07. April 2021 / 16:06 Uhr

Olympia-Hoffnung: Hannovers Kanu-Flotte um Hering-Pradler auf Tokio-Kurs

Olympia-Hoffnung: Hannovers Kanu-Flotte um Hering-Pradler auf Tokio-Kurs

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hannovers Olympiakandidaten: Jakob Thordsen, Sabrina Hering-Pradler und Paulina Paszek (von links).
Hannovers Olympiakandidaten: Jakob Thordsen, Sabrina Hering-Pradler und Paulina Paszek (von links). © Privat
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Bei den ersten nationalen Qualifikationsrennen der deutschen Kanuten in Duisburg konnte Sabrina Hering-Pradler vom Hannoverschen KC (HKC) ihre herausragende Position als "beste deutsche Kanutin" unterstreichen und ihre Konkurrenz dominieren. Auch die anderen HKC-Asse Paulina Paszek und Jakob Thordsen konnten an der Wedau überzeugen.

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Zwei Hotels an der Wedau und den Bundesstützpunkt haben die deutschen Kanuten für sich gehabt. Etwa 110 waren bei den ersten nationalen Qualifikationsrennen auf der Regattastrecke in Duisburg dabei. Ihre herausragende Position hat dabei Sabrina Hering-Pradler vom Hannoverschen KC (HKC) unterstrichen. Sie gewann jeweils über 250 und 500 Meter mit klarem Vorsprung und belegte Position eins der Rangliste. „Wie Sabrina dominiert, das hat man lange nicht gesehen, sie ist aktuell wirklich die beste deutsche Kanutin“, lobte Landestrainer Jan Francik. „Es ist eine riesige Erleichterung, da das erste Rennen der Saison immer sehr hart und nervenaufreibend ist, aber es war schön, endlich wieder Rennen zu fahren. So kann es weiter gehen“, sagte Hering-Pradler.

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Niedrige Temperaturen und nur ganz leichter Gegenwind waren nahezu ideale Bedingungen. „Immerhin haben wir ja bei Kälte und Dunkelheit trainiert, und das hat sich mehr als bezahlt gemacht“, sagte Francik. Läuft es normal, dürfte die 29-jährige Hering-Pradler ihren Platz im Olympiateam sicher haben. In zwei Wochen steht aber noch eine weitere Quali-Regatta in Duisburg an, dann folgt der Weltcup – vor Mai fällt die Entscheidung in Sachen Tokio nicht.

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„Sabrina macht ihren Weg Richtung Tokio.“

„Der Druck war für mich schon sehr hoch, aber an sich hat sich für mich nichts verändert. Das viele Training kam mir allerdings zugute. Das heißt, es läuft schon alles etwas leichter für mich, da ich nicht mehr so angespannt im Kopf bin“, so Hering-Pradler. Ihr Landescoach war sich sicher: „Sabrina macht ihren Weg Richtung Tokio.“

Größer dürfte die Belastung für Paulina Paszek vom HKC gewesen sein, davon war aber nichts zu spüren. Die Polin, die auf ihre Einbürgerung wartet, fuhr auf Ranglistenplatz vier. Damit ist sie eine heiße Anwärterin auf die WM, die nach Tokio folgt. Kann sie ihre Leistung in zwei Wochen bestätigen, was ihr Francik zutraut („Paulina wird ja immer noch besser“), dürfte sie in den Bundeskader rutschen. Normalerweise sollte dafür ein Platz unter den besten sechs reichen. Erhält sie obendrein ihren deutschen Pass, könnte sie für den Deutschen Kanu-Verband bei Olympia dabei sein. Mit ihren Deutschkenntnissen kann sich die 23-Jährige am Stützpunkt in Ahlem mittlerweile jedenfalls gut verständigen.

Thordsen bleibt hannoversche Olympiahoffnung

Nicht viele Worte brauchte HKC-Ass Jakob Thordsen machen, der 20-Jährige fuhr bei den Männern auf Platz fünf. „Das war super, obwohl er wegen Prüfungsstress nicht voll trainieren konnte“, so Francik und fügte hinzu: „Immerhin sind in diesem Feld unter den besten zehn nur Weltklasseleute. Und sich dann so zu präsentierten, das fand ich sehr beruhigend.“ Thordsen bleibt eine hannoversche Olympiahoffnung.

Auf Platz sechs der U23-Rangliste fuhr Jan-Ole Prager und erfüllte damit ebenfalls alle Erwartungen. Prager ist 18 Jahre alt und ein Kandidat für die U23-Weltmeisterschaft. „Wenn du dich wie Jan-Ole so behaupten kannst gegen deutlich ältere Konkurrenten, dann spricht das für sich“, stellte Francik fest und schwärmte von seinem Quartett: „Dieses Wochenende war einfach eine Wonne. National stehen wir fantastisch da.“