geburtstag

Ohne Party feiern Luckenwalder Rettungssportler runden Geburtstag

Sport Lucki
Märkische Allgemeine Zeitung
220 Rettungssportlerinnen und -sportler absolvierten beim Erwin-Wendrich-Pokal 2020 des DLRG Stadtverbandes Luckenwalde ein Mammutprogramm.
Der Luckenwalder DLRG Stadtverband gehört zu den erfolgreichsten Rettungssport-Vereinen Deutschlands. © Archiv
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Rettungssport: Vor 30 Jahren wurde Mitte Juni der DLRG Stadtverband Luckenwalde wiedergegründet. Es war die Geburtsstunde zahlreicher Erfolgsgeschichten.

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Den 30. Jahrestag der Wiedergründung des DLRG Stadtverbandes in der Kreisstadt Luckenwalde haben sich die Verantwortlichen des Vereins ganz anders vorgestellt. Eigentlich sollten in diesen Tagen einige Feierlichkeiten stattfinden. Dann kam jedoch das Coronavirus und änderte alles. Die für das kommende Wochenende geplante große Sommerparty der DLRG Luckenwalde im Treuenbrietzener Freibad musste abgesagt werden. Das Thema „30. Jahrestag“ soll nun auf der diesjährigen Vereinsgala im November eine größere Rolle spielen. „Wir hoffen, dass es dazu kommen wird“, erklärt Daniel Kuhrmann, der aktuelle Vereinsvorsitzende.

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Erstmals wurde eine DLRG-Gliederung Mitte der 1920er Jahre in Luckenwalde gegründet. Nach Nazi-Zeit und DDR schlossen sich am 15. Juni 1990 Sportlerinnen und Sportler des Wasserrettungsdienstes, der BSG Lok und der SG Dynamo Mitte zum heutigen DLRG Stadtverband zusammen. „30 Jahre sind ein schöner Anlass, um sich an die Anfänge zu erinnern“, sagt Eckehard Seidel. Er übernahm die Leitung des Stadtverbandes im April 1991 als Nachfolger des Gründungsvorsitzenden Erik Wenzlaff. Seidel blieb fast zehn Jahre lang an der Spitze der DLRG Luckenwalde. Bis heute ist er als Schiedsrichter aktiv und für die Rettungsschwimmerausbildung verantwortlich.

Aus Anlass des Jubiläums erinnert sich Seidel. Er schreibt: „In der DDR waren die Luckenwalder Rettungsschwimmer im Wasserrettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) der DDR aktiv. Schon damals wurde versucht, durch intensives Üben und Trainieren die Leistungsfähigkeit als Rettungsschwimmer zu verbessern. Zahlreiche Medaillen und Pokale bei Wettkämpfen des Bezirkes Potsdam und bei DDR-Meisterschaften zeugen von Erfolgen. Erwin Wendrich – Nestor des Schwimmsports in Luckenwalde – hat immer dazu angehalten, dass die Schwimmerinnen und Schwimmer ihre Fähigkeiten auch für die Wasserrettung nutzen. Heute ehren die Rettungssportler aus Luckenwalde diese Verdienste mit dem jährlichen Erwin-Wendrich-Pokal.

Unter der Leitung von Klaus Broda, heute Ehrenmitglied im Stadtverband, wurden die jungen Rettungsschwimmer aus Luckenwalde neunmal DDR-Meister in der jüngsten Altersgruppe. Der Wunsch der Rettungssportler, sich auch international mit Sportlern aus anderen Ländern Europas und der Welt zu messen, erfüllte sich in der DDR jedoch nicht. Mit dem Fall der Mauer 1989 ergaben sich ganz neue Möglichkeiten. So nahmen bereits im Dezember 1989 Sportler aus Luckenwalde persönlichen Kontakt zur DLRG Berlin- Tiergarten auf und erhielten dort uneigennützige Hilfe und Unterstützung.


