07. Januar 2020 / 14:33 Uhr

Kommentar zu Oliver Kahn: Das ist seine wichtigste Aufgabe als Vorstand das FC Bayern

Kommentar zu Oliver Kahn: Das ist seine wichtigste Aufgabe als Vorstand das FC Bayern

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Oliver Kahn steht in seiner Rolle als neuer Bayern-Vorstand vor einer großen Aufgabe, meint SPORTBUZZER-Fußballchef Heiko Ostendorp
Oliver Kahn steht in seiner Rolle als neuer Bayern-Vorstand vor einer großen Aufgabe, meint SPORTBUZZER-Fußballchef Heiko Ostendorp © imago images/Action Pictures/Montage
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Oliver Kahn ist beim FC Bayern als neuer Vorstand angetreten und hat sich in der neuen Rolle der Öffentlichkeit präsentiert. Der Titan wirkt für den Job gerüstet - muss aber eine große Herausforderung bewältigen, meint SPORTBUZZER-Fußballchef Heiko Ostendorp.

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Der Titan ist zurück! Fesches schwarzes Sakko und weißes Hemd statt Torwart-Trikot und Baseball-Mütze. Leichtes Makeup statt verschwitzter roter Rübe. Lockere Sprüche statt Wutausbrüche. So präsentierte sich Oliver Kahn als Bayerns neuer Vorstand der Öffentlichkeit. Sachlich, bestimmt, eloquent. Daran müssen wir uns gewöhnen.

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Es war ein sehr souveräner erster Auftritt des ehemaligen Torwart-Vulkans, der zwar besonnen wirkte, aber dennoch sofort klar und deutlich machte, dass beim deutschen Rekordmeister künftig nichts mehr ohne ihn entschieden wird. Bei Vertragsverhandlungen will Kahn mit am Tisch sitzen, sich neben dem Profikader auch um die Nachwuchsabteilung kümmern, sich einen Überblick über die verschiedenen Abteilungen des 1.000 Mitarbeiter starken Unternehmens machen – alles wichtig und nachvollziehbar.

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Doch seine größte Aufgabe wird eine andere sein: Nämlich endlich wieder Ruhe und Souveränität in den Verein zu bringen, der in den letzten Monaten stark an den FC Hollywood der eigentlich längst vergessenen Vergangenheit erinnerte. Viele Interna gelangten sofort an die Öffentlichkeit – zuletzt die Inhalte des Vieraugen-Gesprächs zwischen Kapitän Manuel Neuer und Sportdirektor Hasan Salihamidzic bezüglich der Neuverpflichtung von Alexander Nübel. Ein absolutes No-Go, welches die Nr. 1 zusätzlich (und unnötig) verärgerte. Nur eine von vielen Pannen und Peinlichkeiten.

Statt FC Hollywood: Kahn muss den Verein zurück zu alter Souveränität führen

Bayerns Bosse sprachen zuletzt häufig nicht mit einer Zunge, Spieler weinten sich in den Büros von Uli Hoeneß oder Karl-Heinz Rummenigge aus, beklagten sich über den Trainer oder die Kollegen. Mitunter wirkten die wirren Aussagen und öffentlichen Auftritte der Münchner Macher – wie bei der unvergessenen Peinlich-PK – eher wie bei einem Provinz- und nicht wie bei einem Weltklub. Slapstick statt Strahlkraft. Arroganz statt Aura. Das muss Kahn dringend wieder ändern, am besten sofort.

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Der einstige Titan wirkte, als sei er für all das gerüstet. Der Mix aus 14-jähriger Bayern-Erfahrung und dem Abstand in den letzten Jahre dürfte ihm in seiner neuer Rolle genauso helfen wie die Mischung aus sportlicher Kompetenz und wirtschaftlichem Know-how. Wenn jemand den FC Bayern wieder auf allen Ebenen zur seriösen Topadresse machen kann, dann Kahn.