02. Februar 2021 / 15:06 Uhr

"Ich will kein Geld, ich will nur weg": Villas-Boas reicht nach Transfer-Ärger Rücktritt in Marseille ein

"Ich will kein Geld, ich will nur weg": Villas-Boas reicht nach Transfer-Ärger Rücktritt in Marseille ein

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
André Villas-Boas hat seinen Rücktritt bei Olympique Marseille eingereicht.
André Villas-Boas hat seinen Rücktritt bei Olympique Marseille eingereicht. © imago images/PanoramiC
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Wieder Ärger bei Olympique Marseille: Nach der Fan-Randale auf dem Trainingsgelände hat nun Trainer André Villas-Boas laut "RMC Sport" mit markigen Worten seinen Rücktritt eingereicht. Grund für den geplanten Rückzug des Portugiesen ist die Transfer-Politik des Traditionsvereins.

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Olympique Marseille kommt einfach nicht zur Ruhe. Nachdem Fans am vergangenen Wochenende auf dem Trainingsgelände randaliert und damit ihrem Ärger über die sportliche Misere des stolzen Traditionsklubs Luft gemacht hatten, hat nun offenbar Trainer André Villas-Boas seinen Rücktritt beim Tabellenneunten der französischen Ligue 1 eingereicht. Entsprechend wird der Portugiese zumindest von RMC Sport zitiert. Grund dafür soll eine aus Sicht des früheren Chelsea-Trainers verfehlte Transfer-Politik sein.

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Der Stein des Anstoßes war der letzte Tag des Transferfensters, an dem die Franzosen Flügelspieler Nemanja Radonjic an Hertha BSC abgaben und als Ersatz Olivier Ntcham von Celtic Glasgow verpflichteten - einen zentralen Mittelfeldspieler. "Dies ist eine Entscheidung, die ich nicht getroffen habe", betonte der Trainer. "Er ist ein Spieler, zu dem ich Nein gesagt habe. Ich war mir der Verpflichtung nicht bewusst, ich habe es erst herausgefunden, als ich aufgewacht bin und auf die Homepage von OM geschaut habe." Er "liebe" den Verein, "aber wenn sie mir einen vorsetzen wollen, der nicht die gleichen Eigenschaften hat, wie derjenige, der gegangen ist..."

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Er habe daraufhin "seinen Rücktritt eingereicht und gesagt, dass ich mit der sportlichen Ausrichtung nicht einverstanden bin", so der 43-Jährige, dessen Vertrag am Ende der Saison ausläuft. Nun läuft alles auf eine vorzeitige Trennung hinaus. Villas-Boas deutlich: "Ich will kein Geld, ich will nur weg." Auch der kurzfristige Abgang von Radonjic habe ihn verärgert. "Als Nemanja wegging, wurde ich erst am Abend informiert", klagte der Coach, der zunächst als Scout für José Mourinho arbeitete (unter anderem in Porto, bei Chelsea und Inter Mailand) und später als Cheftrainer bei Porto (2010/11), Chelsea (11/12), Tottenham (12/13), Zenit St. Petersburg (14-16) und Shanghai SIPG (16/17) tätig war, ehe er im Juli 2019 bei OM anheuerte.

Ob Villas-Boas am Mittwoch gegen RC Lens noch auf der Bank von Marseille sitzt, scheint offen: "Wir machen einfach weiter, bis das Management sagt, ich soll gehen." Laut RMC Sport sollen die OM-Bosse das Rücktrittsgesuch akzeptiert haben. Der US-Amerikaner Frank McCourt müsste allerdings ebenfalls zustimmen. Der Unternehmer aus Boston gilt als Vertrauter des Trainers, der in seinen 60 Spielen bei OM bisher 1,67 Punkte holte und in der Corona-bedingt abgebrochenen Vorsaison mit seiner Mannschaft hinter Paris Saint-Germain starker Zweiter wurde. In der Champions League schied Olympique in der Vorrunde als Gruppenletzter aus. Als Kandidat für die Nachfolge von Villas-Boas wurde zuletzt Ex-BVB-Trainer Lucien Favre genannt.