02. Juni 2022 / 12:01 Uhr

Zinchenko zwischen Tränen und Träumen: Die Bedeutung des Ukraine-Sieges gegen Schottland 

Zinchenko zwischen Tränen und Träumen: Die Bedeutung des Ukraine-Sieges gegen Schottland 

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Vor dem Ukraine-Spiel gegen Schottland präsentierte sich Oleksandr Zinchenko emotional (re.). Nach dem 3:1-Erfolg wirkte er eher nachdenklich (li.).
Vor dem Ukraine-Spiel gegen Schottland präsentierte sich Oleksandr Zinchenko emotional (re.). Nach dem 3:1-Erfolg wirkte er eher nachdenklich (li.). © IMAGO / PA Images / Shutterstock (Montage)
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Mit einem 3:1 gegen Schottland qualifizierte sich die Ukraine für das Playoff-Finale gegen Wales. Doch welche Bedeutung hat dieser sportliche Erfolg? Bereits im Vorfeld der Partie sprach ManCity-Profi Oleksandr Zinchenko unter Tränen über einen Traum, der noch viel größer ist als die WM-Teilnahme: das Ende des Krieges in seiner Heimat.

Dem sportlichen Traum ist die ukrainische Fußball-Nationalmannschaft am Mittwochabend mit ihrem 3:1-Sieg im Playoff-Halbfinale gegen Schottland einen Schritt nähergekommen. Vom wichtigsten Ziel, dem Ende des Krieges in der Ukraine, ist man nach wie vor weit entfernt. Vor diesem Hintergrund ordnete Linksverteidiger Oleksandr Zinchenko den sportlichen Wert der entscheidenden WM-Playoffs in Katar bereits vor der Partie im Rahmen einer Pressekonferenz ein - mit hochemotionalen Worten. "Jeder Ukrainer will nur eines: diesen Krieg beenden", erklärte der 25-Jährige unter Tränen.

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Der Profi von Manchester City stand gegen die Schotten über die volle Distanz auf dem Platz. In Gedanken war er, so wie alle Spieler und Fans, allerdings auch immer wieder bei den schrecklichen Geschehnissen in seiner Heimat. Wie schwer Zinchenko die aktuelle Lage in der Ukraine belastet, belegen Videos seines unter die Haut gehenden PK-Auftritts. Immer wieder rang Zinchenko nach Worten und fuhr sich mit seiner Hand über das Gesicht, als er in seiner Landessprache seine Eindrücke schilderte: "Ich habe mit Menschen aus der ganzen Welt gesprochen, aus verschiedenen Ländern. Ich habe auch mit ukrainischen Kindern gesprochen, die einfach nicht verstehen, was in der Ukraine passiert."

Sollte die Nationalmannschaft am Sonntag auch ihr zweites Pflichtspiel seit der russischen Invasion gegen Wales (20.45 Uhr/DAZN) gewinnen, kann die Ukraine fest mit der Winter-WM in Katar planen. Trainer Oleksandr Petrakow hatte den Sieg über Schottland in einem ersten Statement "den Streitkräften in den Schützengräben und Krankenhäusern" gewidmet.

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Darum will Zinchenko zur WM: "Die Ukrainer haben es so sehr verdient"

Auch wenn sportliche Erfolge dieser Tage zweitrangig sind, so eignet sich diese Fußballbühne, um zumindest Zeichen zu setzen. Zinchenko: "Was den Fußball betrifft, so haben wir, die ukrainische Mannschaft, unseren eigenen Traum. Wir wollen zur Weltmeisterschaft fahren. Wir wollen den Ukrainern dieses unglaubliche Gefühl geben, denn die Ukrainer haben es in diesem Moment so sehr verdient."

Vorrangig liegt dem 25-Jährigen jedoch auf dem Herzen, dass "wir diese russische Aggression gemeinsam stoppen". Der Fußballprofi appellierte in seiner Rede an Menschen in ganz Europa: "Die Ukraine ist ein Land der Freiheit, die Ukraine wird niemals aufgeben. Aber die Sache ist die, und das möchte ich auch sagen, dass viele Länder vielleicht nicht verstehen, dass es heute die Ukraine ist, morgen könnte es aber euer Land sein."