06. August 2021 / 12:12 Uhr

Ohne Polen geht nichts beim Torgelower FC

Ohne Polen geht nichts beim Torgelower FC

Johannes Weber
Ostsee-Zeitung
Torgelows Kapitän Marcin Mista.
Kapitän Marcin Mista geht in seine zwölfte Saison für Torgelow. © Johannes Weber
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Der Fußball-Oberligist setzt eine Tradition fort und schenkt vielen Kicker aus dem Nachbarland Polen das Vertrauen. Allerdings haben die Torgelower mit Maciej Ropiejko ihren Torjäger der vergangenen Jahre verloren.

Torgelow. Ohne Spieler aus Polen geht es beim Torgelower FC Greif schon lange nicht mehr. Es hat sich beim Fußball-Oberligisten mittlerweile fast zu einer Tradition entwickelt, auf Akteure aus dem Nachbarland zu setzen. „Das ist ein Klischee, das wir mit uns herumschleppen“, meint Torgelows Sportlicher Leiter Peter Jandt. Unglücklich sei man darüber im Verein allerdings nicht. Mehr als die Hälfte des Teams besteht aus polnischen Spielern inklusive Chefcoach Dariusz Bucinski.

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In der Vergangenheit haben sich einige Kicker aus Polen zu festen Größen in der Torgelower Elf entwickelt. Marcin Mista (seit 2009 im Verein), Marcin Juszczak oder Mateusz Sobolczyk (beide seit 2013) sind aktuell die dienstältesten Kicker im Kader. Alle drei lobt Jandt für ihre Zuverlässigkeit – auf und neben den Platz.

Das sind die wichtigsten Transfers im kommenden Sommer in MV (Stand: 06. August 2021):

Justus Guth (zur TSG Neustrelitz), Matej Jazvic (zum MSV Pampow) und Stefan Voß (zum SFV Nossentiner-Hütte) sind nur einige von schon mehreren Transfers im MV-Amateurfußball. Zur Galerie
Justus Guth (zur TSG Neustrelitz), Matej Jazvic (zum MSV Pampow) und Stefan Voß (zum SFV Nossentiner-Hütte) sind nur einige von schon mehreren Transfers im MV-Amateurfußball. ©

Der 53-Jährige erklärt, dass der Verein sich durch die Lage Torgelows im tiefen und strukturschwachen Osten von MV und auch durch die Landespolitik nach Stettin orientieren müsse. Im Ballungsraum von Polens siebtgrößter Stadt nahe der deutschen Grenze gibt es einige talentierte und spielstarke Kicker.

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Einige von ihnen lotsten die TFC-Verantwortlichen zu sich. In diesem Sommer wurden mit den beiden Angreifern Przemysław Brzezianski (Blektini Stargard), Patryk Gawinski (Jeziorak Stettin) und Verteidiger Mateusz Kosacki (Chemik Police) wieder drei Spieler aus der Nähe von Stettin geholt. Weitere Zugänge im Torgelower Kader sind die zwei Mittelfeldakteure Nima Behnejad (vereinslos) und Martin Schwarz (Club-Italia Berlin).

Der TFC setzt somit auf den Großteil des Teams aus der vergangenen Saison. Lediglich der Top-Torjäger der vergangenen Jahre Maciej Ropiejko sowie Krystian Rudnicki, Patryk Lukaszewicz, Kamil Zielinski, Konrad Korczynski (alle Ziel unbekannt) und Hubert Bylicki (Einheit Ueckermünde) haben den Klub verlassen.

Mit bewährtem Personal streben die Vorpommern einen einstelligen Tabellenplatz an. Dies gelang ihnen jeweils in den zurückliegenden drei Spielzeiten. Seit 2017 kickt der TFC Greif, der 2014 aus dem Torgelower SV ausgegliedert wurde, wieder in der Oberliga.

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Einen großen Anteil am guten Abschneiden des TFC in der Oberliga hat auch Coach Dariusz Bucinski. Der 49-Jährige ist seit Oktober 2019 im Amt. Er wurde vor knapp zwei Jahren als Nachfolger von Ekrem Asma installiert. Kürzlich verlängerte der Übungsleiter seinen Kontrakt in Torgelow bis 2023. Als einen Glücksgriff sieht Jandt den A-Lizenz-Inhaber, der in der Vergangenheit viele Jahre für den SV Altlüdersdorf in der Oberliga gespielt hat. „Dariusz verfügt über viel Erfahrung in der Oberliga. Er hat eine sachliche Art und kann eine Mannschaft führen, die wie unser Team, Spieler aus mehreren Nationen hat“, kommentiert Jandt.

Kritische Worte richtet er hingegen an den Nordostdeutschen Fußball-Verband. Vor allem die aufgeblähte Staffelstärke von 19 Mannschaften missfällt Jandt. „Das ist keine gute Entwicklung für die Oberliga und auch nicht für die Regionalliga, in der 20 Teams spielen.“

Der Torgelower Funktionär bemängelt vor allem, dass Kriterien für die Vereine immer mehr verschärft werden, gerade wenn es darum geht, sich im überregionalen Wettbewerb beweisen zu wollen. Gerade dem Ehrenamt, das bei vielen nicht auf Rosen gebetteten Oberliga-Klubs ein wichtiger Faktor ist, würde eine große Last auferlegt werden.

MV-Heimduelle des Torgelower FC Greif:

1. Sp., 7.8.21, 14 Uhr, Neustrelitz

5. Sp., 28.8., 14 Uhr, Rostock

7. Sp., 19.9., 14 Uhr, Hansa II

13. Sp., 6.11., 13.30 Uhr, Pampow


18. Sp., 18.12., 13 Uhr, Greifswald

31. Sp., 1.5.22, 14 Uhr, Schwerin