17. November 2018 / 09:40 Uhr

Olivier Giroud über Homosexualität im Fußball: "Es ist unmöglich, sich zu outen"

Olivier Giroud über Homosexualität im Fußball: "Es ist unmöglich, sich zu outen"

Angelo Freimuth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Olivier Giroud spricht über den offen schwulen Ex-Profi Thomas Hitzlsperger und Homosexualität im Fußball.
Olivier Giroud spricht über den offen schwulen Ex-Profi Thomas Hitzlsperger und Homosexualität im Fußball. © Getty/Montage
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Zum Thema Homosexualität wird vor allem eines getan: geschwiegen. Nur eine kleine Gruppe aktiver oder ehemaliger Profis hat sich bislang geoutet, darunter der ehemalige deutsche Nationalspieler Thomas Hitzlsperger. Chelsea-Star Olivier Giroud glaubt, dass sich das künftig nicht ändern wird.

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Homosexualität ist vor allem im Fußball noch immer ein tabuisiertes Thema. Dass es unter den Stars der großen Ligen schwule Fußballer gibt, ist nur logisch, doch ein öffentliches Outing kommt für die Betroffenen scheinbar nicht in Frage. "Es ist unmöglich, sich im Fußball als homosexuell zu outen", konstatierte Olivier Giroud in der französischen Zeitung Le Figaro.

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Giroud fordert Toleranz

"Ich verstehe den Schmerz und die Schwierigkeit für professionelle Athleten, aber ich bin bei diesem Thema sehr tolerant", betonte der Nationalspieler. Doch noch immer gibt es viele Vorurteile, die sich regelmäßig beispielsweise in diskriminierenden Fan-Gesängen oder Kommentaren von Spielern und Funktionären ausdrücken. "Obwohl es Regenbogen-Flaggen und andere Initiativen zur Unterstützung der homosexuellen Community gibt, steht im Fußball noch sehr viel Arbeit an, um Toleranz zu erreichen", urteilte Giroud, der damit auch die mangelnden Maßnahmen der Verbände anspricht.

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Als Vorbild könnte Thomas Hitzlsperger dienen, der sich 2014 als erster namhafter Profi zu seiner Homosexualität bekannte. Doch der ehemalige Nationalspieler hatte zu diesem Zeitpunkt seine Karriere bereits beendet. "Als Hitzlsperger seine Entscheidung getroffen hatte, war der Zeitpunkt gekommen, an dem ich mir gesagt habe, dass es unmöglich ist, Homosexualität im Fußball zu zeigen", sagte Giroud und fügte an: "In einer Umkleide gibt es viel Testosteron, Kameradschaft, gemeinsames Duschen... Es ist schwierig, aber so ist es eben."

Zuletzt sorgte das Coming-Out des US-Fußballers Collin Martin weltweit für Aufsehen. Der 24-Jährige gehört zu einer kleinen Gruppe von Profis, die sich in ihrer aktiven Zeit outeten, und erfuhr dafür großen Zuspruch von Fans, Mitspielern und Funktionären.