08. Juni 2021 / 19:09 Uhr

Ohretals Kapitän: Der Bayern-Fan vermisst der VfL-Auswärtsfahrten 

Ohretals Kapitän: Der Bayern-Fan vermisst der VfL-Auswärtsfahrten 

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Alles im Blick: Ohretals Kapitän Marvin Gumprecht (l.) kann viele Positionen auf dem Feld besetzen und liebt Auswärtsfahrten mit seinen Freunden (kl. Bild). 
Alles im Blick: Ohretals Kapitän Marvin Gumprecht (l.) kann viele Positionen auf dem Feld besetzen und liebt Auswärtsfahrten mit seinen Freunden (kl. Bild).  © Franke/Privat
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Er ist der Kopf der Mannschaft, sein Wort hat auf dem Platz und in der Kabine Gewicht: Der Fußball-Kapitän. In der Corona-Krise ist vieles anders, er aber nicht weniger gefordert. Gut: Die Inzidenzwerte sind gesunken, es gibt die ersten Lockerungen. Doch wie funktionierte Zusammenhalt in Zeiten der Distanz? Wie ging Gemeinsamkeit trotz Einsamkeit? Wie funktionierte Fitness ohne Teamtraining? Der SPORTBUZZER fragt nach: Wie ist die Lage, Kapitän?

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Dortmund, Leverkusen, München: Für Marvin Gumprecht und seine besten Freunde soll es mit dem Zug mindestens einmal pro Saison zu einem Auswärtsspiel gehen, meist mit dem VfL Wolfsburg, obwohl der Kapitän des FC Ohretal aus Gifhorns 1. Kreisklasse Bayern-Fan ist. Doch das stört Gumprecht nicht, ihm ist nur wichtig, dass er mit seinen besten Freunden zusammen ist, die gleichzeitig auch seine Mitspieler sind. „Mit einer größeren Gruppe solche Stadion-Fahrten unternehmen zu dürfen, das vermisse ich gerade sehr“, sagt der 28-Jährige.

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Aufgrund von Corona waren diese Fahrten zuletzt undenkbar - und auch für die Zukunft sieht es nicht viel besser aus, jedoch aus einem anderen Grund. „Durch den Beruf wird es immer schwieriger, die passende Zeit dafür zu finden“, sagt Ohretals Kapitän, dem wie allen anderen Fußball-Fans momentan oft nichts anderes übrig bleibt, als die Spiele vor dem Fernseher zu verfolgen. Auch, wenn wie jetzt zuletzt beim Länderspiel der Deutschen gegen Lettland 1000 Fans in Düsseldorf im Stadion dabei sein durften.

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Gumprecht ist der Springer im Team

Als er selbst noch um Punkte kicken durfte, gab's zwei Siege und drei Niederlagen in sieben Spielen bis zur Saison-Annullierung - Gumprecht und der FC können damit nicht zufrieden sein. „Bei uns war etwas der Wurm drin“, so der 28-Jährige, der in der Innenverteidigung, im defensiven Mittelfeld, als Rechtsverteidiger oder auch als Rechtsaußen zum Einsatz kam. „Wenn es Lücken gibt, bin ich der erste Springer. Ich spiele da, wo der Trainer mich aufstellt.“



In die kommende Spielzeit geht der FC nahezu mit dem gleichen Kader, den einen oder anderen Zugang könnte es aber noch geben. Dadurch ist Ohretal ein eingespieltes Team, nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits davon. „Fast alle von uns spielen schon seit der Jugend zusammen und sind eng miteinander befreundet“, sagt Gumprecht. Einzig Bennet Sobolowski, der mit dem damaligen Trainer Axel Krüger aus Beetzendorf kam, und Andreas Artinger, dessen Freundin aus dem Ort stammt, sind keine waschechten Ohretaler.

Gumprecht hofft für die Zukunft auf viele Fußball-Feste, nicht nur mit dem FC, sondern auch in den Bundesliga-Stadien der Republik. 2010 startete die erste Reise in den Signal-Iduna-Park nach Dortmund. Im Laufe der Jahre folgten unter anderem Fahrten nach Gelsenkirchen, Leverkusen oder auch zur Münchner Allianz-Arena. „Klar, dass je nach Spielausgang auch mal ganz gut gefeiert wird“, sagt Gumprecht mit einem Schmunzeln. Die Fahrten sollen auch künftig noch stattfinden, zumindest einmal im Jahr. „Die Bindung in der Gruppe ist ausschlaggebend. Mit vielen Freunden, die das gleiche Hobby verbindet, die Zeit verbringen, das ist klasse“, sagt Ohretals Kapitän.

Die etwas anderen Kapitäns-Tipps in der Corona-Krise:

Podcast-Tipp: „Einfach mal Luppen. Zum einen bin ich ein absoluter Toni-Kroos-Fan. Er und sein Bruder Felix sind trotz des Profifußballs auf dem Boden geblieben. Als Fußball-interessierter kann man da gut mal reinhören.“

Lese-Tipp: "Wirtschafts-Interessierten empfehle ich das Handelsblatt, Automobil-Interessierten die Automobilwoche. Es sind Formate, die sehr sachlich die jeweiligen Themen aufarbeiten. Zudem erfährt man dort immer die aktuellsten Themen.“

Fahrzeug-Tipp: "Jedem, der Vorurteile gegenüber Elektroautos hat, kann ich nur empfehlen, sich ein Vorführfahrzeug geben und sich selbst von diesem überzeugen zu lassen. Es lohnt sich auf jeden Fall!"