22. November 2022 / 15:23 Uhr

Bericht: DFB zieht wegen Verbot der "One Love"-Binde vor den Internationalen Sportgerichtshof

Bericht: DFB zieht wegen Verbot der "One Love"-Binde vor den Internationalen Sportgerichtshof

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der DFB um Präsident Bernd Neuendorf (rechts) will wohl juristisch gegen das von der FIFA verhängte Verbot der One Love-Binde bei der WM in Katar vorgehen.
Der DFB um Präsident Bernd Neuendorf (rechts) will wohl juristisch gegen das von der FIFA verhängte Verbot der "One Love"-Binde bei der WM in Katar vorgehen. © Christian Charisius/dpa
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Der DFB will offenbar juristisch gegen das von der FIFA verhängte Verbot der "One Love"-Binde bei der WM in Katar vorgehen. Das berichtet die Bild. DFB-Mediendirektor Steffen Simon bestätigt, dass man prüfe, ob die FIFA rechtmäßig gehandelt habe.

Nach dem faktischen Verbot der "One Love"-Binde durch die FIFA will der DFB im Streit mit dem Fußball-Weltverband offenbar den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne einschalten. Dies berichtet die Bild. Bei der Ad-hoc-Division des CAS solle die Möglichkeit eines Antrags auf vorläufigen Rechtsschutz geprüft werden. Eine Entscheidung könne dann binnen 48 Stunden fallen. Dass Manuel Neuer im ersten WM-Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft am Mittwoch gegen Japan (14 Uhr/ARD und Magenta TV) mit der mehrfarbigen Binde auflaufen kann, ist somit aber weiterhin ausgeschlossen. Dem DFB geht es vielmehr um das folgende Spiel gegen Spanien am Sonntag, die Partie gegen Costa Rica am 1. Dezember und etwaige Begegnungen in der K.o.-Runde.

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DFB-Mediendirektor Steffen Simon erklärte der Bild: "Die FIFA hat uns ein Zeichen für Diversität und Menschenrechte verboten. Sie hat dies mit massiven Androhungen sportlicher Sanktionen verbunden, ohne diese zu konkretisieren. Der DFB prüft, ob dieses Vorgehen der FIFA rechtmäßig war." Der Weltverband hatte das Tragen der Binde, die unter anderem für Diversität und Toleranz steht, mit dem Verweis auf ihre Ausrüstungsvorschriften begründet. Ein Zuwiderhandlung hätte eine Gelbe Karte - und damit eine mögliche Sperre im weiteren Turnierverlauf für den Kapitän - zur Folge. Auch weitere Sanktionen wären offenbar möglich.

Der DFB hatte ebenso wie andere europäische WM-Teilnehmer von dem Plan Abstand genommen, die "One Love"-Binde während der Veranstaltung in Katar, das wegen der dortigen Menschrechtssituation massiv in der Kritik steht, zu tragen. Nach Angaben der Bild wäre eine CAS-Entscheidung zu Gunsten des DFB bis zu einem möglichen Finale verbindlich. Erst nach der WM würde es zu einem Hauptverfahren kommen.

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