01. Juli 2019 / 14:17 Uhr

Olympia 2020 in Tokio: So könnte das deutsche Fußball-Team aussehen

Olympia 2020 in Tokio: So könnte das deutsche Fußball-Team aussehen

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Thomas Müller, Florian Neuhaus und Benjamin Henrichs könnten für Deutschland bei den Olympischen Spielen 2020 spielen.
Thomas Müller, Florian Neuhaus und Benjamin Henrichs könnten für Deutschland bei den Olympischen Spielen 2020 spielen. © dpa
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Das gebuchte Olympia-Ticket weckt schon Vorfreude auf die Spiele in Tokio im kommenden Jahr, wenn eine neuaufgebaute U23 starten wird. Der Trainer heißt dann auch Stefan Kuntz. Doch wie sieht der Kader im nächsten Sommer aus? Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick.

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Das Europameisterschafts-Finale gegen Spanien (1:2) war das letzte Spiel, in dem die deutsche U21-Nationalmannschaft in der aktuellen personellen Besetzung aufgelaufen ist. Die Spieler des älteren 1996er-Jahrgang dürfen ab sofort altersbedingt nicht mehr für das Junioren-Team auflaufen. Schon zuvor, durch den EM-Halbfinaleinzug, wurde die Qualifikation für das nächste Großereignis in rund einem Jahr geschafft: die olympischen Spiele 2020 in Tokio. Wie könnte die deutsche Mannschaft dann aussehen?

Zeit für Zeugnisse: Die Noten der deutschen U21-Spieler für die EM 2019

Alexander Nübel (FC Schalke 04): So etwas wie die tragische Figur im Finale; sein Patzer vor dem 0:2 der Spanier bedeutete die Vorentscheidung. Ansonsten blieben die vier Gegentreffer vom Elfmeterpunkt, eine Glanzparade, die das Ausscheiden im Halbfinale gegen Rumänien verhinderte und eine ordentliche Ballbehandlung mit dem Fuß hängen. Note: 3 Zur Galerie
Alexander Nübel (FC Schalke 04): So etwas wie die tragische Figur im Finale; sein Patzer vor dem 0:2 der Spanier bedeutete die Vorentscheidung. Ansonsten blieben die vier Gegentreffer vom Elfmeterpunkt, eine Glanzparade, die das Ausscheiden im Halbfinale gegen Rumänien verhinderte und eine ordentliche Ballbehandlung mit dem Fuß hängen. Note: 3 ©
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Einer, der mit großer Wahrscheinlichkeit dabei sein wird – sofern er nicht für die EM des A-Teams nominiert wird –, ist Außenverteidiger Benjamin Henrichs, Jahrgang 1997. Schon vor drei Jahren, als die deutsche Mannschaft in Rio de Janeiro bis ins Finale des olympischen Fußball-Turniers vorgestoßen war, hatte der 22-Jährige den Weg des DFB-Teams mit Begeisterung verfolgt. „Das Endspiel gegen Brasilien war ein Hammerfinale, da hat jeder in Deutschland zugeguckt, auch wenn es nicht die richtige Nationalmannschaft in dem Sinne war“, erinnert sich der Profi des AS Monaco. Erst im Elfmeterschießen musste sich die Mannschaft vom damaligen Trainer Horst Hrubesch den Brasilianern um ihren Ausnahmespieler Neymar geschlagen geben.

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Trotz des verlorenen Finals betrieben die deutschen Spieler wie der einzige im aktuellen U21-Kader verbliebene Lukas Klostermann Werbung für den deutschen Fußball. "Wir haben gesehen, welche Begeisterung es bei den letzten olympischen Spielen hervorgerufen hat", erklärt DFB-Direktor Oliver Bierhoff, "und es ist ein wichtiges Signal und Symbol für den deutschen Fußball, dass wir uns nun erneut qualifiziert haben".

