02. Februar 2021 / 17:52 Uhr

Olympique Marseille gibt offiziell bekannt: Ligue-1-Klub trennt sich von Trainer André Villas-Boas

Olympique Marseille gibt offiziell bekannt: Ligue-1-Klub trennt sich von Trainer André Villas-Boas

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 André Villas-Boas ist nicht mehr Trainer von Olympique Marseille.
André Villas-Boas ist nicht mehr Trainer von Olympique Marseille. © imago images/PanoramiC
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Die Wege von Olympique Marseille und Trainer André Villas-Boas trennen sich. Der Ligue-1-Klub bestätigte die Entlassung des 43-Jährigen am Dienstag. Kurz zuvor hatten französische Medien über ein Rücktritts-Angebot des Portugiesen berichtet.

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Trainer-Wirbel bei Olympique Marseille. Kurz nachdem französische Medien berichteten, dass Chef-Coach André Villas-Boas seinen Rücktritt angeboten habe, ist das Aus des 43-Jährigen besiegelt. Der Ligue-1-Klub gab die Entscheidung am Dienstag bekannt. Villas-Boas war nach der anhaltenden Negativ-Serie von Marseille in den vergangenen Wochen zunehmend in die Kritik geraten. Nun zog der Verein die Reißleine. "Die Kommentare, die heute auf einer Pressekonferenz in Bezug auf Pablo Longoria, den für Fußball zuständigen Generaldirektor, gemacht wurden, sind inakzeptabel", erklärte der Verein in der Pressemitteilung und kündigte weitere Schritte an. "Alle Sanktionen gegen André Villas-Boas werden am Ende eines Disziplinarverfahrens verhängt."

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Zuvor hatte sich der portugiesische Übungsleiter unter anderem über die verfehlte Transfer-Politik des Klubs echauffiert. Ein Hauptgrund war die Vorgehensweise der Verantwortlichen am Deadline-Day, an dem die Franzosen Flügelspieler Nemanja Radonjic an Hertha BSC abgaben und als Ersatz Olivier Ntcham von Celtic Glasgow verpflichteten - einen zentralen Mittelfeldspieler. "Dies ist eine Entscheidung, die ich nicht getroffen habe", betonte der Trainer. "Er ist ein Spieler, zu dem ich Nein gesagt habe. Ich war mir der Verpflichtung nicht bewusst, ich habe es erst herausgefunden, als ich aufgewacht bin und auf die Homepage von OM geschaut habe." Er "liebe" den Verein, "aber wenn sie mir einen vorsetzen wollen, der nicht die gleichen Eigenschaften hat, wie derjenige, der gegangen ist ...".

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Villas-Boas habe daraufhin "seinen Rücktritt eingereicht und gesagt, dass ich mit der sportlichen Ausrichtung nicht einverstanden bin", so der 43-Jährige, dessen Vertrag am Ende der Saison ausläuft. Nun läuft alles auf eine vorzeitige Trennung hinaus. Villas-Boas deutlich: "Ich will kein Geld, ich will nur weg." Auch der kurzfristige Abgang von Radonjic habe ihn verärgert. "Als Nemanja wegging, wurde ich erst am Abend informiert", klagte der Coach, der zunächst als Scout für José Mourinho arbeitete (unter anderem in Porto, bei Chelsea und Inter Mailand) und später als Cheftrainer bei Porto (2010/11), Chelsea (11/12), Tottenham (12/13), Zenit St. Petersburg (14-16) und Shanghai SIPG (16/17) tätig war, ehe er im Juli 2019 bei OM anheuerte.

Favre als möglicher Nachfolger?

Mit dem Aus des 43-Jährigen beginnt in Marseille die Suche nach einem geeigneten Nachfolger. Ein möglicher Kandidat ist wohl auch Ex-BVB-Trainer Lucien Favre, der erst im Dezember 2020 bei der Borussia entlassen und von seinem vorherigen Co-Trainer Edin Terzic beerbt wurde. Wie der französische Experte Simone Rovera bei Téléfoot Chaine berichtete, war Favre bereits vor der Entlassung von Villas-Boas im Visier der Franzosen.