22. Februar 2021 / 13:24 Uhr

Oliver Kauna und Jürgen Siegel im Ski-Streitgespräch: "Team 1 ist ja immer Erster"

Oliver Kauna und Jürgen Siegel im Ski-Streitgespräch: "Team 1 ist ja immer Erster"

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bei der internen Rennwertung liegt Oliver Kauna (links) mit einem Sieg aus einem Rennen klar in Führung. Jürgen Siegel hat jedoch Protest eingelegt. 
Bei der internen Rennwertung liegt Oliver Kauna (links) mit einem Sieg aus einem Rennen klar in Führung. Jürgen Siegel hat jedoch Protest eingelegt.  © Stephan Hartung
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Wir haben im Doppelinterview mit Oliver Kauna, ehemaliger Spielertrainer des TSV Stelingen, und Jürgen Siegel, aktueller Coach des SV Frielingen, über den Fußball und das gemeinsame Hobby Skifahren gesprochen. Die ein oder andere (nicht ganz ernst gemeinte) Stichelei konnten sich die beiden leidenschaftlichen Skiläufer dabei nicht verkneifen.

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Oliver Kauna, ehemaliger Spielertrainer des TSV Stelingen, hat über seinen Kumpel Jürgen Siegel gesagt: „Leider kann er kein Ski fahren und ist bei uns nicht umsonst in Team 2 eingeteilt.“ Siegel, früherer Weggefährte von Kauna beim TSV Krähenwinkel/Kaltenweide und heute Trainer beim SV Frielingen, revanchierte sich und sagte über Kauna: „Beim Skifahren ist er ein hoffnungsloser Fall und gefühlt im 18. Lehrjahr. Deswegen fährt er auf der Piste im Ausbildungsteam 1.“

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Wer ist denn nun der bessere Skiläufer? Und was sind eigentlich diese Teams 1 und 2? In einem mit Augenzwinkern geführten Streitgespräch brauchte es keine große Moderation, damit die beiden skifahrenden Freunde in Schwung kommen. Und um Fußball ging es auch.

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Hallo, Herr Siegel, hallo Herr Kauna, wie stark leiden Sie darunter, dass zurzeit wegen Corona kein Fußball möglich ist?

Siegel: Es fehlt auf jeden Fall etwas. Meine Spieler sind heiß, würden auch gern wieder in Gruppen trainieren – wie im Mai. Dann würden wir schon jubeln. Ich hoffe, dass es in den nächsten Wochen besser wird.

Kauna: Das Vereinsleben vermisse ich. Zusätzlich zu meinem Amt im Förderverein des TSV Stelingen spiele ich beim TSV noch in der Alt-Alt-Herren, schaue auch immer die Spiele der Landesligamannschaft.

Was die Freunde ebenfalls vermissen, ist der gemeinsame Skiurlaub. Den gibt es seit rund 20 Jahren in jedem Winter, zumeist nach Flachau in Österreich. In diesem Jahr fällt der Skiurlaub wegen Corona aus. Die Gruppe besteht aus jeweils sechs Männern, die vereinsübergreifend alle einen Fußballbezug und in etwa das gleiche Niveau als Skiläufer haben. Dennoch entstand aus Jux eine Einteilung in zwei Teams von jeweils drei Personen. Kauna ist in Team 1, Siegel in Team 2.

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Wie hat es mit dem gemeinsamen Skifahren angefangen?

Kauna: Diese Urlaube machen wir seit 2002, seitdem auch mit Teambezeichnungen. Im Januar 2003 haben wir dann sogar Shirts bedruckt. In der damaligen Winterpause waren wir mit Stelingen Herbstmeister vor dem TSV KK mit Jürgen.

Siegel: Am Ende sind wir beide in die Bezirksoberliga aufgestiegen. Aber wir haben sie als Meister zweimal geschlagen.

Kauna: Das haben wir mit Absicht gemacht, damit sie mit uns aufsteigen können. Ich war mit Stelingen sowieso Meister – na klar, Team 1 ist ja immer Erster.

Wie messen sich die Teams auf der Piste?

Siegel: Seit dem ersten Urlaub reden wir davon, dass wir ein Rennen machen wollen. Aber es gab noch keins.

Kauna: Und es wäre auch zu gefährlich, weil jeder von uns Vollgas geben würde.

Siegel: Man müsste auch den richtigen Zeitpunkt erwischen: Es darf nicht zu früh sein, man sollte aufgewärmt sein. Irgendwann kehren wir in eine Hütte ein – und nach dem dritten alkoholfreien Weizen können wir nicht mehr.

