05. August 2021 / 14:23 Uhr

Max Lemke im Kajak-Vierer: "Alles andere als Gold wäre Enttäuschung"

Max Lemke im Kajak-Vierer: "Alles andere als Gold wäre Enttäuschung"

Tobias Gutsche
Märkische Allgemeine Zeitung
Max Lemke ist zum ersten Mal bei Olympia - und will gleich ganz nach vorne.
Max Lemke ist zum ersten Mal bei Olympia - und will gleich ganz nach vorne. © imago images/Sven Simon
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Der Potsdamer Kanute möchte es bei den Sommerspielen in Tokio seinen drei Bootspartnern gleich machen, indem er Olympiasieger wird. In 80 Sekunden Vollsprint geht es zum Ziel.

Max Lemke hat genau vor Augen, was er erreichen möchte. Wenn der Rennsportkanute auf der hintersten Position des deutschen Kajak-Vierers sitzt, dann paddeln drei Olympiasieger vor ihm. Max Rendschmidt aus Essen, Lemkes Vereinskollege Ronald Rauhe und der Dresdner Tom Liebscher haben schon unter den fünf Ringen triumphiert. „Es ist natürlich ein großer Ansporn, so etwas auch zu schaffen”, sagt der Athlet des KC Potsdam im OSC. In Tokio, bei seiner ersten Teilnahme an Sommerspielen, möchte der 24-Jährige in diesen elitären Kreis eindringen. Am Freitag geht die Mission mit dem Vorlauf los. Das Finale steigt am Samstag um 5.19 Uhr deutscher Zeit. Lemke betont nachdrücklich: „Alles andere als Gold wäre eine Enttäuschung für uns.”

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Drei WM-Titel in Folge und Weltbestzeit

Der Männer-K4 zählt zu den größten deutschen Sieghoffnungen. Schon 2016 gab es Gold. Damals in Rio mit Rendschmidt, Liebscher, Marcus Groß (Berlin) und Max Hoff (Essen) an Bord. Aber die Distanz waren noch 1000 Meter. Jetzt wurde sie halbiert, was den Sprintern Rauhe und Lemke entgegenkommt. „Das ist wirklich ein brutal harter Wettbewerb. Rund 80 Sekunden im Vollsprint”, erklärt Lemke. Die deutsche Crew beherrscht das. Ab 2017 holte sie dreimal in Folge den Weltmeistertitel, hält zudem die Weltbestzeit in 1:17,734 Minute. Die Erwartungshaltung ist entsprechend groß. „Wir haben gelernt, mit dem Druck umzugehen. Und wir empfinden das als guten Druck, denn wir wissen, dass wir die Besten sein können”, sagt Lemke.

In Bildern: Diese Aktiven aus Brandenburg gewannen bei den auf 2021 verschobenen Sommerspielen Edelmetall.

Gleich doppelt war Brandenburg am Goldgewinn des deutschen Kajak-Vierers beteiligt. Die Potsdamer Ronald Rauhe (2.v.l.) und Max Lemke (r.) gehörten ebenso zur Crew wie Max Rendschmidt aus Essen (l.) und Tom Liebscher. Rauhe beendete mit diesem Triumph seine herausragende Karriere. Zur Galerie
Gleich doppelt war Brandenburg am Goldgewinn des deutschen Kajak-Vierers beteiligt. Die Potsdamer Ronald Rauhe (2.v.l.) und Max Lemke (r.) gehörten ebenso zur Crew wie Max Rendschmidt aus Essen (l.) und Tom Liebscher. Rauhe beendete mit diesem Triumph seine herausragende Karriere. ©

Das Training stimmt ihn zuversichtlich. Individuell seien die Leistungen stark. Und im Mannschaftsboot erreichte das Quartett bei Überprüfungen Zeiten, die noch besser waren als in den WM-Jahren. „Es fühlt sich richtig gut an. Bisher war es immer unsere Stärke, dass wir zum Saisonhöhepunkt wirklich die beste Form hatten. Jetzt wird sie auf dem absoluten Höhepunkt sein”, zeigt sich der gebürtige Hesse optimistisch.

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Lemkes Weg zu den familiären Wurzeln

Seine persönlich gute Entwicklung verdankt er auch einer Veränderung. 2019 war Lemke aus Mannheim nach Potsdam gewechselt, wo auch der leitende Bundestrainer Arndt Hanisch tätig ist. „Hier gibt es die besten Bedingungen, die beste Unterstützung, die beste Trainingsgruppe”, sagt das Kraftpaket. Mit dem Umzug ins Brandenburgische schreitet Lemke auch auf familiären Spuren. Seine Mutter war Schwimmerin in Potsdam, sein Vater Ringer in Luckenwalde, wo noch einige Verwandte leben. Einige Jahre vor seiner Geburt waren Lemkes Eltern dann in die Nähe von Mannheim gezogen.

Der deutsche K4 fiebert den Rennen in Tokio entgegen: Max Lemke, Tom Liebscher, Ronald Rauhe und Max Rendschmidt (v.r.).
Der deutsche K4 fiebert den Rennen in Tokio entgegen: Max Lemke, Tom Liebscher, Ronald Rauhe und Max Rendschmidt (v.r.). © Facebook/Ronald Rauhe

Nun will er als Potsdamer auf den Olymp. „Von den Erfahrungen meiner drei Kollegen kann ich nur profitieren”, sagt Lemke. „Sie wissen, wie man bei den Spielen Gold holt.” Das Ziel ist fest im Blick.

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