Vom ersten Tag an ein moderner Sportverein

Am 15. Juni 1990 trafen sich 25 Frauen und Männer aus den vier Schwimm-Sportgemeinschaften Luckenwaldes und des Wasserrettungsdienstes im Sozialgebäude der Dynamo Schwimmhalle in der Mozartstraße und gründeten den DLRG Stadtverband Luckenwalde. Sie wählten Erik Wenzlaff zu ihrem Vorsitzenden. Ihm folgten Eckehard Seidel, Hans-Jürgen Berger und Heinz-Joachim Rothenburg. Seit dem 1. April 2011 übt Daniel Kuhrmann das Amt des Vorsitzenden aus.

Geübt und trainiert wurde im altehrwürdigen Stadtbad in der Breitscheid-Straße und in der Dynamo Schwimmhalle am Mozartsportplatz unter Anleitung von gut ausgebildeten Übungsleitern und Trainern. Vom ersten Tag an wurden die Bemühungen der Rettungssportler als moderner Sportverein von Seiten der Stadtverwaltung vorbildlich unterstützt.

Die erste Bewährungsprobe bestanden im Sommer 1990 zwei junge DLRG - Sportler aus Luckenwalde bei den Weltmeisterschaften der Rettungsschwimmer. Eileen Krampe (heute Kother) und Daniel Valenta, starteten für die Nationalmannschaft des DLRG der DDR bei der WM, wobei Eileen Krampe eine Silbermedaille erkämpfte und Vize-Weltmeisterin wurde. In den vergangenen drei Jahrzehnten konnte sich der Vorstand des Stadtverbandes auf eine große Anzahl von gut ausgebildeten, hoch motivierten Übungsleitern und Trainern sowie Kampf – und Schiedsrichtern verlassen.

Tragende Säule des DLRG-Vereins ist die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung. In Seepferdchen-Kursen wird bereits den Jüngsten das ABC des Schwimmens vermittelt. Damit leistet der Verein einen wichtigen Beitrag in der Unfallprävention, im Kampf gegen das Ertrinken. Die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die in diesem Kurs erworben wurden, können in den Schwimmgruppen weiter gefestigt werden, um ein sicherer Schwimmer zu sein. So wurden in jedem Jahr hunderte Schwimmstufen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene abgelegt.

Großen Wert legt der Vorstand des DLRG-Stadtverbandes auf die Aus- und Fortbildung von Rettungsschwimmern. Nicht nur, dass jeder Rettungssportler auch gleichermaßen Rettungsschwimmer sein muss, es werden auch interessierte Menschen aus Luckenwalde und der Region zu Rettungsschwimmern ausgebildet. Sie sind es, die in den Sommermonaten an der Nord- und Ostseeküste, an den Badestellen der Seen, in den Frei- und Hallenbädern für die Sicherheit der Badenden sorgen, Erste Hilfe leisten sowie über Gefahren am und im Wasser aufklären.

Heute werden 572 Mitglieder des Vereins in zahlreichen Übungsgruppen – vom Anfängerschwimmen, über Breitensport und Nachwuchsleistungssport bis hin zur Senioren-Trainingsgruppe – betreut.

In den 30 Jahren des Bestehens gab es natürlich viele nennenswerte Leistungen, die zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr zu erfassen sind. Wer kann noch sagen, wie viele Rettungsschwimmer ausgebildet wurde, wie viele Kinder das Schwimmen bei der DLRG Luckenwalde lernten und das Seepferdchen ablegten.