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Kauna: Doch, Rennen gab es: 2009 in Grimentz in der Schweiz. Und das habe ich gewonnen.

Siegel: Das ist eine Frechheit. Da hat er sich unseren schlechtesten Fahrer ausgesucht. Das wäre so, als wenn ich damals gegen ihn Fußball gespielt hätte – den hätte ich in Grund und Boden gespielt.

Kauna: Das ist der Dank dafür! Er ist damals in Krähenwinkel Trainer geworden, ich habe mich als Kapitän für ihn eingesetzt. Weil er ein rotes BMW-Cabriolet hatte. Er hat uns überall hingebracht – wir sind immer offen gefahren, auch im Winter.

Siegel: Ich habe ihm damals erklärt, wohin er auf dem Platz laufen muss. Dann hat er mich nur angeguckt und nichts verstanden.

Bitte zurück vom grünen Rasen auf die weiße Piste…

Kauna: Das war in Grimentz mit Zeitmessung oben und unten, von einer neutralen Person beobachtet.

Siegel: Ohne großkotzig zu sein: Ich bin der beste Fahrer. Wäre er gegen mich angetreten, hätte er verloren.

Kauna: Das war das Jahr, wo du nicht mit warst…

Siegel: War ja klar, dass du genau dann ein Rennen machst. Aber wieso ein einziges Rennen? Ich erinnere an einen Urlaub und sage nur: Die Schmach vom Grafenberg.

Kauna: Das war kein Rennen. Das war nur eine Slalompiste, die wir aus Jux ganz entspannt runtergefahren sind. Und nachher sagen alle, dass es ein Rennen war und fragen mich, ob ich meine Zeit gesehen hätte.

Siegel: Die war nämlich die schlechteste von allen Fahrern. Das sagt doch alles. Diese kleine Piste wäre ich rückwärts runtergefahren.

Kauna: In diesem Interview, und das ist ganz wichtig, muss stehen: Es gab nur ein einziges Rennen – und das habe ich gewonnen.

Siegel: Totaler Quatsch. Ich habe ihm schon oft gesagt: So, komm, jetzt zeige ich’s dir. Dann heißt es von ihm immer nur: Ich kann nicht mehr, ich bin so kaputt. Und morgens kann er nicht aufstehen.

In Flachau gibt es eine Weltcup-Abfahrt. Dafür hat es aber nicht gereicht für Team 1 und 2, oder?

Kauna: Einmal waren wir in der Tat dort, als am Abend die Piste für die Abfahrt der Frauen präpariert war. Dann haben wir das Flatterband überwunden und sind runtergefahren. Gut, dass uns keiner gesehen hat.

War die Strecke anspruchsvoll?

Siegel: Ja, schon. Die kann man aber fahren. Aber nicht so wie Team 1, die fahren da mit dem Schneepflug runter.

Kauna: Das ist gar nicht wahr. Es ist immer so: Wir sind schon unten und sehen, wie oben am Berg Team 2 auftaucht und so langsam runtergekraxelt kommt. Wir müssen immer warten. Aber wenn man in der Sonne sitzt, kann man es ja aushalten.

Siegel: Die Wahrheit ist: Wir fahren alle ganz entspannt runter. Plötzlich ist Oliver weg. Wir suchen ihn, und dann ruft er: „Hilfe, Hilfe, ich bin abseits der Piste!“ Da stand er in so einem Waldloch und konnte weder raus noch rein – war völlig fertig mit der Welt. Wir haben uns vor Lachen in den Schnee geworfen.

Kauna: Ich bin ausgerutscht. Das war ein Unfall und passiert jedem überragenden Skifahrer mal.

Siegel: Überragender Skifahrer? Du kannst gar nichts. Jeder normale Skifahrer kommt da wieder raus. In Wirklichkeit hat Oliver noch gar nicht mit dem Skilaufen angefangen. Der fährt nicht umsonst in die Wälder und steht da rum.

Welche Erlebnisse gibt es außerhalb der Skipisten für die Team 1 und Team 2?

Siegel: Einmal haben wir abends Darts gespielt. Team 1 hatte verloren, musste beim nächsten Frühstück Eier kochen. Wir sitzen da und warten – keine Eier kommen. Weil sie Eier ohne Wasser erhitzen wollten, ohne den Herd anzudrehen. Unglaublich.

Kauna: Solche Aktionen gibt es oft. Wir haben zusammen einfach ganz viel Spaß und schalten die Woche über ab.