09. November 2020 / 13:32 Uhr

Oliver Bierhoff hält Plädoyer für DFB-Team: Umgang mit jungen Nationalspielern "tut mir weh"

Oliver Bierhoff hält Plädoyer für DFB-Team: Umgang mit jungen Nationalspielern "tut mir weh"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFB-Direktor Oliver Bierhoff hat sich über den Zustand der deutschen Nationalmannschaft geäußert.
DFB-Direktor Oliver Bierhoff hat sich über den Zustand der deutschen Nationalmannschaft geäußert. © Getty
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Mit leidenschaftlichen Worten hat DFB-Direktor Oliver Bierhoff für mehr Geduld und Verständnis im Umgang mit der deutschen Nationalmannschaft geworden. Die zum Teil deutliche Kritik insbesondere an den jungen Spielern schmerze ihn, erklärte der 52-Jährige auf einer Pressekonferenz.

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Nach den schwierigen vergangenen Monaten für die deutsche Nationalmannschaft hat DFB-Direktor Oliver Bierhoff eine Lanze für die jüngeren Spieler gebrochen. "Es tut mir sehr weh, wie gerade mit den jungen Spielern umgegangen wird und dass immer eine dunkle Wolke über die Nationalmannschaft geschoben wird", sagte der 52-Jährige am Montag auf einer Pressekonferenz vor dem Freundschaftsspiel gegen Tschechien in Leipzig.

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Es sei klar, "dass wir Sympathien verspielt haben und nicht mehr Deutschlands liebstes Kind und nicht mehr das Lagerfeuer sind", sagte Bierhoff mit Blick auf die selten überzeugenden Auftritte der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw. "Das ist auch nicht unser Anspruch." Allerdings müsse man insbesondere den jungen Spielern Zeit geben. Bierhoff wünscht sich mehr Respekt: "Das bedeutet nicht Kritiklosigkeit. Es geht mir um die Tonalität, die Stimmung, die hineintransportiert wird. Das verspüre ich schon seit der WM 2018. Wir haben da Vertrauen verspielt. Wir wussten, dass wir uns das zurückholen müssen."

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Der Manager verteidigt den von Löw vollzogenen Umbruch. Dieser werde schlechter gemacht, als er sei. "Wir haben in den letzten anderhalb Jahren eine Niederlage kassiert, gegen Holland", so Bierhoff. "Andere Nationen tauchen ab nach so einem Negativerlebnis (wie der WM 2018, d. Red.). Diese Jungen sind es mit allen Hindernissen aber angegangen. Hinzu kommt, dass es junge und unerfahrene Spieler sind." Die Spieler würden "alle viel Geld" verdienen, seien jedoch auch Menschen.

Bierhoff: Nationalspieler "gehen nicht den bequemen Weg"

Das DFB-Team war am Montag in Leipzig zusammengekommen. In den kommenden anderthalb Wochen stehen gegen Tschechien, die Ukraine und Spanien die letzten Länderspiele des Jahres an. Aufgrund der schwierigen Corona-Lage wirbt Bierhoff für Verständnis für das junge DFB-Team. "Ich sehe zum Teil müde Gesichter, die natürlich durch die Situation in den letzten Monaten da sind. Aber sie stellen sich und sie gehen nicht den bequemen Weg. Es tut mir weh, dass wir das nicht honorieren", sagte der Europameister von 1996 weiter.

Sein Plädoyer: "Ich kann nur sagen: Gebt den Jungs Vertrauen. Ich bin der festen Überzeugung, dass sie das mit ihrem Charakter auch zurückzahlen können." Die Mannschaft habe sich nach der WM 2018 ein Ziel gesetzt. Bierhoff: "Diese Mannschaft will ein neues Bild einer Nationalmannschaft angehen." Die Probleme, die das DFB-Team insbesondere seit Beginn der Corona-Krise in den Länderspielen im September und Oktober offenbarte, seien erklärbar: "Man hat wenig Trainingseinheiten zusammen. Man hat Spieler, die sich finden müssen, die von Verletzungen kommen oder teilweise nicht gespielt haben wie Antonio Rüdiger, der aber für uns ein wichtiger Spieler ist."