04. Mai 2021 / 13:35 Uhr

Olympiastützpunkt trennt sich von Chemnitzer Turn-Trainerin Frehse

Olympiastützpunkt trennt sich von Chemnitzer Turn-Trainerin Frehse

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Gabriele Frehse will gegen ihre Kündigung durch den OSB vorgehen.
Gabriele Frehse will gegen ihre Kündigung durch den OSB vorgehen. © picture alliance / Catalin Soare/dpa
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Der Vorstand des Olympia-Stützpunktes Sachsen hat entschieden: Das Arbeitsverhältnis mit der Turn-Trainerin Gabriele Frehse ist beendet worden. Ex-Weltmeisterin Pauline Schäfer und weitere Turnerinnen hatten der Chemnitzerin unter anderem Schikane während des Trainings vorgeworfen. Eine durch den DTB beauftragte Frankfurter Kanzlei ist mit der Aufklärung in 17 Fällen betraut. Frehse will Athletinnen weiterhin auf die Sommerspiele vorbereiten.

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Chemnitz. Der Olympiastützpunkt Sachsen (OSP) hat sich von der Chemnitzer Turn-Trainerin Gabriele Frehse getrennt. „Das Arbeitsverhältnis zwischen dem OSP Sachsen und der Trainerin Gabriele Frehse wurde beendet“, teilte OSP-Leiter Thomas Weise am Dienstag auf Anfrage mit. Wegen des „sensiblen Vorgangs“ wolle man keine weiteren Details nennen, hieß es vom OSP. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

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Ehrenamt beim TuS Chemnitz-Altendorf

Gegen die Kündigung will Frehse nach eigenen Angaben vorgehen. „Ich bin davon überzeugt, dass diese Kündigung einer gerichtlichen Prüfung nicht standhalten wird und ich wieder eingestellt werden muss. Das letzte Wort darüber wird also nicht der DTB oder der OSP, sondern das Arbeitsgericht haben“, sagte Frehse dem Online-Portal „gymmedia.de“ in einem Interview. Der Anwalt von Frehse war für eine Stellungnahme angefragt.

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Der Trainerin wird von einer Reihe von ehemaligen Sportlerinnen um Ex-Weltmeisterin Pauline Schäfer vorgeworfen, sie im Training schikaniert, Medikamente ohne ärztliche Verordnung verabreicht und keinen Widerspruch zugelassen zu haben. Frehse hatte die Vorwürfe, über die das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ als erstes berichtete, mehrfach bestritten. Der Deutsche Turner-Bund (DTB) hatte von einer Frankfurter Anwaltskanzlei einen unabhängigen Untersuchungsbericht zu den Vorwürfen erstellen lassen, dessen genaue Inhalte Frehse bislang nicht einsehen konnte. Auch dagegen läuft inzwischen eine Klage.

In dem Interview kündigte Frehse an, nun zunächst ihrem Verein TuS Chemnitz-Altendorf als ehrenamtliche Übungsleiterin zur Verfügung zu stehen. Damit solle „das Training für die aktuellen Athletinnen vollumfänglich durchgeführt und aufrechterhalten werden“, erklärte sie. Frehse fügte hinzu: „Denn das Wichtigste, was uns auch alle einen sollte, ist doch, dass den Turnerinnen eine optimale Vorbereitung auf Olympia ermöglicht werden kann.“

Das lehnt der DTB ab. „Jedwede andere Tätigkeit von Frau Frehse im Zusammenhang mit der Betreuung von Athletinnen am Olympiastützpunkt/Bundestützpunkt ist ausgeschlossen. Dies ist mit dem Landessportbund Sachsen vereinbart worden. Wir sehen diesbezüglich den Olympiastützpunkt in der Verantwortung“, teilte der DTB mit.

dpa