17. Juni 2021 / 19:29 Uhr

OlympiJAAA! Ganz Ehra-Lessien freut sich mit Judo-Ass Scoccimarro

OlympiJAAA! Ganz Ehra-Lessien freut sich mit Judo-Ass Scoccimarro

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Und die ganze Gemeinde freut sich mit: Bürgermeister Jörg Böse hofft auf ein Public Viewing, wenn Giovanna Scoccimarro um Olympia-Medaillen kämpft.
Und die ganze Gemeinde freut sich mit: Bürgermeister Jörg Böse hofft auf ein Public Viewing, wenn Giovanna Scoccimarro um Olympia-Medaillen kämpft. © IJF/LSW
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Hurra, das ganze Dorf ist da! So könnte es sein, wenn Giovanna Scoccimarro bei den Olympischen Spielen in Tokio um die Medaillen kämpft. Klar, vor Ort in Japan werden die Einwohner von Lessien - dem Heimatort des Judo-Asses - nicht sein. Dürften sie aufgrund des Verbots von ausländischen Zuschauern auch nicht. Aber wenn es zum erhofften Public Viewing kommt, dürfte es im Schützenheim so voll werden wie es die dann bestehenden Corona-Bestimmungen erlauben.

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Jubel bei Giovanna Scoccimarro, Jubel in einer ganzen Gemeinde: Das Judo-Ass aus Lessien hat die Qualifikation für Tokio seit Dienstag erneut in der Tasche. Die Nominierung für Olympia, die die 23-Jährige bereits 2020 geschafft hatte, wurde bestätigt. Jetzt fiebert das Örtchen Lessien und die ganze Gemeinde den Olympischen Spielen entgegen.

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Ehra-Lessiens Bürgermeister Jörg Böse: "Das ist eine super Nachricht!" In der Gemeinde Ehra-Lessien leben 2000 Menschen, das Örtchen Lessien hat gut 400 Einwohner. Wie viele von ihnen schon bei Olympia gestartet sind? "Jetzt eine", freut sich der Bürgermeister.

Mehr über Giovanna Scoccimarro

Klar, mittlerweile lebt und arbeitet Scoccimarro in Hannover, macht natürlich auch ihrem Verein, dem MTV Vorsfelde, mit der Olympia-Quali eine Riesenfreude, aber ihre Familie wohnt weiter in Lessien. Erst kürzlich hat sie im Elternhaus ihre sicherheitshalber angesetzte Heim-Quarantäne verbracht. Die Verbindung zum Dorf ist eng geblieben.

Ein weiteres Bespiel: Jenny Reissig, Vorgängerin von Böse im Amt und selbst acht Jahre lang in der Judo-Nationalmannschaft aktiv, schenkte Scoccimarro 2013 beim Neujahresempfang ihren Schwarzen Gürtel.

Auch Böse hat den sportlichen Werdegang der sportlichen Lessienerin mitverfolgt. "Glückwunsch an Giovanna, dass sie dabei ist. Ich bin davon ausgegangen, dass es klappt, auch wenn sie das letzte Abschneiden bei der WM ein wenig hat Zittern lassen. Aber eigentlich war der Vorsprung in der Quali ja zu groß. Jetzt ist alles schön. Sie ist die erste aus der Gemeinde, die das geschafft hat. Das ist für so einen kleinen Ort eine große Sache und kommt nicht alle Tage vor. Einfach super."

Der Bürgermeister freut sich auch für die ganze Familie Scoccimarro. "Eine absolut Judo-begeisterte Familie. Ich habe die Mutter gerade letzte Woche getroffen, da hat sie sich schnell eine Zeitung besorgt, um zu gucken, was über Giovanna berichtet wird. Die Soccimarros stehen voll dahinter, leben dafür, unterstützen ihre Tochter in jedweder Hinsicht."

Ein ganzes Dorf, eine ganze Gemeinde freut sich nun mit, fiebert den Olympischen Spielen entgegen. Die starten am 24. Juli, vier Tage später geht Scoccimarro laut Zeitplan auf die Matte. Am 31. Juli hat sie im Team-Wettbewerb eine weitere Medaillenchance. Vor Ort sind aufgrund der Pandemie keine ausländischen Zuschauer erlaubt, selbst ihre Familie darf nicht in der Halle sein. Doch die sinkenden Corona-Zahlen im Landkreis machen Hoffnung auf ein Public Viewing im Schützenhaus von Lessien.

"Das kann ich mir gut vorstellen. Die IGEL (Interessengemeinschaft Ehra-Lessien; Anmerkung der Redaktion) hatte schon im vergangenen Jahr gesagt, da machen wir was. Ich denke, das werden wir auch hinkriegen, dass wir ein Public Viewing anbieten können. Immer gesetzt den Fall, man darf es und kann es machen." Tokio ist übrigens sieben Stunden voraus. Es sieht also im Fall der Fälle nach einer Abend- und Nachtveranstaltung in Lessien aus.

Und welche Wünsche schickt der Bürgermeister der Sportlerin mit auf die Reise? "Dass alles in Tokio stattfinden kann. Gesundheit. Fitness. Gute, tolle und erfolgreiche Kämpfe - und dann einfach gucken, wie weit es geht."

Gucken wird die ganze Gemeinde. "Das ist das erste Mal. dass wir so etwas erleben dürfen. Das macht einen schon stolz. Auch wenn wir jetzt selbst da nicht kämpfen. Das ist ihr Erfolg. Aber für unsere Gemeinde ist das eine tolle Sache."