24. März 2020 / 18:39 Uhr

So reagieren die Brandenburger Sportler auf Olympia-Verschiebung

So reagieren die Brandenburger Sportler auf Olympia-Verschiebung

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Canadier-Zweier der Männer: Sebastian Brendel und Jan Vandrey gewinnen mit starkem Finish. „Unser Endspurt ist gut gekommen“, sagt Brendel nach seinem zweiten Gold.
Jan Vandrey (stehend) gewann bei den Olympischen Sommerspielen in Rio 2016 Gold mit seinem Potsdamer Teamkollegen Sebastian Brendel. © dpa
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Olympia 2020: Zahlreiche Brandenburger Spitzensportler trainieren seit Monaten und Jahren auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio hin, nun wurden sie verschoben. Der SPORTBUZZER hat sich unter den Sportlern umgehört, wie die Entscheidung ankommt:

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Nach einer langen Hängepartie fiel gestern die Entscheidung: Die Olympischen Sommerspiele in Tokio 2020 werden verschoben. Das Internationale Olympische Komitee habe seinem Vorschlag zugestimmt, die Wettkämpfe erst 2021 auszutragen, sagte der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe.

Sorgen um Dopingkontrollsystem

Bei den Brandenburger Olympiakandidaten findet die Entscheidung großen Anklang. „Es ist die einzig richtige Entscheidung. Es wären sonst überhaupt keine fairen Bedingungen mehr gewesen, weil man nicht weiß, wie sich die Lage weiter entwickelt“, sagt etwa Jan Vandrey. Der Kanute des KC Potsdam gewann 2016 in Rio im Canadier-Zweier mit seinem Potsdamer Teamkollegen Sebastian Brendel Gold. Die Fairness sei zum einen durch die unterschiedlichen Trainingsbedingungen nicht gewährleistet. „In manchen Kontinenten ist der Ausbruch noch nicht so stark. Wenn wir vielleicht wieder trainieren können, fängt es dort vielleicht erst richtig an“, erklärt der 28-Jährige. Zum anderen „bricht gerade das Dopingkontrollsystem zusammen“, sagt Vandrey, der für eine Verschiebung um „Minimum ein Jahr“ plädiert.

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Brandenburgs Sportler des Jahres seit 1998. ©

Auch Schwimmer Christian Diener ist dieser Meinung. „Ich glaube nicht, dass die Corona-Krise schon in zwei, drei Monaten vorbei ist. Deshalb ist ein Jahr genau der richtige Zeitraum für die Verschiebung. Vielleicht können die Olympischen Spiele 2021 dann so etwas wie ein Neuanfang sein“, sagt der Rückenspezialist des Potsdamer SV, der bei den Spielen in Rio vor vier Jahren Platz sieben über 200 Meter belegte. „Für mich ist es ein gutes Zeichen, dass sie nur verschoben wurden und nicht ganz ausfallen, davor hatte ich die meiste Angst“, erklärt der 26-Jährige, der noch nicht genau weiß, wie die Saison für ihn jetzt weitergehen wird.

Mehr Brandenburger Stimmen

Geher Hagen Pohle begrüßt die Verschiebung ebenfalls. „Ich habe schon tagelang auf diese Entscheidung gewartet. Ich hätte am vergangenen Samstag Olympia-Qualifikation gehen sollen. Als die abgesagt wurde vor knapp zwei Wochen, war es schon schwer, mich zu motivieren. Und ich denke, dass es in der aktuellen Situation auch Wichtigeres gibt als Sport. Und auch als Sportler sollten wir so selten wie möglich rausgehen, das können wir jetzt besser einhalten“, erklärt der Sportler des SC Potsdam.

Was passiert mit den Quali-Punkten?

Als „beste und vernünftigste Entscheidung für die aktuelle Situation“ bezeichnet Janine Kohlmann die Verschiebung. „Keiner weiß, wie lange das noch geht und ob ein paar Monate überhaupt ausreichen würden. Es ist alles sehr schade, aber wir müssen es akzeptieren, Gesundheit ist das Wichtigste und ich bin froh, dass jetzt endlich eine Entscheidung kam“, sagt die Moderne Fünfkämpferin, die sehr stark ins Jahr gestartet war und hofft, dass die bereits gesammelten Punkte für die Olympia-Qualifikation übernommen werden.

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