20. Juli 2021 / 11:00 Uhr

Federer, Woods, Müller: Viele Top-Stars fehlen bei Olympia - aus unterschiedlichen Gründen

Federer, Woods, Müller: Viele Top-Stars fehlen bei Olympia - aus unterschiedlichen Gründen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Roger Federer, Tiger Woods und Thomas Müller sind nicht bei Olympia dabei.
Roger Federer, Tiger Woods und Thomas Müller sind nicht bei Olympia dabei. © Getty Images/IMAGO/Panthermedia (Montage)
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Verletzung, Formtief, Dopingsperre oder Überbelastung: Bei den Olympischen Spielen in Tokio fehlen viele internationale Top-Stars. Der SPORTBUZZER zeigt eine Auswahl und erklärt die Gründe für das Fernbleiben von Roger Federer & Co.

Olympische Spiele gelten als das Highlight eines vier Jahre langen Zyklus, auf das in den allermeisten Sportarten eifrig hingearbeitet wird. Dementsprechend tummeln sich zahlreiche Stars bei den Sommerspielen, das wird auch in Tokio 2021 so sein. Doch viele Superstars der Szene werden dem größten Sportfest der Welt auch fernbleiben - aus unterschiedlichsten Gründen.

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ROGER FEDERER & RAFAEL NADAL: Wie kaum ein anderes Rivalen-Duo haben Roger Federer und Rafael Nadal den Weltsport in den vergangenen 15 Jahren geprägt. In Tokio wird es zu keinem weiteren Tennis-Duell kommen, denn beide sagten ihre Teilnahme ab. Nadal, der auch auf das Turnier in Wimbledon verzichtete, will nun im August in den USA sein Comeback feiern. Federer, der am Schlusstag der Tokio-Spiele 40 wird, begründete sein Aus mit erneuten Knieproblemen. Das Duo, das zusammen 40 Grand-Slam-Titel verbucht hat, ist damit nicht alleine. Auch die Amerikanerin Serena Williams (23 Grand Slams) und die frühere Wimbledon-Siegerin Angelique Kerber aus Deutschland treten bei dem Turnier nicht an. Serbiens Starspieler Novak Djokovic hingegen ist dabei und hat weiter die Chance auf den "Golden Slam", der alle vier Grand Slams und Olympia-Einzelgold in einer Saison beinhaltet.

82 DEUTSCHE FUSSBALLER: Thomas Müller, Mats Hummels und viele weitere deutsche Fußballer wurden weit vor den Spielen als Kandidaten für die deutsche Olympia-Mannschaft gehandelt. Am Ende konnte Stefan Kuntz nicht einmal die 22 Kaderplätze besetzen. "Wir mussten im Januar eine 100er-Liste erstellen. Wir haben alle Spieler auf dieser Liste abtelefoniert. Diese 18 sind übrig geblieben", sagte ein frustrierter Coach. Für ihn sei das "kein optimales Zeichen. Es gibt sonst wohl keine Sportart, in der nicht alle möglichen Kaderplätze besetzt werden." Max Kruse und Maximilian Arnold sind die Top-Profis des Teams. Zum Vergleich: Spanien stellt gleich sechs Athleten aus seinem EM-Halbfinalteam ab.

100-METER-WELTMEISTER: Der schnellste Sprinter der Welt darf nicht starten. Der Amerikaner Christian Coleman, der 2019 bei der WM in Doha Gold über die 100 Meter gewann, verpasste in einem Jahr drei Dopingtests und wurde daraufhin gesperrt. Dass die Sperre vom Internationalen Sportgerichtshof CAS von 24 auf 18 Monate verkürzt wurde, half dem 25-Jährigen für den Jahreshöhepunkt nicht. Auch die Sprinterin Sha'Carri Richardson ist nach Cannabis-Konsum nicht dabei. Der US-Verband verzichtete auf eine Nominierung der Athletin, die sich eigentlich sportlich qualifiziert hatte. Weil die Gold-Kandidatin danach aber positiv auf die in Marihuana enthaltene Substanz THC getestet worden war, wurde ihr Erfolg bei den Trials in Eugene gestrichen und sie für 30 Tage suspendiert.

GOLF-LEGENDE: Die Titelsammlung von Tiger Woods ist schier endlos. Das Masters, die US Open, die PGA Championship: All diese Titel holte der 45-Jährige mehrere Male. Was ihm noch fehlt, ist Gold bei Olympia. 2021 wird es damit nichts, denn Woods ist nach seinem schweren Autounfall im Februar noch nicht wieder zurück, fehlte zuletzt auch bei den British Open.

DEUTSCHE GOLDGEWINNER: In Brasilien bescherten sie den deutschen Leichtathleten die einzigen Siege, in Japan sind sie gar nicht erst dabei: Diskuswerfer Christoph Harting und Speerwerfer Thomas Röhler können ihre olympischen Goldmedaillen nicht wiederholen. Der 31 Jahre alte Harting - jüngerer Bruder von Robert Harting - ist leistungsbedingt nur Ersatz, bei Röhler (29) kamen Rückenbeschwerden dazwischen.


OLYMPIA-HELDEN: Wer seit Peking Olympische Sommerspiele verfolgt, kennt die Wettbewerbe gar nicht ohne den Sprinter Usain Bolt und den Schwimmer Michael Phelps. 2008, 2012 und 2016 prägte das Duo die Wettbewerbe. Der Amerikaner sicherte sich insgesamt 23 Goldmedaillen und liegt im ewigen Medaillenspiegel meilenweit vor der kompletten Konkurrenz, von der bislang keiner auch nur eine zweistellige Anzahl an Goldmedaillen vorweisen kann. Bolt gewann dreimal das Triple (100, 200 und 4x100 Meter), wobei ihm ein Titel aus Peking nachträglich aberkannt wurde, weil Teamkollege Nesta Carter des Dopings überführt wurde. Tokio 2021 wird tatsächlich ohne Phelps und Bolt steigen, beide haben ihre Karrieren mittlerweile beendet. Der inzwischen 36 Jahre alte amerikanische Schwimmer hörte direkt im Rio-Jahr auf, Jamaikas Superstar Bolt (35) hängte noch die titellose WM in London 2017 dran und ging danach von der großen Bühne.