07. Dezember 2021 / 11:09 Uhr

Oliver Ciganovic: Der heimliche Co-Trainer der Grizzlys Wolfsburg

Oliver Ciganovic: Der heimliche Co-Trainer der Grizzlys Wolfsburg

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Hilft dabei, die Grizzlys-Profis wieder fit zu machen: Oliver Ciganovic (l.), der heimliche Co-Trainer der Wolfsburger.
Hilft dabei, die Grizzlys-Profis wieder fit zu machen: Oliver Ciganovic (l.), der heimliche Co-Trainer der Wolfsburger. © Boris Baschin / Pavel Spakowski
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Wenn Grizzlys-Profis in Wolfsburg bleiben und der Rest des DEL-Teams auf Auswärtsfahrt ist, kommt seine Zeit: Oliver Ciganovic ist der heimliche Co-Trainer des Eishockey-Erstligisten.

Wenn es einige Rekonvaleszenten gibt, kommt seine Zeit. Oder wenn einige Spieler im nächsten Spiel nicht zum Einsatz kommen werden und zugleich der Trainerstab und die anderen Profis unterwegs zum Auswärtsspiel sind. Dann schlägt die Stunde von Oliver Ciganovic. Der frühere Angreifer der Wolfsburger, als diese noch als EHC formierten, ist quasi ein heimlicher Co-Trainer beim Eishockey-Erstligisten Grizzlys Wolfsburg.

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"Er macht einen super Job, es ist eine ganz wichtige Arbeit, ich schätze das sehr", sagte jüngst Chef-Coach Mike Stewart, kurz bevor er mit seinen Schützlingen zum Auswärtsspiel in Köln aufbrach, zu dem er einen Reservestürmer mitnahm, aber auch fitte Akteure wie Valentin Busch und Armin Wurm daheim ließ. Sowohl die überzähligen Profis, die natürlich ohne Spiel im Rhythmus bleiben sollen als auch die Rekonvaleszenten Luis Schinko und Tyler Gaudet übten unter Ciganovics Anleitung, der das Programm natürlich von Stewart und seinen Assistenten bekommen hatte. Schinko ist inzwischen spielfähig, Gaudet hat nach seinem Wadenbeinbruch gute Fortschritte gemacht. Und daran hat auch der heimliche Co-Trainer seinen Anteil.

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Als Spieler war Ciganovic ein giftiger Typ, neben dem Eis ein ruhiger. Er ist Pädagoge und lehrt. Als Lehrer an der Neuen Schule und im Nachwuchs der Grizzlys, wo er bei der U17 als Co-Trainer neben dem hauptamtlichen Coach und Grizzlys-Ikone Christoph Höhenleitner agiert.


Von 2000 bis 2003 spielte Ciganovic für den EHC Wolfsburg, stieg mit ihm in die 2. Liga auf. Der aus Weilheim in Oberbayern stammende Stürmer heiratete eine Wolfsburgerin, setzte seine Karriere noch lange im Norden fort, spielte unter anderem in Hannover für die Indians und zum Ende seiner Karriere noch bis 2015 für die Wolfsburger Reserve in der Regionalliga. Nebenbei jagte die Sportskanone (Sport ist auch eines seines Lehrfächer) dem runden Leder nach, war ein Torjäger für Lupo/Martinis Kreisliga-Team und holte mit den Altherren des SV Reislingen/Neuhaus die Fußball-Niedersachsenmeisterschaft.

Sein Herz gehört aber dem Eishockey. Dass ihn auch Stewart schätzt und auf ihn zurückgreift, "das finde ich toll", sagt der Ex-Profi, der sogar für die kroatische Eishockey-Nationalmannschaft Einsätze hatte. "Ich liebe es, es macht mir Riesenspaß, auf dem Eis zu stehen, und es macht mir auch viel Spaß, mit den heutigen Profis zu üben." Gerade den Jüngeren kann er aus seinem Erfahrungsschatz Tipps geben.

Begonnen hatte alles schon vor Jahren unter Coach Pavel Gross, erinnert sich Ciganovic, "der hatte mich irgendwann mal gefragt, ob ich zu so etwas Lust hätte". Und jetzt sei es so, dass "Manager Charly Fliegauf den Trainern sagt, dass ich dafür zur Verfügung stehe". Und sowohl Hans Kossmann als auch Pat Cortina griffen auf seine Dienste zurück. Und nun auch Stewart. Und wenn er denn mal praktisch nicht gebraucht wird, weil alle fit sind, dann ist Ciganovic das auch nur Recht, "denn ein kompletter Kader ist einfach das Beste".