Kevin Lehr (l.), Laura Ernicke und Katja Popke stehen stellvertretend für die vielen erfolgreichen Rettungssportler des DLRG Stadtverbandes Luckenwalde in den zurückliegenden 30 Jahren. Alle drei Athleten wurden mit dem „Silbernen Lorbeerblatt“ durch den Bundespräsidenten ausgezeichnet.
Kevin Lehr (l.), Laura Ernicke und Katja Popke stehen stellvertretend für die vielen erfolgreichen Rettungssportler des DLRG Stadtverbandes Luckenwalde in den zurückliegenden 30 Jahren. Alle drei Athleten wurden mit dem „Silbernen Lorbeerblatt“ durch den Bundespräsidenten ausgezeichnet. © Archivfotos Verein und Frank Neßler

Zum Aushängeschild des Vereines entwickelte sich sehr schnell der Rettungssport. Dabei musste man 1990 nicht bei Null anfangen, sondern konnte auf die Erfahrungen der erfolgreichen Arbeit aus der Zeit davor zurückgreifen. Seit 1990 sind Sportlerinnen und Sportler der DLRG Luckenwalde bei den Deutschen Senioren Meisterschaften und seit 1991 bei den Deutschen Meisterschaften im Rettungsschwimmen präsent.

Voller Stolz können die Luckenwalder sagen, dass der Stadtverband einer der erfolgreichsten DLRG-Vereine in Deutschland ist. Die Erfolge des DLRG Stadtverbandes sind immens und es können nicht alle Sportler genannt werden.Seit 1992 ist Luckenwalde Sitz des Landesleistungsstützpunktes für Rettungssport. Großen Anteil daran haben Übungsleiter und Trainer, die eine zuverlässige und kontinuierliche Arbeit leisteten. Der Rettungssport wurde eine der erfolgreichsten Sportarten im Land Brandenburg.

Bei den vielen Erfolgen ragen zwei Sportlerinnen und ein Sportler heraus, die stellvertretend für die vielen erfolgreichen Retter stehen sollen. Mit zahlreichen Titeln und Rekorden, Gold-, Silber- und Bronzemedaillen bei Welt- und Europameisterschaften, bei World-Games Wettbewerben, sowie Militär-Weltmeisterschaften sind Katja Popke, Laura Ernicke und Kevin Lehr. DLRG-Sportlerinnen und -Sportler, die nicht nur für ihre Heimatstadt, sondern auch für Deutschland Ruhm und Ehre erkämpft haben. Alle drei Athleten wurden mit der höchsten Auszeichnung im Sport, dem „Silbernen Lorbeerblatt“ durch den Bundespräsidenten ausgezeichnet.

Mehr Sport aus der Region

Seit dem Jahr 2000 haben die kleinen und großen Sportler der DLRG Luckenwalde in der Fläming-Therme eine neue sportliche Heimat gefunden. Die großartige Unterstützung durch die Mitarbeiter des Hallenbades sind Garant für die guten Trainings- und Wettkampfbedingungen.

Die Zukunft hat längst begonnen. Es sind die Kinder der Gründungsmitglieder, die heute im Rettungssport in Luckenwalde Achtungszeichen setzen. Voller Stolz sind die Mitglieder auf ihren modernen Sportverein. Es wird nicht nur in vielen Gruppen aktiv Sport getrieben, sondern es gibt auch ein beispielhaftes Vereinsleben. Man könnte an dieser Stelle noch viele weitere Geschichten aus 30 Jahren DLRG Stadtverband Luckenwalde erzählen, von Sportkameradinnen und Sportkameraden die dieser Erfolgsgeschichte ihren Stempel aufgedrückt, am und im Schwimmbecken ihre Spuren hinterlassen haben.

Erfolge im Rettungssport sind nur Ausdruck der Leistungsfähigkeit als Rettungsschwimmer. Die jährliche Statistik des Vereines ist Beleg für eine sehr gute ehrenamtliche Arbeit. Danke an alle, die den Verein so vorbildlich unterstützt haben und immer noch so toll unterstützen. Die Sportlerinnen und Sportler, Übungsleiter und Trainer, Kampf-und Schiedsrichter, kurzum alle Mitglieder des DLRG-Stadtverbandes Luckenwalde, können stolz sein, so einem erfolgreichen Verein anzugehören.“