26. März 2020 / 15:04 Uhr

Opas Bergfest - Jae-Sung Lee: Holstein Kiels Ass antizipiert mit 360-Grad-Blick

Opas Bergfest - Jae-Sung Lee: Holstein Kiels Ass antizipiert mit 360-Grad-Blick

Andreas Geidel
Opas Bergfest heute mit dem Thema Relegation.
Opas "Bergfest" heute mit dem Thema Relegation. © Andrè Haase
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Erste Gespräche über eine vorzeitige Vertragsverlängerung des Südkoreaners wurden laut Uwe Stöver bereits geführt.

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Er ist im Sommer zum „Effzeh“ nach Köln in die Bundesliga gewechselt, hat aber nicht vergessen, wo er herkommt. Deshalb war es dem Ex-Holstein-Kiel-Torjäger Kingsley Schindler in diesen schweren Tagen ein Bedürfnis, über diesen Blog die Menschen an der Förde und speziell natürlich alle Störche-Anhänger zu grüßen. Dazu hat der „King“ gleich noch einen Video-Clip mit aktuellem Bezug mitgeschickt. "Mir gehts es gut", versicherte der 26-Jährige.

Kurz-Videoclip mit Kingsley Schindler

Kingsley Schindler

Ganz im Sinne von: keine Hamsterkäufe, direkte Sozialkontakte den Vorschriften gemäß auf ein absolutes Minimum beschränken, Hände waschen, Abstand halten, keine (ohnehin verbotenen) Rudelbildungen, weder zu Hause noch in der Öffentlichkeit - gesund bleiben!

Wir sagen stellvertretend: „Danke! Und haltet auch am Rhein die Ohren steif.“ Und sollte das Heimweh zum Norden doch irgendwann einmal zu groß werden, über eine Rückkehr des „King“ würde sich die Fußball-Gemeinde in Kiel jederzeit freuen. Nur, dass wir mal darüber gesprochen haben.

Ob und wann und wenn ja, wie – das weiß derzeit natürlich niemand. Weder mit Blick auf die Fortsetzung des Spielbetriebes noch auf die Entwicklung auf dem Transfermarkt. Ein Thema, das auch für Störche-Ass Jae-Sung Lee gilt. Und damit auch für die heutige Rubrik „Bergfest“, in der der Blick trotz der humanitären und wirtschaftlichen Katastrophe rund um das Corona-Virus nach vorne gerichtet sein soll.

Jae-Sung Lee: Holstein Kiels Ass antizipiert mit 360-Grad-Blick

Es ist bei Heimspielen des Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel mittlerweile ein echtes Ritual. Wie einst der auf den Namen Patrick Herrmann folgende Schlachtruf „Fußball-Gott“. Dann, wenn Stadionsprecher York Lange die Stimme hebt: „Mit der Nummer sieben – Jae-Sung ….“. Und die Fangemeinde den Satz im Chor mit einem langgezogenen „Liiiiii“ vervollständigt.

Jae-Sung Lee, ein Glücksfall für den Kieler Fußball. Als der heute 27-Jährige am 26. Juli 2018 offiziell als Neuzugang der Störche präsentiert wurde, kam diese von Ex-Sportchef Fabian Wohlgemuth und Ex-Trainer Tim Walter für eine Ablöse von „nur“ gut einer Million Euro eingefädelte Verpflichtung einer mittelschweren Sensation gleich. Fast auf den Tag genau einen Monat zuvor hatte der Südkoreaner bei der WM in Russland Deutschland mit seiner Nationalmannschaft 2:0 bezwungen und damit aus dem Turnier eliminiert.

Jae-Sung Lee bejubelt seinen 1:0-Siegtreffer beim VfB Stuttgart.
Jae-Sung Lee bejubelt seinen 1:0-Siegtreffer beim VfB Stuttgart. © imago images/Pressefoto Baumann
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Auch der aktuelle Chefcoach Ole Werner schwärmt über seinen Offensiv-Allrounder, der laut Fachblatt „Kicker“ mit einer Durchschnittsnote von 3,06 bester Kieler Feldspieler ist und damit auf einer Stufe mit Stuttgarts Regisseur Daniel Didavi steht: „Lee hat das, was man einen 360-Grad-Blick nennt. Er weiß eigentlich immer, was in seinem Rücken passiert und hat dazu auch die technischen Möglichkeiten, Dinge auf engem Raum umzusetzen. Steht er auf dem Platz, fällt dem ganzen Team vieles leichter.“

Mit seinen bislang sieben Treffern und fünf Assists führt Lee zurzeit die interne Scorerliste an. Mit seinem Doppelpack gegen den KSC (2:1) sowie den Toren gegen den VfB Stuttgart (1:0) und gegen Aue (1:1) bescherte der 1,80 m große Wirbelwind, der mit seinen kurzen, schnellen Drehungen und seinem Antritt in Ansätzen dem Tottenham-Superstar Heung-Min Son ähnelt, den Kielern fast im Alleingang sieben Zähler.

In der 45. Spielminute faßt Jae-Sung Lee sein Holstein-Herz und erzielt das 1:1 gegen den Karlsruher SC.
In der 45. Spielminute faßt Jae-Sung Lee sein Holstein-Herz und erzielt das 1:1 gegen den Karlsruher SC. © Uwe Paesler

Doch wie lange dürfen die Fans an der Förde Lee noch zujubeln? Der Kontrakt des Südkoreaners, der in seiner Wohnung an der Förde häufig und dann über einen längeren Zeitraum Besuch von Verwandten bekommt und zwecks Überwindung der Sprachbarriere in besonderen Situationen Hilfe durch seinen Landsmann, Linksverteidiger Young-Jae Seo, erfährt, läuft am 30. Juni 2021 aus. Dann könnte er – Stand heute – ablösefrei den Arbeitgeber wechseln.

Erste Gespräche über eine vorzeitige Vertragsverlängerung wurden laut Uwe Stöver bereits geführt. „Ja, wir sind diesbezüglich im Austausch. Aus aktuellem Anlass ruhen aber die Gespräche, denn niemand kann im Moment seriös voraussagen, wie und vor allem wann es weitergeht - und was das für die Liga und die einzelnen Vereine bedeutet“, so der Geschäftsführer Sport der KSV Holstein.

Holstein Kiel: Die Saison 2019/20 in Bildern

1. Spieltag: Holstein Kiel spielt zu Hause gegen den SV Sandhausen 1:1-Unentschieden. Torschützen: 0:1 Behrens (4.), 1:1 Iyoha (54.). Zur Galerie
1. Spieltag: Holstein Kiel spielt zu Hause gegen den SV Sandhausen 1:1-Unentschieden. Torschützen: 0:1 Behrens (4.), 1:1 Iyoha (54.). ©

Beraten wird Lee von „Unique Sports Management“. Einer Agentur, die auch in der nordamerikanischen Profiliga NBA tätig ist und die im Profifußball die Interessen „ihrer“ Spieler fast ausschließlich in England (Premier League und Championship) vertritt. Ist Jae-Sung Lee also – ungeachtet aller Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie - bald reif für die Insel? Im vergangenen Sommer stand der Südkoreaner (Marktwert: rund zwei Millionen Euro) laut Gerüchtebörse auf der Wunschliste des belgischen Traditionsklubs Standard Lüttich.