23. März 2020 / 10:44 Uhr

Japan-Premier Shinzo Abe setzt IOC in Olympia-Frage unter Druck: "Müssen über Verschiebung entscheiden"

Japan-Premier Shinzo Abe setzt IOC in Olympia-Frage unter Druck: "Müssen über Verschiebung entscheiden"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der japanische Premierminister Shinzo Abe hat das IOC in der Olympia-Frage unter Druck gesetzt.
Der japanische Premierminister Shinzo Abe hat das IOC in der Olympia-Frage unter Druck gesetzt. © imago images
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Der japanische Premierminister Shinzo Abe hat erstmals öffentlich in Betracht gezogen, dass die Olympischen Spiele von Tokio wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben werden könnten. Der 65-Jährige sieht nun das IOC in der Verantwortung.

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Der japanische Premierminister Shinzo Abe hat wegen der weltweiten Coronavirus-Pandemie erstmals öffentlich in Betracht gezogen, dass die Olympischen Spiele von Tokio verlegt werden könnten - und den Druck über eine Absage der für den Zeitraum zwischen dem 24. Juli und 9. August geplanten 32. Spiele der Neuzeit an das Internationale Olympische Komitee (IOC) weitergegeben.

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Es sei "schwierig, Spiele unter diesen Umständen abzuhalten", sagte Abe am Montag im Parlament in Tokio, "wir müssen über eine Verschiebung entscheiden, wobei die Gesundheit der Athleten oberste Priorität hat". Eine endgültige Entscheidung über eine Verlegung liege aber beim IOC und dessen Präsident Thomas Bach. Eine Komplett-Absage der Spiele, machte Abe klar, sei allerdings keine Option.

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Am Sonntagabend gab das IOC bekannt, dass es innerhalb der kommenden vier Wochen darüber entscheiden will, ob die Veranstaltung wie geplant durchgeführt wird. Es ist eine weiche Korrektur der Position, die das Komitee schon in den vergangenen Monaten vertrat: Denn das IOC spielt weiter auf Zeit. So hieß es in der Mitteilung auch: "Eine Absage der Olympischen Spiele in Tokio würde keine Probleme lösen und niemandem helfen. Daher steht eine Absage nicht auf der Tagesordnung."

IOC-Exekutivkomitee diskutiert mögliche Szenarien

Stattdessen wolle das IOC-Exekutivkomitee seine Planungen für verschiedene Szenarien verstärken. So heißt es weiter, dass einige "kritische Sportstätten" aufgrund der Pandemie möglicherweise nicht zur Verfügung stehen könnten. Dass einige Disziplinen deshalb aus dem Programm genommen werden könnten, wird jedoch nicht explizit erwähnt.

Der öffentliche Druck auf die Ausrichter hatte zuletzt massiv zugenommen - insbesondere, nachdem die UEFA die Fußball-EM in den Sommer 2021verlegte."Ich sehe derzeit keine Grundlage für einen fairen sportlichen Vergleich – und das sollen die Olympischen Spiele sein"sagte Speerwerfer Thomas Röhler demSPORTBUZZER.

Säbelfechter und Athleten-Aktivist Max Hartung hatte für sich einen Start bei den Olympischen Spielen in Tokio in diesem Sommer ausgeschlossen - genau wie IOC-Mitglied Kanada, das sich damit im Sinne seiner Sportler eindeutig positionierte.