09. Juli 2021 / 15:23 Uhr

Olympia-Countdown: In zehn Tagen hebt Judo-Ass Scoccimarro nach Tokio ab

Olympia-Countdown: In zehn Tagen hebt Judo-Ass Scoccimarro nach Tokio ab

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Bald geht's nach Japan: Olympia-Starterin Giovanna Scoccimarro.
Bald geht's nach Japan: Olympia-Starterin Giovanna Scoccimarro. © Privat/DPA/Imago
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Einkleiden, Trainingslager, Koffer packen, Abflug: Nachdem die Olympischen Spiele erst um ein Jahr verschoben wurden, kommen sie nun für das heimische Judo-Ass Giovanna Scoccimarro rasend schnell näher.

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Das Warten auf Olympia hat sich nach der Verschiebung um ein Jahr verlängert, doch jetzt rennt die Zeit. Am Samstag endet das letzte Trainingslager vor dem Abflug nach Japan, in zehn Tagen hebt der Flieger mit Judo-Ass Giovanna Scoccimarro ab. Die Lessienerin, die für den MTV Vorsfelde startet, wird dann weitere neun Tage später, am 28. Juli, in Tokio um die Medaillen in der Klasse bis 70 Kilogramm kämpfen. Und: Am 31. Juli winkt dann zum Abschluss der Judo-Wettbewerbe eine weitere Medaillen-Chance für die 23-Jährige - die Mixed-Teams feiern ihre Olympia-Premiere.

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Bis Samstag sind die Tage noch durchgetaktet: Nach der Olympia-Einkleidung in Hamburg und einem Trainingslager in Papendal (Niederlande) gibt's jetzt seit dem 4. Juli den letzten Feinschliff in Kienbaum.

Mehr über Giovanna Scoccimarro

Randoris, Kraft- und Lauftraining, Technik- und Taktikschulung - das internationale Trainingscamp in den Niederlanden hat der 23-Jährigen gut gefallen. "Ich war sehr zufrieden mit den Einheiten", so Scoccimarro, die sich, nachdem ihre Nominierung auch vom Deutschen Olympischen Sportbund bestätigt wurde, beim abschließenden Trainingslager in Kienbaum nicht auf ihrem Tokio-Ticket ausruht. Im Gegenteil.

Scoccimarro bleibt ehrgeizig - und selbstkritisch. "Es lief die vergangenen Tage sperrig. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau", wie sie selbst sagt. Die Lessienerin steht vor ihren ersten Olympischen Spielen. Natürlich gehen einem da viele Gedanken durch den Kopf. Alles soll perfekt sein, aber sie weiß selbst: "Gerade, wenn man denkt, dass man sich keinen Fehler erlauben darf, passiert er erst recht."

Also macht sich Scoccimarro bewusst, was sie auszeichnet: "Alles, was ich kann, kann ich ja nicht seit gestern." Deshalb ist sie sich sicher, dass sie noch "mit einem guten Gefühl" aus Kienbaum abreisen wird.

Bis zum Abflug in zehn Tagen arbeitet sie dann am Olympia-Stützpunkt in Hannover, wo ihre Trainingsgruppe sie noch nach Tokio verabschieden wird. Am Stützpunkt holt sie auch ihr Olympia-Outfit ab. "Mit Ausnahme meiner Judo-Anzüge ist alles gepackt. Ich muss mir also keine großen Gedanken machen, was in den Koffer soll", schmunzelt Scoccimarro. Dann steht noch der Abschied von der Familie an, die sie in Tokio nicht unterstützen darf. Ausländische Zuschauer waren aufgrund der Pandemie schon länger ausgeschlossen, aufgrund der jüngsten Entwicklungen sind nicht einmal einheimische Zuschauer dabei.

Corona sorgt zudem für eine Menge Papierkram. Das gilt auch für Scoccimarro, obwohl sie gegen das Virus geimpft ist. "Ich werde mir lieber eine Sache zu viel ausdrucken als zu wenig, falls ich sie vor Ort schriftlich benötige", sagt die 23-Jährige, die ihre Medaillen-Chance in Tokio nicht nur im Einzel bekommt.

Denn: Erstmals stehen auch die Wettkämpfe der Mixed-Teams auf dem Olympia-Programm. Frauen-Bundestrainer Claudiu Pusa, der Scoccimarro im Einzel eine Medaille zutraut, blickt auch optimistisch auf die Premiere. „Die Mannschaft ist in der Lage, ein richtig gutes Team zu werden und wir werden dort unser Bestes geben. Ich glaube, wir können als Mannschaft um die Medaillen kämpfen.“