29. März 2021 / 15:27 Uhr

Oliver Hilger: „Die Saison zu annullieren, ist die fairste Lösung“

Oliver Hilger: „Die Saison zu annullieren, ist die fairste Lösung“

Peter Konrad
Peiner Allgemeine Zeitung
Groß Lafferdes Trainer Oliver Hilger hofft, dass Christopher Wedde (Mitte) nach seinem Hausbau wieder im Training einsteigt.
Groß Lafferdes Trainer Oliver Hilger hofft, dass Christopher Wedde (Mitte) nach seinem Hausbau wieder im Training einsteigt. © Isabell Massel
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„Spaß macht das überhaupt nicht mehr. Aber das geht ja allen so“, sagt Lafferdes Trainer Oliver Hilger, der sich schon auf den Trainingsstart gefreut hatte. Doch weil Peine Hochinzidenzgebiet ist, greifen die Lockerungen nicht, so dass der Fußball-Bezirksligist weiterhin pausieren muss.

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Vor zwei Wochen hatten sie noch gehofft, dass es demnächst wieder auf den Fußballplatz geht. Doch die Spieler des Bezirksligisten Teutonia Groß Lafferde müssen sich – wie alle anderen Fußballer in Peine auch – noch weiterhin gedulden, denn angesichts der Infektionszahlen im Landkreis Peine ist Mannschaftssport nach wie vor nicht erlaubt. Und dieser Zustand, befürchtet Teutonen-Coach Oliver Hilger, „wird sich leider auch nicht so schnell ändern, da die momentane Situation nicht gerade rosig ist“. Weil selbige sich auch landesweit inzwischen immer weiter zuspitzt, plant der Vorstand des Niedersächsischen Fußballverbandes nun, die Saison 2020/21 – wohl ohne Wertung – abzubrechen. Der Beschluss soll am 31. März gefasst werden. Was er von dieser Entscheidung hält, verrät der 41-Jährige Lafferder Trainer im Gespräch mit der PAZ.

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Die aktuelle Situation: „Die ist schon sehr frustrierend, da wir seit Monaten nicht gemeinsam auf dem Platz standen. Allerdings haben wir versucht, die Jungs bei Laune und fit zu halten. Es gab eine Lauf-Challenge, zudem machen wir seit Anfang des Jahres über Zoom einmal pro Woche Stabilisation-Übungen. Doch so etwas kann man mal ein paar Wochen machen, aber irgendwann ist bei solchen Aktionen die Luft auch raus. Und ich merke, dass es inzwischen immer schwieriger wird, jeden zu motivieren. Deswegen ist es dringend notwendig, dass bald wieder trainiert werden darf, da vor allem der persönliche Austausch und das Gemeinschaftliche allen sehr fehlen.“

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Ist der Saisonabbruch sinnvoll? „Aufgrund der Zahlen, die wir hier haben, ist es aus meiner Sicht absolut vernünftig, die Serie abzubrechen. Denn ich gehe davon aus, dass es noch mindestens ein paar Wochen dauert, bis es im Landkreis Peine auch Lockerungen im Sport geben wird. Das bedeutet, dass der Zeitraum viel zu kurz ist, um die Saison einigermaßen vernünftig zu Ende spielen zu können. Ich halte auch nichts davon, ständig drei Spiele pro Woche zu absolvieren, weil da berufs- und verletzungsbedingt immer Spieler fehlen – diese Erfahrung haben wir bereits vergangenen September im Bezirkspokal-Wettbewerb gemacht. Außerdem wird Corona auch im Mai und Juni nicht verschwunden sein, so dass es immer wieder Teams geben wird, die in Quarantäne müssen. Deswegen wäre es die fairste Lösung, die Saison zu beenden und auch zu annullieren. Denn nach so wenigen Spielen macht es gar keinen Sinn, die Quotientenregel anzuwenden.“

Die persönliche Zukunft: „Wir haben noch nicht darüber gesprochen, weil wir fast ausschließlich damit beschäftigt waren, die Kommunikation mit der Mannschaft aufrecht zu erhalten. Aber wir setzen uns demnächst zusammen. Ich würde aber schon gerne weitermachen, da mir die Arbeit hier Mega-Spaß macht – sowohl das Zwischenmenschliche als auch das Sportliche stimmen. Die Mannschaft zieht gut mit und hat viel Potenzial. Hinzu kommt, dass Olaf Pickhardt mich super unterstützt. Wir arbeiten zusammen als Gespann – und das klappt hervorragend. Ich hoffe, dass ich noch mindestens ein Jahr hier bleibe und wir dann nächste Saison zeigen, was wir können.“

Zu- und Abgänge: „Die gibt es nicht. Ich wünsche mir jedoch, dass Christopher Wedde wieder voll einsteigt. Wegen seines Hausbaus hatte er sich eine Auszeit genommen, zuletzt aber war er bei der Lauf-Challenge mit dabei. Das hat mich sehr gefreut, weil er ein wichtiger Spieler ist – und deswegen hoffe ich, dass er uns wieder komplett zur Verfügung steht.“

Von Peter Konrad