13. Februar 2020 / 14:06 Uhr

Opas Bergfest: Rarität bei Holstein Kiel: Ecke – Tor!

Opas Bergfest: Rarität bei Holstein Kiel: Ecke – Tor!

Andreas Geidel
Opas Bergfest heute am Donnerstag, mit News rund um den Zweitligisten Holstein Kiel.
Opas "Bergfest" heute am Donnerstag, mit News rund um den Zweitligisten Holstein Kiel. © Andrè Haase
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Serras Treffer gegen St. Pauli weckt Hoffnung auf besseren Störche-Ertrag nach Standardsituationen

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Na bitte, Fußball-Zweitligist Holstein Kiel kann also auch Heimsieg! Das lange im Gedächtnis haften bleibende Spektakel in der Nachspielzeit krönte den 2:1-Triumph im Nordderby gegen den FC St. Pauli. KSV-Keeper Ioannis Gelios erlangte durch seine Elfmeter-Parade gegen Henk Veermann (90.+5) am Montagabend sogar Heldenstatus. Erst recht, nachdem er im Verbund mit Aleksandar Ignjovski nur 60 Sekunden später den indirekten Freistoß von Viktor Gyökeres fünf Meter vor seinem Gehäuse abgewehrt hatte. Der Jubel-Orkan der Störche-Anhänger unter den 14.129 Zuschauern vertrieb kurzzeitig sogar Sturmtief „Sabine“. Der nackte Wahnsinn!

Seit fünf Spielen in Serie sind die Kieler nunmehr ungeschlagen, haben zuletzt sogar zwei Dreier am Stück gelandet. Am Sonntag (13.30 Uhr) könnte eine Saison-Premiere gelingen: drei Siege in Folge. Die Hürde, die es dazu zu überspringen gilt, ist allerdings hoch. Denn Gastgeber Erzgebirge Aue stellt das einzige Team der Liga, das in dieser Spielzeit im eigenen Stadion noch nicht verloren hat. Nur neun Gegentreffer mussten die Sachsen bislang zu Hause schlucken. Die Auswärtsmacht aus Kiel (fünf Siege, zwei Remis, vier Niederlagen) schlug in fremden Gefilden derweil schon beachtliche 20 Mal zu. Spannung scheint also erneut programmiert beim Duell der mit 30 Zählern punktgleichen Tabellennachbarn (Holstein 6., Aue 7.).

Dass enge Matches häufig durch Tore nach ruhenden Bällen entschieden werden, weiß jeder Fußball-Interessierte. Insofern weckt Janni Serras Kopfball zum 2:1 gegen die Kiez-Kicker Hoffnung. Denn voraus ging dem Treffer eine Ecke von Salih Özcan. Eine echte Rarität im Nest der Störche. Erst zum zweiten Mal in dieser Saison brachte laut Statistik des Fachblattes „Kicker“ ein Eckstoß zählbaren Erfolg. Die anderen 119 Versuche (69 von links, 52 von rechts) blieben für den Gegner folgenlos.

Fabian Boll, als Assistenz-Coach von Chef Ole Werner zuständig für Standardsituationen, hatte im Winter-Trainingslager von Oliva Nova in mehreren Einheiten Ecken und Freistöße üben lassen. Am Montagabend musste U21-Nationalstürmer Serra nur 180 Sekunden nach seiner Einwechslung nicht einmal springen, um die von Özcan gechippte Kugel, in einem Spielerknäuel am ersten Pfosten stehend, aus zwei Metern ins Netz zu befördern. Zufall? „Der Ball sollte genau in den Bereich kommen. Das wird dann für jeden Torwart schwer“, beteuerte Serra. Und Boll sagte gegenüber der „Hamburger Morgenpost“, diese Ecken-Variante sei im Abschlusstraining einstudiert worden.

Insgesamt allerdings bleibt für die Störche in Sachen Ertrag nach ruhenden Bällen noch eine Menge Luft nach oben. Nur Greuther Fürth ist mit vier Treffern nach Standards (davon zwei Elfmeter) noch harmloser unterwegs als die KSV Holstein (fünf Tore, davon zwei Strafstöße).

Dass die Qualität nach Standards indes mit Blick auf die Tabellen-Region wenig Aussagekraft besitzt, belegt das Beispiel Bochum. Der auf Rang 14 platzierte VfL führt mit 17 Treffern nach ruhenden Bällen die Liga-Wertung an. Dahinter folgen Spitzenreiter Bielefeld (14 Tore), der VfB Stuttgart (Platz drei), der HSV (Platz zwei), der KSC (Platz 17) und der 1. FC Nürnberg (Platz 13) mit jeweils zwölf Treffern.

Der kommende Holstein-Gastgeber Aue hat übrigens zehn Buden nach ruhenden Bällen gemacht (davon fünf Elfmeter). Und überhaupt: Bei der Gegenüberstellung der Gesamtzahl an Torschüssen und Treffern sind die Sachsen Liga-Spitze. Nur 61 Schüsse brauchten die Mannen aus dem Erzgebirge für ihre 29 Saisontore (Effektivität: 47,5 Prozent). Holstein hält mit 141 Schüssen (!) und 34 Treffern dagegen (Effektivität: 24,1 Prozent).

Nur gut, dass folgender Uralt-Spruch noch immer Gültigkeit besitzt: Statistiken sind dazu da, um widerlegt zu werden.

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