05. Dezember 2022 / 23:05 Uhr

Vertrag beim DFB nach WM-Aus aufgelöst: Die Erklärung von Oliver Bierhoff im Wortlaut

Vertrag beim DFB nach WM-Aus aufgelöst: Die Erklärung von Oliver Bierhoff im Wortlaut

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Oliver Bierhoff hat sich ausführlich über sein DFB-Aus geäußert.
Oliver Bierhoff hat sich ausführlich über sein DFB-Aus geäußert. © IMAGO/Ulmer/Teamfoto
Anzeige

Oliver Bierhoff hat sich in einer ausführlichen Erklärung zu seinem Ende beim DFB geäußert. Der DFB-Direktor verlässt den Verband kurz nach dem Aus bei der Weltmeisterschaft in Katar. Es ist ein Abschied nach 18 Jahren. Bierhoffs Erklärung im Wortlaut. 

Oliver Bierhoff und der Deutsche Fußball-Bund gehen nach dem Vorrunden-Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Katar ab sofort getrennte Wege. Der bis 2024 gültige Vertrag des DFB-Direktors wurde aufgelöst, wie der Verband am Montagabend bekanntgab. Bierhoff hatte 2004 die damals neu geschaffene Position des Teammanagers bei der DFB-Auswahl übernommen und arbeitete zuletzt als Geschäftsführer Nationalmannschaften und Akademie der DFB GmbH & Co KG. In die Zeit seiner Tätigkeit fiel unter anderem der Gewinn des WM-Titels 2014 in Brasilien. Bei den drei vergangenen großen Turnieren blieb das DFB-Team jedoch weit hinter den Erwartungen zurück. Zudem hatten einige Marketingmaßnahmen der vergangenen Jahre und der Umgang mit der bei der WM in Katar von der FIFA faktisch verbotenen "One Love"-Binde für Kritik gesorgt.

Anzeige

Bierhoff äußerte sich in einer ausführlichen Erklärung zur Trennung vom DFB. Das Statement im Wortlaut:

"Nach 18 Jahren in verantwortlichen Positionen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) habe ich mit sofortiger Wirkung meine Tätigkeit als Geschäftsführer Nationalmannschaften & Akademie beendet. Darauf habe ich mich heute mit Präsident Bernd Neuendorf verständigt. Ich mache damit den Weg frei für neue Weichenstellungen.

Es war eine intensive, spannende und lehrreiche Zeit, in der wir gemeinsam große Erfolge feiern konnten, Rückschläge verarbeiten mussten und außergewöhnliche Projekte umsetzen durften. Meine Aufgabe war vom ersten bis zum letzten Tag Teamwork. Ich danke all den Menschen von Herzen, die mir in dieser Zeit mit ihrem Einsatz, ihren Ideen und ihrer Leidenschaft zur Seite gestanden haben. Ich bin stolz auf das, was ich gemeinsam mit meinen Mitarbeitern, unseren Nationaltrainerinnen und Nationaltrainern und den Betreuerstäben geleistet habe. Solche Teams um sich zu haben, war ein Privileg.

Anzeige

Mein Wirken war stets getrieben von der Überzeugung, mein Bestes für den DFB und die Nationalmannschaften zu geben. Umso mehr schmerzt mich das Abschneiden der Männer Nationalmannschaft bei den Weltmeisterschaften in Russland und Katar. Ich gehe deshalb auch nicht ohne die nötige Selbstkritik. In den vergangenen vier Jahren haben wir es nicht geschafft, an frühere Erfolge anzuknüpfen und den Fans wieder Grund zum Jubeln zu geben. Einige Entscheidungen, von denen wir überzeugt waren, haben sich nicht als die richtigen erwiesen. Das bedauert niemand mehr als ich. Dafür übernehme ich die Verantwortung.

Voller Stolz blicke ich auf die Fortschritte und die Arbeit der DFB-Akademie. Ich bin überzeugt davon, dass sie einen maßgebenden Beitrag zur Entwicklung des deutschen Fußballs leisten wird. Dass ich dieses ehrgeizige Großprojekt von der Idee bis zur Realisierung über Jahrzehnte hinweg unter hohem persönlichem Einsatz begleiten durfte, war eine einzigartige Erfahrung. Dass nun unsere Nationalmannschaften auf dem neuen DFB-Campus eine Heimat gefunden haben, macht mich glücklich.

Ich wünsche dem DFB, seinen vielen engagierten Mitarbeitern, allen unter seinem Dach versammelten Verbänden und Klubs, Einrichtungen und Initiativen sowie unseren Nationalmannschaften viel Erfolg bei ihren wichtigen Aufgaben. Ich wünsche mir, dass die Fußball-Fans unsere Teams – ob Frauen, Männer oder Junioren – auch in Zukunft voller Leidenschaft unterstützen. Das gilt insbesondere für unsere Männer-Nationalmannschaft bei der Heim-Europameisterschaft 2024, bei der wir zehn Jahre nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft in Brasilien wieder erfolgreich sein können.

Der Fußball hat mein Leben geprägt und wird mich weiter begleiten. Es war mir eine große Ehre, so lange für den deutschen Fußball gearbeitet zu haben."

Anzeige: Erlebe den DFB-Pokal mit WOW und fiebere live mit!