14. Mai 2020 / 11:38 Uhr

Olympia war für Scoccimarro wieder ganz nah

Olympia war für Scoccimarro wieder ganz nah

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wieder am Stützpunkt: Die Zeit des Heimtrainings ist für Giovanna Scoccimarro vorbei.
Wieder am Stützpunkt: Die Zeit des Heimtrainings ist für Giovanna Scoccimarro vorbei. © Florian Petrow/Marina Mayorova
Anzeige

Corona-Gefahr im Flieger, Quarantäne in der WG, Olympia verlegt, Rückkehr an den Stützpunkt. In den vergangenen Wochen überschlugen sich die Ereignisse bei Judo-Ass Giovanna Scooccimarro. Jetzt blickt die Lessienerin gespannt in die Zukunft.

Anzeige
Anzeige

Tag der Einkleidung für Olympia verstrich

Am vergangenen Donnerstag war Olympia in den Gedanken wieder ganz nah. "Es wäre der Tag der offiziellen Einkleidung gewesen", sagt Giovanna Scoccimarro. Doch Tokio 2020 wurde abgesagt, soll nun 2021 stattfinden. Das Judo-Ass des MTV Vorsfelde hatte lange gehofft, dass Corona nicht zur Pandemie wird, wurde dann fast mit voller Wucht selbst erwischt. Im Rückflug aus dem Trainingslager gab's einen Corona-Verdacht unter den Passagieren. Bei der Landung warteten Polizei, Feuerwehr und Gesundheitsamt. Für die Lessienerin ging's vorsichtshalber in häusliche Quarantäne.

Mehr heimischer Sport

Wurfpuppen als Gegner

Scoccimarro blieb gesund, bekam kein Corona. Nach Trainingspläne für zu Hause, ist sie jetzt seit drei Wochen wieder am Olympia-Stützpunkt in Hannover. Natürlich unter Auflagen. "In den Kraftraum dürfen maximal acht Personen", erklärt die 22-Jährige, die auch wieder die Judo-Matte betritt. "Beim Zirkeltraining." Immerhin, ganz allein auf der Matte ist Scoccimarro nicht. "Wir üben an Wurfpuppen." Die werden nach der Bearbeitung desinfiziert und warten auf den nächsten Judoka.

"Wir brauchen einen Impstoff"

Training am Stützpunkt, das fühlt sich schon ein bisschen besser an. "Ich freue mich, dass die Einheiten woanders sind, nicht mehr nur Zuhause", sagt Wolfsburgs Sportlerin des Jahres. Dass der sportliche Bewegungsradius viel größer wird, glaubt sie nicht. Vielleicht geht es in näherer Zukunft nach Kienbaum ins olympische Trainingszentrum. Ansonsten: "Ich persönlich finde, dass Reisen zu Wettkämpfen ins Ausland in diesem Jahr unverantwortlich wären. Zuerst brauchen wir einen Impfstoff."

Judo-Grand-Slam in Düsseldorf: Der Medaillenkampf von Giovanna Scoccimarro. Zur Galerie
Judo-Grand-Slam in Düsseldorf: Der Medaillenkampf von Giovanna Scoccimarro. © Marina Mayorova

Ein Kreis würde sich schließen

Scoccimarro hält es für realistisch, dass der große Judo-Zirkus wieder mit dem Grand Slam in Düsseldorf 2021 einsteigt. Dann würde sich ein Kreis schließen. Im Februar dieses Jahres hatte Scoccimarro ausgerechnet an diesem Ort ihr Olympia-Ticket gelöst, ehe Corona den Sport stoppte. Olympia. Da ist es wieder in den Gedanken der 22-Jährigen. Und wirft bei ihr Fragen auf: "Finden die Spiele nächstes Jahr statt? Bleibt die Nominierung definitiv bestehen?" Scoccimarro trainiert derweil das, was möglich ist. Doch nicht nur die eingeschränkten Möglichkeiten sind ungewohnt. Neu ist auch, dass man zurzeit "nicht weiß, auf was man hintrainiert". Bis Antworten auf die Fragen folgen und Judo wieder so ausgeübt werden kann wie in der Zeit bevor Corona kam.