22. März 2020 / 20:55 Uhr

Kommentar zur Olympia-Frist des IOC: Thomas Bach und Co. verpassen die nächste Chance

Kommentar zur Olympia-Frist des IOC: Thomas Bach und Co. verpassen die nächste Chance

Tom Vaagt
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nach Meinung von <b>SPORT</b>BUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt hat das IOC um Thomas Bach am Sonntag die nächste Chance verpasst.
Nach Meinung von SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt hat das IOC um Thomas Bach am Sonntag die nächste Chance verpasst. © imago images/Laci Perenyi
Anzeige

Das Internationale Olympische Komitee will innerhalb der nächsten vier Wochen über eine mögliche Verschiebung der Sommerspiele in Tokio entscheiden. Durch dieses Zeitspiel haben das IOC und Thomas Bach die nächste Chance für den richtigen Entschluss verpasst, meint SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt.

Anzeige

Vier Wochen also. Innerhalb dieses Zeitraums will das Internationale Olympische Komitee (IOC) darüber befinden, ob man die Sommerspiele in Tokio im geplanten Zeitraum vom 24. Juli bis zum 9. August durchführen wird. Auf den ersten Blick könnte man meinen, das IOC und sein Chef Thomas Bach würden sich angesichts des zunehmenden Drucks von Öffentlichkeit und Athleten beweglich in der Entschlussfindung zeigen und von ihrem bisher noch starreren Plan abweichen. Bei genauerem Hinsehen wird aber schnell klar, dass diese Annahme falsch ist. Man schindet schlicht und einfach weiter Zeit.

Anzeige
Mehr vom SPORTBUZZER

Während andere Veranstalter und Verbände angesichts der weltweiten Corona-Pandemie längst die richtigen Konsequenzen gezogen und zahlreiche Sportevents verschoben oder abgesagt haben, halten Bach und Co. unverbesserlich an den Spielen in diesem Jahr fest. Noch einmal verdeutlichte das IOC in seiner am Sonntagabend veröffentlichten Erklärung, dass eine generelle Absage der Veranstaltung nicht infrage komme. Dies würde "keine Probleme" lösen und "niemandem helfen".

Olympia-Verschiebung? Es geht ums Geld

Doch, würde sie. Denn es würde Klarheit bringen und zeigen, dass auch beim IOC die Gesundheit aller Beteiligten das höchste Gut ist. Es wäre eine Tat, die viel mehr wert wäre als jedes Wort. Ein Entschluss, der in diesen Zeiten klarmachen würde, worum es wirklich gehen sollte. Stattdessen wird in der Erklärung einmal mehr deutlich, was einen solchen Schritt so schwierig macht: Geld. Es wird auf die "Herausforderung" hingewiesen, dass Millionen von Hotel-Übernachtungen bereits gebucht seien. Es wird die Bedeutung einer Einigung der zahlreichen involvierten Parteien hervorgehoben – wobei auch Sponsoren und Inhaber der Übertragungsrechte explizit erwähnt werden.

Eine Olympia-Verschiebung würde Unsummen kosten, eine Absage noch viel mehr. Die Chance, das richtige Zeichen zu setzen, hat das IOC erneut verpasst. Dabei wäre genau dieses unbezahlbar gewesen.