22. November 2022 / 09:31 Uhr

"One Love"-Verbot der FIFA: So denken England-Trainer Southgate, Bayern-Boss Kahn und Co. darüber

"One Love"-Verbot der FIFA: So denken England-Trainer Southgate, Bayern-Boss Kahn und Co. darüber

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Englands Nationaltrainer Gareth Southgate (links), Niederlande-Kapitän Virgil van Dijk und Bayern-Boss Oliver Kahn haben sich zum Verbot der One-Love-Binde geäußert.
Englands Nationaltrainer Gareth Southgate (links), Niederlande-Kapitän Virgil van Dijk und Bayern-Boss Oliver Kahn haben sich zum Verbot der One-Love-Binde geäußert. © dpa/Getty (Montage)
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Eigentlich sollte der Sport am Montag bei der WM für Schlagzeilen sorgen – doch die Politik rückt mehr und mehr in den Mittelpunkt der Diskussionen. Die Auseinandersetzung zwischen acht europäischen Verbänden und dem Weltverband FIFA um das Tragen der "One Love"-Kapitänsbinde sorgte für viel Wirbel. Einige Stars aus der Fußball-Branche reagierten bereits mit einer klaren Haltung.

Die Debatte um das Verbot der "One Love"-Kapitänsbinde bestimmt bei der WM in Katar weiterhin die Schlagzeilen abseits des Platzes. "Der DFB sowie die anderen Verbände sind hier sehenden Auges in das Dilemma geraten. Man ist mit einer an sich gut gemeinten Idee eines Zeichens der FIFA ins offene Messer gelaufen, denn bei diesen Themen war die FIFA immer streng und konsequent und konnte sich einfach auf die Regularien berufen", schrieb der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe bei Twitter: "Es war ein wenig blauäugig zu denken, die FIFA würde das – noch dazu bei einer WM in Katar – einfach so hinnehmen. Typisch FIFA."

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Auch Vorstands-Boss Oliver Kahn vom deutschen Rekordmeister Bayern München glaubt, dass der Hauptfehler in der Zeit vor dem Turnier gemacht worden sei. Die Aktion sei "vor vielen Wochen vorgestellt und erklärt worden. Die FIFA hätte sich viel früher mit den nationalen Verbänden dazu kurzschließen können. Dass es keinen Dialog zu diesem Thema gab, ist ein Fehler", sagte der frühere Nationaltorwart der Bild-Zeitung.

Deutschlands Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus ist derweil enttäuscht darüber, "dass wir den Fußball nicht so genießen können, wie wir es gerne wollen". Die Spieler hätten ihre Meinung klar gesagt, müssten sie aber "nicht jeden Tag wiederholen", befand der Sky-Experte in seiner Kolumne. Irgendwann müsse "man auch seiner eigentlichen Aufgabe nachkommen".

Irland-Legende Keane geht Kapitäne an

Irlands Fußball-Ikone Roy Keane kritisierte derweil den englischen Stürmerstar Harry Kane und andere Kapitäne von WM-Teams, die auf Druck der FIFA ihre "One Love"-Binde abgelegt haben. Das sei "ein großer Fehler" gewesen, sagte Keane als Experte bei ITV Football: "Ich denke, die Spieler hätten es im ersten Spiel tun und sich die Bestrafung abholen sollen – was auch immer das wäre." Auch wenn Kane dafür die Gelbe Karte kassiert hätte, "wäre das ein großartiges Statement" gewesen, meinte Keane: "Unabhängig vom Druck von Außen und von den Verbänden: Wenn es das ist, woran du glaubst, dann tue es."

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Englands Nationaltrainer Gareth Southgate gab derweil zu, dass der Wirbel um das symbolträchtige Stück Stoff mit dem bunten Herzen und der Aufschrift "One Love" alles andere als ideal für die Vorbereitung auf das Auftaktspiel gegen den Iran (6:2) gewesen sei. "Wir mussten uns auf den Fußball konzentrieren. Wir konnten da nicht involviert sein, vor allem die Spieler nicht. Das ist nicht ihre Aufgabe, das zu regeln", sagte Southgate und fügte an: "Die Menschen wissen, wofür wir stehen. Wir knien, weil wir glauben, damit etwas bewirken zu können."

Noch vor einer Woche hatte der englische Verband FA angekündigt, die Aktion selbst bei drohenden Strafen durchziehen zu wollen. "Die Diskussionen waren zwischen den Nationen und der FIFA. Ich verstehe die Situation der FIFA. Es ist schwierig, irgendwo eine Linie zu ziehen", sagte Southgate. Torjäger Kane hatte am Montag betont: "Die Entscheidung wurde aus meinen Händen genommen. Ich bin enttäuscht." Auch der niederländische Kapitän Virgil van Dijk zeigte kein Verständnis für das Verbot und für das Verhalten der FIFA. "Das ist total lächerlich, mit einer Strafe zu drohen wegen eines Armbands. Ich verstehe das nicht", sagte der niederländische Abwehrchef nach dem 2:0-Auftaktsieg von Oranje gegen den Senegal.

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