26. Juni 2019 / 06:00 Uhr

Oliver Bierhoff exklusiv: Das werden wir in der Jugendarbeit des DFB konkret ändern

Oliver Bierhoff exklusiv: Das werden wir in der Jugendarbeit des DFB konkret ändern

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Oliver Bierhoff will als DFB-Direktor die Probleme des deutschen Fußballs lösen.
Oliver Bierhoff will als DFB-Direktor die Probleme des deutschen Fußballs lösen. © dpa
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DFB-Direktor Oliver Bierhoff plant trotz des Erfolges der U21 bei der EM in Italien und San Marino Veränderungen in der Jugendarbeit des DFB. Vor allem auf zwei Positionen sieht der Ex-Nationalspieler akuten Nachholbedarf.

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Oliver Bierhoff lässt sich durch den Erfolg der deutschen U21 bei der EM nicht blenden. Der DFB-Direktor plant in den nächsten Monaten trotz des guten Auftretens der Junioren in Italien und San Marino konkrete Maßnahmen, um die Jugendarbeit im deutschen Fußball nachhaltig zu verändern. Das klare Ziel des 51-Jährigen: Wieder mehr Individualität in die allzu statische DFB-Förderung bringen.

Bierhoff nennt ein Beispiel. Kürzlich habe er von den Trainern des DFB gefordert, die drei Toptalente jedes Jahrgangs zu nennen. "Sie haben sich schwer getan", sagte der DFB-Sportchef dem SPORTBUZZER. "Weil es oft noch zu früh ist, mit 15 oder 16, die Entwicklung abzusehen. Deshalb werden wir jetzt die positionsspezifische Ausbildung weiter vorantreiben."

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Bierhoff: "Durchgängig Probleme bei Stoßstürmern und Außenverteidigern"

Zwei Positionen bereiten dem früheren Nationalspieler, der mit Deutschland 1996 Europameister und 2002 Vizeweltmeister wurde, ganz besonders Sorgen. "Wir haben durchgängig Probleme bei den Stoßstürmern und auf den Außenverteidigerpositionen. Wir sind da in den letzten Jahren etwas stehengeblieben, sind da sehr systematisch vorgegangen, haben weniger Individualität gefördert. All das müssen und werden wir ändern, auch auf Lehrgängen und Schulungen." Schon U21-Bundestrainer Stefan Kuntz hatte vor der EM bemängelt, dass es im deutschen Fußball aktuell "keinen Horst Hrubesch" gebe - und deshalb gleich komplett auf die Nominierung eines echten Stürmers verzichtet.

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Obwohl auch in der A-Nationalmannschaft mit Ausnahme von Leipzigs Timo Werner kein "Neuner" in Sicht ist, sieht Bierhoff die Entwicklung der Nationalmannschaft positiv. Er glaubt, "dass sowohl die Bundesliga als auch die Nationalmannschaft international noch immer eine hohe Wertschätzung genießen", erklärte Bierhoff, der beim DFB seit 2004 für die Nationalmannschaften verantwortlich ist. "Auch wenn man natürlich registriert, dass wir aktuell eine kleine Delle haben."

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Diese wirkt sich jedoch nicht negativ auf die Bundesliga aus. "Die Engländer oder Franzosen schicken gerne ihre Spieler in die Bundesliga, weil sie wissen, dass bei uns Topbedingungen herrschen", sagte Bierhoff. Nun muss die Nationalmannschaft nach der enttäuschenden WM in Russland und dem frühen Abstieg aus der Nations League nachziehen. Bierhoff: "Ich habe das Gefühl, dass wir beim DFB wieder eine Mannschaft haben, die weiß, wo sie hinwill – nämlich zurück an die Weltspitze. Wir müssen wieder die Selbstverständlichkeit und Geschlossenheit reinkriegen und natürlich Ergebnisse erzielen." Dazu gehöre auch, weiter Talente auszubilden und das eigene System konsequent voranzutreiben, das gerade ausgearbeitet wird.

Ein wichtiger Baustein bleibt dabei die Bundesliga. Bierhoff sieht für die höchste deutsche Spielklasse künftig eine neue Rolle, wie er bereits im März nach dem Ausscheiden der deutschen Klubs aus der Champions League erklärt hatte. Die Bundesliga müsse die eigene Qualität weiter hochhalten und auch international wieder erfolgreich sein, betonte Bierhoff, "trotz des Wissens, dass die absoluten Topspieler aktuell nicht nach Deutschland kommen."

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