28. November 2021 / 20:14 Uhr

Kommentar: Nach Verpflichtung von Trainer Werner - Nur ein neues Gesicht hilft Bremen nicht

Kommentar: Nach Verpflichtung von Trainer Werner - Nur ein neues Gesicht hilft Bremen nicht

Tobias Manzke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ole Werner (links) ist ab sofort neuer Trainer von Werder Bremen. Die Probleme des Klubs um Geschäftsführer Frank Baumann löst der Ex-Kieler jedoch nicht, meint SPORTBUZZER-Chefreporter Tobias Manzke.
Ole Werner (links) ist ab sofort neuer Trainer von Werder Bremen. Die Probleme des Klubs um Geschäftsführer Frank Baumann löst der Ex-Kieler jedoch nicht, meint SPORTBUZZER-Chefreporter Tobias Manzke. © Getty Images/IMAGO/Sportfoto Rudel/Montage
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Werder Bremen hat Ole Werner als neuen Trainer verpflichtet. Der Ex-Kieler wird den Zweitligisten sportlich wieder auf Vordermann bringen. Die Bremer Probleme löst der neue Coach aber nicht - meint SPORTBUZZER-Chefreporter Tobias Manzke. 

Die Wahl von Werder Bremen auf Ole Werner ist eine gute. Dass der Trainer eine Mannschaft entwickeln und besser machen kann, hat der 33-Jährige bei Holstein Kiel gezeigt. Überraschend kratzte er mit dem Klub an der Bundesliga, scheiterte Ende Mai erst in der Relegation am 1. FC Köln. Er wird Werder nach turbulenten Wochen nicht nur sportlich den Halt geben, den der Verein braucht.

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Allerdings kann auch Werner nicht zaubern. Er muss unter sehr speziellen Gegebenheiten arbeiten. Werder hat einen rasanten Absturz vom Klub der spannenden und torreichen Europapokalabende zu einem völlig tristen Zweitligisten hingelegt. Dazu ist der Verein finanziell in bedenklicher - wenn nicht gar bedrohlicher - Schieflage. Und personell wird schon viel zu lange im eigenen Saft geschmort. Ein Beispiel ist der Geschäftsführer Sport, Frank Baumann, der seit 2016 im Amt ist und sinnbildlich für die Krise steht. Er hatte einst ein sehr gutes Händchen mit Verpflichtungen von Spielern wie Serge Gnabry oder Max Kruse, diente aber zuletzt als das Gesicht für den Werder-Verfall.

2020 konnte gerade noch so der Abstieg in der Relegation gegen Heidenheim vermieden werden, ein Jahr später erwischte es die Hanseaten dann doch. Baumann war durch seine Nibelungentreue zu dem damaligen Trainer Florian Kohfeldt dafür mitverantwortlich. Jetzt hat Baumann die Mannschaft mit fragwürdigen Transfers neu aufgebaut. Bestes Beispiel: Trotz Finanzsorgen wurden 3,5 Millionen Euro (!) für Stürmer Marvin Ducksch vom Ligakonkurrenten Hannover 96 ausgegeben. Der Vertrag des Torjägers wäre im nächsten Sommer ausgelaufen.


Den Weg für einen Neuaufbau hat Baumann selbst nicht freigemacht. Auch Klaus Filbry, der Vorsitzende der Geschäftsführung (seit 2012 im Amt), ist Teil dieser veralteten Strukturen. Ihm wurde vorgeworfen, in der finanziell schweren Lage und bei Kohfeldt nicht entschlossen genug gehandelt zu haben. Dass Werner Werder übernimmt ist gut. Nur EIN neues Gesicht wird nicht helfen, den Verein wieder auf Vordermann zu bringen.