08. Februar 2022 / 15:21 Uhr

Olympischer Hattrick perfekt: Rodel-Star Natalie Geisenberger gewinnt Gold – Anna Berreiter holt Silber

Olympischer Hattrick perfekt: Rodel-Star Natalie Geisenberger gewinnt Gold – Anna Berreiter holt Silber

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Natalie Geisenberger holt bei den Olympischen Winterspielen erneut Gold.
Natalie Geisenberger holt bei den Olympischen Winterspielen erneut Gold. © dpa (Montage)
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Nach den Siegen 2014 in Sotschi und 2018 in Pyeongchang macht Rodel-Star Natalie Geisenberger ihren olympischen Hattrick perfekt. Bei den Olympischen Spielen in China holt die 34-Jährige Gold vor Landsfrau Anna Berreiter und der Russin Tatjana Iwanowa.

Natalie Geisenberger rutschte auf Knien durch den Zielraum, weinte vor Freude und fiel Felix Loch in die Arme: Die 34-Jährige hat als erste dreimalige Olympiasiegerin im Einzel Rodel-Geschichte geschrieben und steht mit dem insgesamt fünften Gold auf einer Stufe mit Deutschlands Winter-Rekordhalterin Claudia Pechstein. Überglücklich wischte sich Geisenberger mit der Deutschland-Fahne die Tränen aus den Augen.

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Nach einer grandiosen Vorstellung im vierten Lauf lag Geisenberger 0,493 Sekunden vor ihrer Teamkollegin Anna Berreiter, die gleich bei ihrer Olympia-Premiere Silber gewann. Bronze sicherte sich die Russin Tatjana Iwanowa, die im zweiten Lauf gestürzte Top-Favoritin Julia Taubitz wurde Siebte. "Die Anspannung war gigantisch, wie vor vier Jahren auch. Der Puls ist immer noch oben", sagte Geisenbergers Ehemann Markus in der ARD.

Als erste Rodlerin entschied Geisenberger nach Siegen in Sotschi 2014 und Pyeongchang 2018 die Einzel-Konkurrenz zum dritten Mal nacheinander für sich. Seit den Spielen 1998 in Nagano hat stets eine Deutsche das olympische Rodelrennen gewonnen. Schon am Donnerstag kann Geisenberger ihr sechstes Gold gewinnen. Dann wird die neunmalige Weltmeisterin mit Olympiasieger Johannes Ludwig und einem noch zu nominierenden Doppelsitzer im Teamwettbewerb starten. Bereits die ersten beiden Team-Konkurrenzen in Sotschi und Pyeongchang hatte Deutschland jeweils für sich entschieden.

Geisenberger ging im dritten Lauf als erste Athletin in die 1475 Meter lange Bahn in den Bergen nördlich von Peking. Mit der Startnummer eins sendete sie mit dem Bahnrekord von 58,226 Sekunden gleich ein Zeichen an die Konkurrenz. Die direkt im Anschluss kommende Berreiter behielt ebenfalls die Nerven und festigte ihren zweiten Platz, lag vor dem Finale 0,330 Sekunden hinter Geisenberger. Wie schon am Vortag hatten einige Fahrerinnen Probleme mit der Kurve 13, in der Taubitz gestürzt war.

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Geisenberger-Teilnahme an den Olympischen Spielen war unsicher

Im Vorfeld der Spiele hatte Geisenberger offen über einen Verzicht nachgedacht. Zu schockierend waren die Ereignisse eines dreiwöchigen Aufenthalts in China vor dem Saisonauftakt. Trotz negativer Tests mussten die Sportler in Isolation bleiben, bekamen kein vernünftiges Essen und durften die Zimmer nur zum Training verlassen. Bei einer stundenlangen Busfahrt durften die Athleten nicht auf die Toilette, stattdessen wurde ein Kanister gereicht. Die Teilnahme an einem Weltcup in China schloss Geisenberger kategorisch aus. Während der Spiele war ihr Tonfall milder geworden, sie sprach davon, dankbar zu sein, trotz der Pandemie in China sein zu können.

Während Geisenberger an der Bahn im Yanqing Sliding Center vom deutschen Team um Olympiasieger Johannes Ludwig angefeuert wurde, fieberten in der Heimat Ehemann Markus und der im Mai 2020 geborene Sohn Leo mit. Geisenberger hatte ein Stück Familie auch in China dabei. Eine Kette mit dem Hand- und Fußabdruck von Leo als Anhänger diente der erfahrenen Athletin als Glücksbringer.

Geisenberger ist erst die zweite Mama mit olympischem Rodel-Gold. Vor ihr fuhr Steffi Martin 1984 aufs oberste Treppchen und wiederholte den Triumph vier Jahre später als Steffi Walter und Mutter erneut. In die Rennen war Geisenberger trotz aller Erfolge mit geringen Erwartungen gegangen: "Ich zähle mich zu den besten Acht und würde gerne vorne dabei sein." Nun darf sie sich deutsche Olympia-Rekordlerin nennen.

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