Löwen hofft auf Olympia-Teilnahme

Auch für die Spieler ist es ein einmaliges Erlebnis, das sie schon jetzt mit Vorfreude im Hinterkopf haben. "Das ist natürlich etwas sehr, sehr Schönes, und und es wäre cool, wenn ich da dabei sein würde", sagte Eduard Löwen von Hertha BSC. Als 1997er-Jahrgang darf er sich zumindest gute Chancen ausrechnen, auch wenn er bei der U21-EM gar nicht zum Einsatz gekommen ist. In seinem Jahrgang gebe es "viele starke Spieler", und ganz allgemein habe "Deutschland genug gute Fußballer – deshalb denke ich, dass wir auf jeden Fall eine starke Truppe zusammenkriegen werden".

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Ein großer und zwei kleine Gewinner: Leroy Sané (Mitte) räumte mit Manchester City das englische Triple aus Meisterschaft, Pokal und Ligapokal ab. Für Julian Draxler (links) bei PSG und Marc-André ter Stegen in Barcelona reichte es jeweils nur für den nationalen Titel. Eines haben alle drei gemeinsam: In der Champions League war jeweils vor dem Finale schon Schluss. Zur Galerie
Ein großer und zwei kleine Gewinner: Leroy Sané (Mitte) räumte mit Manchester City das englische Triple aus Meisterschaft, Pokal und Ligapokal ab. Für Julian Draxler (links) bei PSG und Marc-André ter Stegen in Barcelona reichte es jeweils nur für den nationalen Titel. Eines haben alle drei gemeinsam: In der Champions League war jeweils vor dem Finale schon Schluss. ©

Teamkollege Henrichs hat sogar schon ein paar mögliche Stützen dieser Mannschaft im Kopf: "Flo Neuhaus, Felix Uduokhai, der hier noch nicht so viel gespielt hat, aber immer dabei ist. Und Maxi Mittelstadt." Der Profi von Hertha BSC ist zwar einer für die linke Außenbahn – wo aktuell Henrichs selbst spielt –, doch der Monegasse könnte sich auch gut vorstellen, "dass ich vielleicht rechts spiele und er links". Zudem wären aus der derzeitigen U21-EM-Aufgebot noch Arne Maier, Suat Serdar, Marco Richter, Johannes Eggestein, Lukas Nmecha und die Torhüter Florian Müller und Markus Schubert in Tokio spielberechtigt. "Wir haben auch noch einige Spieler, die es nicht zur EM geschafft haben", meinte Henrichs. Emmanuel Iyoha etwa, oder die vor dem Turnier aussortierten Jordan Torunarigha und Janni Serra.

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Und dann wäre da noch die IOC-Regelung, die es ermöglicht, dass auch drei Spieler zu Olympia mitfahren dürfen, die vor dem 1. Januar 1997 geboren sind. Beim Turnier 2016 waren das Nils Petersen und die Bender-Brüder Lars und Sven. Weil die deutsche A-Nationalmannschaft im nächsten Jahr allerdings die EM spielen wird, kommen für diese Plätze vor allem Spieler in Frage, die nicht in der allerersten Reihe stehen. Das schließt eine Olympia-Nominierung des ebenfalls spielberechtigten Kai Havertz (Jahrgang 1999) beispielsweise aus.

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Der SPORTBUZZER hat die Pressestimmen zum U21-EM-Sieg von der Spanier zusammengestellt. Zur Galerie
Der SPORTBUZZER hat die Pressestimmen zum U21-EM-Sieg von der Spanier zusammengestellt. ©

Allerdings könnte diese Konstellation noch mal eine Möglichkeit für das Trio Jerome Boateng, Thomas Müller und Mats Hummels sein, das DFB-Trikot zu tragen, nachdem sie im Frühjahr von Bundestrainer Joachim Löw ausgebootet worden waren. Zumindest letztere beiden hatten ein Comeback nicht ausgeschlossen – und könnten einen versöhnlichen Abschluss ihrer Länderspielkarriere finden. "Das müsste man sie mal fragen, aber vielleicht wäre das eine Option für sie", so U21-Nationalspieler Henrichs, "ich habe noch nicht daran gedacht, aber ich hätte nichts dagegen, mit den dreien bei Olympia zu spielen"

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