21. Januar 2022 / 15:52 Uhr

Wenn der Opa eine NHL-Legende ist: Die besondere Geschichte hinter Indians-Spieler Esposito-Selivanov

Wenn der Opa eine NHL-Legende ist: Die besondere Geschichte hinter Indians-Spieler Esposito-Selivanov

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hörte sich gern die Geschichten vom Opa an: Indians-Spieler Niko Esposito-Selivanov und NHL-Legende Phil Esposito.
Hörte sich gern die Geschichten vom Opa an: Indians-Spieler Niko Esposito-Selivanov und NHL-Legende Phil Esposito. © Debbie Jayne Kinsey/imago images/ZUMA Wire
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Niko Esposito-Selivanov hat nicht nur einen berühmten Eishockeyspieler als Vater, sondern auch noch eine echte NHL-Legende zum Großvater. Der Neuzugang der Hannover Indians möchte den nächsten Karriereschritt am Pferdeturm machen - und dabei nicht mit seinen Vorfahren verglichen werden.

So verheißungsvoll, wie sein Name ist, war auch sein Saisonstart bei den Hannover Indians: Niko Esposito-Selivanov traf am 24. September zum 1:0 gegen die Crocodiles Hamburg, einen Tag nach seinem 23. Ge­burts­tag. Weil es sich bei der Partie um das offizielle Saisoneröffnungsspiel handelte, schoss der Stürmer damit beim 3:2-Sieg das erste Tor der gesamten Eishockey-Oberliga. Zwar kamen in den 30 Begegnungen danach nur sechs weitere Treffer hinzu – aber geschenkt, die Indians haben ihn nicht als Topscorer geholt. Außerdem ist Esposito-Selivanov schon wegen seiner persönlichen Geschichte ein besonderer Typ.

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Der Doppelname zeigt, dass Blut aus zwei Eishockey-Familien in seinen Adern fließt. Sein Vater Alexander Selivanov bestritt En­de der 90er-Jahre insgesamt sieben Saisons in der National Hockey League (NHL), zu Beginn der Nullerjahre kam er auch auf sieben Spielzeiten in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) – überwiegend für die Krefelder Pinguine. Selivanov war verheiratet mit der Amerikanerin Carrie Esposito, während seiner NHL-Zeit in Tampa kam Niko 1998 in St. Petersburg in Florida zu Welt. Carrie (verstarb 2012 in Krefeld) war die Tochter von Phil Esposito, der eine echte NHL-Legende ist. Der Großvater von Niko Esposito-Selivanov gewann mit den Boston ­Bruins 1970 und 1972 zweimal den Stanley-Cup und belegt mit 717 Toren in 1282 Saisonspielen noch heute den siebten Platz in der ewigen NHL-Torjägerliste. Zudem erhielt Esposito zahlreiche Pokale und Auszeichnungen.

Mehr über die Hannover Indians

„Ich habe oft auf seinem Sofa gesessen und mir gern die alten Geschichten angehört.“

„Sein ganzes Haus ist voll von irgendwelchen Tro­phä­en“, sagt Niko und lacht. Na­tür­lich hat er schon in frühen Jahren erfahren, wer sein be­kann­ter Opa ist: „Ich habe oft auf seinem Sofa gesessen und mir gern die alten Geschichten angehört.“ Und das waren bestimmt viele Geschichten? „Na klar, wenn man das wollte, hat er auch eine ganze Woche lang aus seiner NHL-Zeit er­zählt“, sagt Esposito-Selivanov und lacht.

Was ihm natürlich wichtig ist: Er möchte Niko sein und nicht mit seinem Vater verglichen werden – und schon gar nicht mit seinem Großvater. „Ich fühle mich bei den In­di­ans sehr wohl, bin hier toll aufgenommen worden und möchte mich weiterentwickeln“, sagt der ECH-Stürmer, der das Ge­spräch auf Englisch führt – dann aber mal kurz ins Deutsche wechselt: „Ein bisschen verstehe ich.“ Der Deutsch-Russe erinnert sich an den vergangenen Sommer, als er aus den USA kam und in Hannover eintraf: „Das war ko­misch. Ich konnte zunächst kein Wort mehr Deutsch sprechen – hatte das zuletzt vor zehn Jahren ge­macht. Aber langsam wird es besser.“ Denn als sein Vater in der DEL aktiv war, lebte er rund acht Jahre in Deutschland, der Krefelder EV ist sein Ausbildungsverein.

Schlägt NHL-Legende Phil Esposito in Hannover auf?

Nun macht er bei den In­di­ans den nächsten Karriereschritt. „Niko ist ein guter Typ, ich mag ihn. Er hat immer gute Laune und arbeitet auf dem Eis hart, um sich zu verbessern“, sagt sein Trainer Lenny Soccio, der natürlich auch um den Stammbaum seines Spielers weiß. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass Phil Esposito mal in Hannover aufschlägt. „Es gab im Sommer mal den Plan, dass er Niko besuchen und sich ein Spiel anschauen will. Da war die Corona-Lage aber natürlich noch anders“, sagt In­di­ans-Ge­schäfts­füh­rer Andy Gy­sau. Daher gebe es dafür nicht ansatzweise eine Planung.

Ansonsten hätte sich der 20. Februar angeboten: Heimspiel gegen die Moskitos Es­sen, an diesem Tag wird Phil Esposito 80 Jahre alt – mit Geburtstagsständchen aus der Nordkurve für eine NHL-Legende, in der Pandemie muss zumindest das Träumen erlaubt sein.