18. November 2020 / 15:36 Uhr

Oldenburger SV: Hüne Pascale Janner nach Rückkehr unverzichtbar

Oldenburger SV: Hüne Pascale Janner nach Rückkehr unverzichtbar

Finn Hofmann
Lübecker Nachrichten
Pascale Janner scheut keinen Zweikampf. Für den Oldenburger SV ist er im Mittelfeld immens wichtig.
Pascale Janner scheut keinen Zweikampf. Für den Oldenburger SV ist er im Mittelfeld immens wichtig. © Agentur 54°
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Mittelfeldspieler Janner stellt sich ganz in den Dienst der Mannschaft und versucht den "Unterschiedsspielern" den Rücken freizuhalten.

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Als Pascale Janner 2011 aus der Jugend des OSV in den Herrenbereich wechselte, kam er überwiegend in der 2. Herren des Vereins zum Einsatz, half nur gelegentlich im Ligabereich aus. „Er war damals noch nicht so weit“, sagt sein heutiger Trainer Florian Albrecht. Janner wechselte in der darauffolgenden Saison im Winter zunächst zum TSV Gremersdorf, ehe es für drei Jahre zum TSV Lensahn in die Kreisliga und anschließend zum SV Neukirchen ging.

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Andreas Brunner lotste ihn zurück zum Schauenburger Platz

„Ich habe meine Prioritäten damals anders gesetzt und war viel feiern. Aber irgendwann kam Andreas Brunner (damals OSV-Trainer, heute Fußball-Obmann, Anm. d. Red.) auf mich zu und hat mir zugetraut, beim OSV in der ersten Mannschaft zu spielen, wenn ich an mir arbeite und meine Prioritäten mehr auf Fußball richte“, berichtet „Kalli“, der anschließend nicht lange überlegte und zur Saison 2017/2018 zum Heimatverein in die Landesliga zurückkehrte.

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An der Seite der Wölk-Brüder zum Stammspieler gereift

Janner arbeitete in der Vorbereitung hart an sich, um dem Sprung von der Kreis- in die Landesliga gerecht zu werden. „Ich war jeden Tag laufen, weil ich wusste, dass ich es ohne körperliche Fitness gar nicht erst zu versuchen brauchte. Ohne diese Basis klappt es nicht“, weiß der 1,99 Meter große Mittelfeldspieler, der sich fortan neben Björn Wölk auf der Doppelsechs zu etablieren begann. „Björn hat mich geleitet und herangeführt. Vor allem taktisch habe ich viel von ihm gelernt.“

Kevin Wölk ersetzt Bruder Björn neben Janner

Und auch in der darauffolgenden Saison behielt Janner seinen Stammplatz. Björn Wölk rückte meist in die Innenverteidigung und dessen jüngerer Bruder und heutiger OSV-Kapitän Kevin agierte fortan neben Janner in der Schaltzentrale der Ostholsteiner. Janner absolvierte in der Saison 2018/2019 sämtliche 30 Ligaspiele und erzielte dabei vier Treffer. Am Ende stieg der Oldenburger SV souverän in die Oberliga auf.

Coach Albrecht erwartet körperliche Präsenz

Zu Beginn der Oberliga-Saison, in der für den OSV der Klassenerhalt oberste Priorität hatte, übernahm der bisherige Co-Trainer „Ebbe“ Albrecht das Zepter von Brunner, der seitdem als Sportlicher Leiter fungierte. Über seinen Coach sagt Janner: „Er führt viele Einzelgespräche, spricht die Schwächen an und sagt jedem klar, was er von ihm verlangt. Zudem bringt er das Team immer wieder mit ein und fragt auch mal nach unserer Meinung. Von mir erwartet er körperliche Präsenz und dass ich den Mund aufmache.“ Und das klappt – wie Albrecht gegenüber den LN bestätigt: „Kalli ist Stammspieler und ein Leader in der Mannschaft. Er hat klasse Leistungen gezeigt und ist ein unermüdlicher Antreiber. Er ist extrem laufstark, hat ein super Kopfballspiel und verfügt über eine top körperliche Fitness!“

Janner will sich mit OSV langfristig in Oberliga etablieren

Die erste Oberliga-Saison wurde im März 2020 wegen der Corona-Pandemie abgebrochen. 21 Spiele absolvierte der OSV bis dahin – 20 Mal stand Janner auf dem Platz und hatte damit großen Anteil am überraschenden siebten Platz des OSV, der nur knapp an der Teilnahme am Hallenmasters vorbeischrammte. Und auch in der laufenden Saison zeigt die Entwicklungskurve der Oldenburger nach oben. Nach fünf Spielen und neun Punkten steht Platz drei zu Buche, direkt hinter dem SV Todesfelde und dem SV Eichede. „Die beiden sind für mich auch die Topfavoriten. Wir wollen den Platz hinter ihnen beanspruchen und uns langfristig in der Liga etablieren“, gibt Janner die Marschroute vor.

Ich halte den Unterschiedsspielern den Rücken frei“

Die Entwicklung seines Klubs empfindet er demnach als positiv, attestiert auch den zahlreichen Neuzugängen eine gelungene Integration. „Auf und neben dem Platz passt das. Wir sind in der Breite nun noch besser aufgestellt und das spiegelt sich auch in der Trainingsbeteiligung von mindestens 15 bis 18 Mann wieder.“ Sich selbst will Janner, der im Klub gerne mit anpackt (Albrecht: „Er lebt den Verein“) nicht zu hoch hängen. „Ich bin kein Unterschiedsspieler wie Freddy Kaps, Daniel Junge oder Mats Klüver. Ich bin dazu da, denen den Rücken frei zu halten und Platz für sie zu schaffen."

Im März zum zweiten Mal Papa

Der 29-Jährige ist seit 2010 bei der Marine tätig und im Normalfall in Neustadt unweit der Oldenburgischen Heimat, wo Janner seit seiner Geburt lebt, stationiert. Aktuell stehen für Janner eLearning und Online-Konferenzen im Home Office auf dem Programm. Das passt – denn so bleibt mehr Zeit für die zweijährige Tochter Emma und Ehefrau Maleen, die im März 2021 zum zweiten Mal Nachwuchs erwartet.

Aktuell hält sich Oldenburgs Nummer 18 mit Individualläufen fit. „Ich hoffe, dass wir so schnell wie möglich wieder auf den Platz können.“ Zur Not auch ohne Zuschauer.