03. September 2019 / 11:38 Uhr

Opa - Der Holstein-Blog: Holstein Kiels Kader-Qualität reicht für sorgenfreie Saison

Opa - Der Holstein-Blog: Holstein Kiels Kader-Qualität reicht für sorgenfreie Saison

Andreas Geidel
Kieler Nachrichten
Holstein-Experte Andreas Opa Geidel analysiert den Saisonstart der Störche.
Holstein-Experte Andreas "Opa" Geidel analysiert den Saisonstart der Störche. © Andrè Haase
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Statt neuer Spieler sind in Kiel harte Arbeit und bedingungslose Leidenschaft gefragt

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Auch Fußball-Zweitligist Holstein Kiel ist zum Ende der Transferperiode noch einmal aktiv geworden. Dies allerdings nur mit der Abgabe von Noah Awuku, der auf Leihbasis zum Drittligisten Chemnitzer FC an die Seite des Ex-Storches Niklas Hoheneder wechselt. Der 19-jährige Angreifer verlässt erstmals sein vertrautes Umfeld an der Förde. Bei den um den Klassenerhalt kämpfenden Himmelblauen erwartet Awuku nicht nur sportlich eine große Herausforderung. Der CFC ist wegen rechtsradikaler Tendenzen in der Fan-Szene in die Negativ-Schlagzeilen geraten und wird von massiven wirtschaftlichen Problemen geplagt.

Hätte Fabian Wohlgemuth auf der Gegenseite den Kader der Zweitliga-Profis zwanghaft verstärken müssen? Die Antwort lautet: nein!

Denn trotz des Verletzungspechs von Rechtsverteidiger Jannik Dehm (Schienbeinbruch) und bei allem Respekt vor der Konkurrenz in der Liga steckt genügend Qualität im KSV-Aufgebot. Mit dem südkoreanischen Offensiv-Allrounder Jae-Sung Lee (Donnerstag in Istanbul Test gegen Georgien, am nächsten Dienstag WM-Quali in Ashgabat/Turkmenistan), Rechtsverteidiger Dakor Todorovic (mit Bosnien-Herzegowina EM-Quali zunächst am Donnerstag in Zenica gegen Liechtenstein und am Sonntag in Jerewan/Armenien) und Flügel-Neuzugang Salim Khelifi (mit Tunesien zunächst am Freitag gegen Mauretanien, dann am nächsten Dienstag gegen die Elfenbeinküste) fehlen den Störchen drei aktuelle A-Nationalspieler in der anstehenden Länderspielpause. Dazu kommt das Trio Janni Serra, Makana Baku (beide Sturm) und Salih Özcan (Mittelfeld) - kein anderer Klub stellt mehr Akteure für die deutsche U21-Auswahl von Trainer Stefan Kuntz ab, die am Donnerstag in Zwickau gegen Griechenland testet und am kommenden Dienstag im Rahmen der EM-Qualifikation in Wrexham die Hürde Wales nehmen will.

Bei der nächsten Zweitliga-Aufgabe der Störche in Heidenheim (14. September) ist die Rotsperre des Mittelfeld-Strategen Jonas Meffert abgelaufen, dürfte auch der Pferdekuss von Antreiber Alexander Mühling ausgeheilt sein. Selbst bei Mittelfeld-Talent Philipp Sander (Muskelfaserriss) dürfte die Ausfallzeit nicht allzu lange andauern, Kollege Finn Porath verharrt in Lauerstellung.

Selbst ohne Baku, Lee, Serra und Khelifi kann Cheftrainer Andre Schubert mt David Atanga, Emmanuel Iyoha, Lion Lauberbach und Daniel Hanslik am Donnerstag im Test beim Drittligisten SV Meppen (18 Uhr) ein Offensiv-Quartett ins Rennen schicken, das Talent-Entwicklern anderenorts durchaus ein anerkennendes Kopfnicken abringen würde.

Und in den hinteren Regionen? Auch dort macht die Mischung zwischen stresserprobten Routiniers wie „Jojo“ van den Bergh, Dominik Schmidt, Hauke Wahl, Stefan Thesker oder Aleksandar Ignjovski sowie aufstrebenden Youngstern wie Phil Neumann und dem noch nicht zum Einsatz gekommenen Young-Jae Seo Mut.

Hätte Holstein-Sportchef Fabian Wohlgemuth auf den letzten Drücker personell zwanghaft nachrüsten müssen? Und nochmal: nein!

Der HSV (Harnik) oder der VfB Stuttgart (Förster aus Sandhausen für drei Millionen Euro Ablöse) verfolgen andere Ziele, müssen den Aufstieg ohne Abstriche und mit hohen Personalkosten anvisieren. Um aber „nur“ eine sorgenfreie Saison (einstelliger Tabellenplatz) auf den Rasen zu bringen, reicht die aktuelle Qualität des Holstein-Kaders.

Andre Schubert steht in der Pflicht, das bislang nur auf Sparflamme lodernde Feuer in stärkerem Maße zu entfachen. Mit breiter Brust und gesundem Selbstbewusstsein voran zu gehen. Sicher, junge Spieler durchschreiten Wellentäler. Auch benötigt ein Aufgebot mit 14 neuen Akteuren Zeit, um sich Richtung Optimum zu nähern. Wer aber derartige Formulierungen zu oft verwendet, nährt den Verdacht, Entschuldigungen für sich und den Entwicklungsprozess der Talente zu suchen. Und damit eine für den Profifußball gefährliche Komfortzone zu errichten.

Gerade deshalb ist in der Anfangsphase einer Saison extremer Input von außen erforderlich, sind fühlbares Herzblut für die Sache und gelebte Leidenschaft oberste Gebote der Stunde.

Platz 15 und nur fünf Treffer nach fünf Spieltagen lassen gehörig Luft nach oben. Unabhängig von der starken zweiten Halbzeit beim unglücklichen 1:2 gegen den FC St. Pauli und dem leistungsmäßigen Rückschritt beim glücklichen 1:1 gegen Aue. Ab sofort sollte jedes Punktspiel und auch jeder Test den Charakter eines Pokalspiels besitzen.

Meppen, Heidenheim (A), Hannover 96 (H), Fürth (A), Regensburg (H) – das sind die Prüfungen bis zur nächsten Länderspielpause. Ein unbefriedigendes Zwischenzeugnis zum Oktober-Beginn dürfte nachhaltige Konsequenzen haben.

Opas Holstein-Talk bei Fritten-Andy: Stargast Niklas Jakusch

Kader Holstein Kiel Saison 2019/20

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