04. Dezember 2019 / 08:12 Uhr

Opas Bergfest: Holstein Kiel - Alles kann, nichts muss – außer dem Klassenerhalt

Opas Bergfest: Holstein Kiel - Alles kann, nichts muss – außer dem Klassenerhalt

Andreas Geidel
Opas Bergfest heute mit dem Thema Relegation.
Opas "Bergfest" heute mit dem Thema Relegation. © Andrè Haase
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Sportbuzzer-Tippspiel: Gewinnt zweimal zwei Karten für das Hallenmasters am 11. Januar

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Chapeau, Holstein Kiel: 21 Punkte, Platz sechs in der realen Tabelle der Zweiten Fußball-Bundesliga. Und sogar Rang drei im speziellen, die vergangenen neun Spiele umfassenden Ole-Werner-Tableau! Ein Aufschwung der Störche, mit dem nach dem 0:3 in Heidenheim am 14. September, dem letzten Arbeitstag von Ex-Coach Andre Schubert, angesichts der damals mageren fünf Zähler nach sechs Spieltagen niemand ernsthaft rechnen konnte.

Fast schon wie eine vorweihnachtliche Bescherung mutet dabei die aktuelle Auswärtsstärke an. Vier der vergangenen fünf Partien in der Fremde wurden seit Werners Inthronisierung zum Cheftrainer gewonnen. Besser war in diesem Zeitrahmen lediglich Spitzenreiter Bielefeld.

Sechs Punkte beträgt der Vorsprung auf Relegationsrang 16 mittlerweile. Acht sind Zähler sind es sogar zu den beiden direkten Abstiegsplätzen 17 (Wiesbaden) und 18 (Dresden). Ein angenehmes Polster dank kluger und auf die Qualität der Spieler zugeschnittene Werner-Matchpläne auch für den Kopf. Aber beileibe kein komfortables Ruhekissen, auf dem es sich ausruhen lässt.

Es bleibt – ungeachtet des ausgezeichneten Zwischenzeugnisses - dabei: Oberstes Ziel ist der Klassenerhalt, die Etablierung der Störche im Bundesliga-Unterhaus. Noch sind es maximal 19 Endspiele bis zum Erreichen dieser Vorgabe. Inklusive aller nicht vorhersehbaren Faktoren: Verletzungspech, mangelndes Spielglück, schicksalhafte Video-Schiedsrichter-Entscheidungen, Leistungsdellen der jungen Mannschaft, die häufigere Ortsabwesenheit Werners von Ende Januar bis Anfang April im Rahmen seiner Ausbildung zum Fußball-Lehrer in Hennef.

Dazu kommt die Winterpause mit dem neuerlichen Transferfenster. Das steht in beide Richtungen offen, wie Sportchef Uwe Stöver zuletzt immer wieder betonte. Soll heißen: Mit jedem weiteren guten Spiel rücken die Störche mehr in den Fokus.

Nehmen wir das Beispiel des formstarken Janni Serra. 21 Jahre jung, U21-Nationalstürmer, Vertrag bis zum 30. Juni 2021 – ein echtes Objekt der Marktbegierde. Zumal die Einkäufer finanzstarker Klubs ihr Radar neu justiert haben. Gefahndet wird vornehmlich nach jungen Akteuren, die ihr Potenzial auf gehobener sportlicher Ebene bislang angedeutet, es aber noch nicht über einen längeren Zeitraum unter Beweis gestellt haben und somit im Optimalfall eine große Rendite beim Weiterverkauf versprechen.

Die im Winter für Serra realistische Ablöse in Höhe von vier bis fünf Millionen Euro? Für einen durchschnittlichen englischen Zweitligisten keine unüberwindbare Finanzhürde, wenn es darum geht, einen formidablen Angreifer mit besten Zukunftsaussichten zu verpflichten.

Was für einen Verbleib Serras ins Kiel zumindest bis zum kommenden Sommer spricht, ist die Ruhe, mit der er an der Förde seine Qualität entwickeln kann. Die Wertschätzung und das Vertrauen seitens Ole Werner und der sportlichen Führung.

Und dann sind da ja noch die Olympischen Sommerspiele in Tokio vom 24. Juli bis 9. August 2020 in Tokio. Um sich diesen Traum mit dem dafür qualifizierten Team von U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz zu erfüllen, benötigt Serra unabdingbar Spielpraxis. Ein Vereinswechsel im Januar wäre aus diesem Blickwinkel für ihn ein kaum zu kalkulierendes Risiko.

Die Gegenwart verspricht trotz aller Demut vor der sportlichen Realität in Kiel Spaß pur. Wie gerne würden wohl der 1. FC Nürnberg (16./15 Punkte) und der FC St. Pauli (15./15 Punkte) mit den Störchen tauschen? Am Sonnabend (13 Uhr) gastiert der alte Rivale VfL Osnabrück (Rang neun, 20 Punkte) beim letzten Heimspiel des Jahres im sicher randvollen Holsteinstadion. Der zurzeit bestplatzierte Aufsteiger und HSV-Bezwinger vom vergangenen Wochenende kommt mit Ex-Storch Marc Heider und Mittelfeld-Ass Niklas Schmidt. Jener Filigranfußballer, der in der vergangenen Saison im Probetraining von Holsteins Ex-Coach Tim Walter für nicht gut genug befunden worden war.

Fünf Zähler Rückstand haben die Störche auf Walters neues Team, den Tabellendritten VfB Stuttgart. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres hatten die Kieler Profis 24 Punkte eingetütet, lagen damit auf ebenfalls auf Platz sechs. Drei Ränge und zwei Punkte übrigens vor dem Sensationsaufsteiger SC Paderborn …

Noch hat das gewachsene Selbstbewusstsein der Kieler nicht gereicht, um die attraktive Spielweise, geprägt von defensiver Disziplin und der Lust auf sehenswerte Kombinationen, länger als maximal 60 Minuten pro Spiel auf den Rasen zu bringen. Sowohl gruppentaktisches als auch individuelles Verhalten der Profis lassen Luft nach oben. Spannend ist das Projekt Holstein Kiel indes auch im dritten Jahr der Zweitliga-Zugehörigkeit allemal. Es gilt das ewig junge Motto: Alles kann, nichts muss – außer dem Klassenerhalt!

Gewinnspiel:

Vorweihnachtliche Bescherung auf dem Sportbuzzer: Gewinnt zweimal zwei Sitzplatztickets für das schon jetzt bis auf wenige Restkarten ausverkaufte Hallenmasters in der Kieler Sparkassen-Arena am Abend des 11. Januar 2020. Was ihr machen müsst? Wagt einen Ergebnis-Tipp für das Heimspiel der Kieler Störche am kommenden Sonnabend gegen den VfL Osnabrück. Wo könnt ihr euren Tipp abgeben? Unter dem geposteten Artikel "Bergfest" auf Facebook einfach das Ergebnis eintragen. Einsendeschluss ist am Freitag, 6. Dezember um 20 Uhr. Jeder Facebook-User darf nur einen Tipp abgeben. Bei mehreren richtigen Tipps entscheidet das Los. Die Gewinner erhalten eine PN bei Facebook. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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