13. Oktober 2021 / 22:03 Uhr

Oldenburger SV scheidet nach 1:7-Niederlage gegen Weiche Flensburg aus Landespokal aus

Oldenburger SV scheidet nach 1:7-Niederlage gegen Weiche Flensburg aus Landespokal aus

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Lucas Irmler erzielte den 1:2-Anschlusstreffer für den OSV. Die Flensburger ließen sich davon nicht aus der Ruhe bringen.
Lucas Irmler erzielte den 1:2-Anschlusstreffer für den OSV. Die Flensburger ließen sich davon nicht aus der Ruhe bringen. © Agentur 54°
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Im Halbfinale wartet auf Weiche Flensburg Stadtrivale TSB Flensburg.

Der Oldenburger SV hat die Überraschung im SHFV-Landespokal deutlich verpasst. Der Oberligist verlor 1:7 gegen den eine Klasse höher spielenden Titelverteidiger SC Weiche Flensburg 08 und schied im Viertelfinale aus.

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„Kein Vorwurf an meine Mannschaft. Das war eine gute Leistung. Ich fand die Flensburger nicht so, wie erwartet. Sie sind nur so hoch gesprungen, wie sie mussten. Das waren alleine sechs Standard-Tore“, resümierte Trainer Florian „Ebbe“ Albrecht. Sein Gegenüber Thomas Seeliger befand: „Wir sind zufrieden. Ich bin erstaunt, wie sich die langen Kerle von Oldenburg in der Defensive so einfach ausknocken lassen. Das 2:1 haben wir schnell revidiert. Ansonsten hat das Oldenburg aber gut abgearbeitet – auf einem nicht einfachen Geläuf.“

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Albrecht setzt auf kompaktere Abwehr

Im Vergleich zum 1:3 in der Liga gegen Eichede setzte Albrecht statt Vierer- auf eine Dreier-Abwehrkette im 3-5-2-System. „Wir wollen kompakter agieren“, erklärte er. Der Favorit aus Flensburg trat in Bestbesetzung an. „Wir nehmen den Wettbewerb ernst. Außerdem sind wir am kommenden Wochenende in der Regionalliga spielfrei“, begründete Christian Jürgensen, Geschäftsführer Sport.

Schnelle Führung der Gäste aus Flensburg

Nachdem die Ostholsteiner das letzte Pokalduell vor acht Jahren mit 0:6 verloren, sorgten die Gäste früh für klare Verhältnisse. Malte Petersen (16.) traf per Kopfball nach einem weiten Einwurf von Kapitän Torge Paetow zur 1:0-Führung, ehe Paetow (20.) mit einem Flachschuss nach einer Ecke von Marcel Cornils (20.) zur Stelle war. „Macht nichts, weiter geht“, versuchte Oldenburgs Ligaobmann Andreas Brunner seine Jungs an der Seitenlinie aufzubauen. Danach parierte Ersatztorwart Mike Benecke stark gegen Ilidio Pastor Santos (23.). Es lief nach Plan für den haushohen Favoriten.

Direkte Antwort auf den Anschlusstreffer

Die gute Kulisse von 300 Zuschauern war erstmals richtig zu hören, als es Freistoß für die Hausherren nach einem Foulspiel an Pascale „Kalli“ Janner gab. Linksfuß Lucas Irmler (30.) trat an und traf aus 25 Metern ins untere linke Eck – plötzlich stand es nur noch 2:1. Doch die tonangebenden Flensburger schlugen durch einen Nachschuss von Jonas Walter (42.) und Christopher Kramer (45. +2) nach einer scharfen Ecke von Walter zurück. „Kommt wieder etwas Ruhe rein“, sagte ein Weiche-Fan auf der Tribüne. Ärgerlich, weil alle vier Gegentore nach Standardsituationen fielen und vermeidbar waren. „Da war nichts Herausgespieltes dabei. Wir sind nicht entschlossen genug“, ärgerte sich Brunner in der Halbzeitpause.

Lucas Irmler trifft im Landespokal gegen Weiche Flensburg per Freistoß zum 1:2.

Flensburger sorgten für klare Verhältnisse

Nach demselben Muster ging es im zweiten Durchgang weiter. Nach einer erneuten Ecke von Walter war Patrick Thomsen (47.) per Kopfball zum 5:1 erfolgreich. In der Folge ließ abermals Irmler mit einem Lattenkracher aus 30 Metern aufhorchen (51.). Auch Freddy Kaps (69., nach Vorlage von Daniel Junge) versäumte es, Ergebniskosmetik zu betreiben. Die Partie war längst entschieden und verflachte durch die vielen Auswechselungen auf Seiten des Favoriten. Das 6:1 erzielte Kramer (81.). Es war der erste richtig herausgespielte Treffer der Elf von Weiche-Trainer Thomas Seeliger, ehe Kramer (87.) seinen dritten Treffer per Kopf machte. „Karneval in Ostholstein“, sangen die mitgereisten Gästefans.


Oldenburg fand kein Mittel gegen die langen Bällen

Während sich der Oldenburger Spielertrainer Kevin Wölk darüber ärgerte, „dass wir kein Mittel gegen die langen Bälle des Gegners bekommen haben“, monierte der Flensburger Dominic Hartmann den schlechten Rasenplatz am Schauenburger Platz. „Als wir hier ankamen und diesen gesehen haben, war uns klar, dass nichts anderes geht. Deswegen war unsere Strategie, auf lange Bälle und Standards zu gehen.“

Flensburger Stadtderby im Halbfinale

Im Halbfinale kommt es somit zum brisanten Stadtderby TSB Flensburg, Nord-Oberligist, gegen Weiche Flensburg. Der Termin ist noch offen. „TSB hat kein Flutlicht. Wir würden gern noch in diesem Jahr spielen“, sagte Jürgensen zum LN-Sportbuzzer. Das zweite Semifinale bestreiten die Regionalligisten VfB Lübeck und Heider SV (17. November). Für die Oldenburger geht es am kommenden Sonnabend mit dem Kreisderby bei Eutin 08 weiter.

Oldenburger SV: Benecke – Freund (59. Klein), Galke (59. Severin), Achtenberg – Brauer (79. Rodriguez), Wölk, Janner, Kowski (71. Schmidt), Irmler – Kaps (71. Kränzke), Junge.