22. Mai 2020 / 19:53 Uhr

Opas Bergfest - Zehnjahres-Bilanz: 40 Punkte reichen Holstein Kiel

Opas Bergfest - Zehnjahres-Bilanz: 40 Punkte reichen Holstein Kiel

Andreas Geidel
Opas Bergfest heute mal am Freitag.
Opas "Bergfest" heute mal am Freitag. © Andrè Haase
Anzeige

Özcans Rückkehr zum 1. FC Köln reißt Loch ins KSV-Gefüge und belegt zugleich die besondere Qualität der Störche

Anzeige
Anzeige

In Abstiegsfragen verweist der Fußball-Kenner gerne auf die magische 40-Punkte-Grenze. Doch reicht diese Zahl wirklich zum Klassenerhalt? Nun, zumindest in der Zweiten Bundesliga gehörte in den vergangenen zehn Jahren kein Klub mit 40 Zählern zu den zwei Direkt-Absteigern. Mehr noch: Nur einmal musste ein Verein in dieser Zeit trotz Erreichens dieser Schallmauer in die Relegation gegen den Tabellendritten der Dritten Liga. Das war Erzgebirge Aue in der Saison 2017/18.

Weitere News aus der Region Kiel

35 Punkte weist aktuell das Konto des Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart am Sonntag (13.30 Uhr/Sportbuzzer-Liveticker) aus. Fünf Punkte aus noch acht ausstehenden Partien? Das scheint machbar.

Insofern hat Störche-Sportchef Uwe Stöver mit Blick auf die künftige Liga-Zugehörigkeit und das dazugehörige Personal nahezu 100-prozentige Planungssicherheit. Mit einer Einschränkung: Niemand weiß genau, wohin die wirtschaftliche Reise aufgrund der Corona-Krise führt.

Fest steht bislang, dass der am 30. Juni auslaufende Vertrag von Abwehrroutinier und Vize-Kapitän Dominik Schmidt (32) nicht verlängert wird. Und auch Salih Özcan trägt nach einjähriger Leiharbeit an der Förde im kommenden Spieljahr ein anderes Trikot. Laut Fachmagazin „Kicker“ ist die Rückkehr des 22-Jährigen zu seinem Stammverein 1. FC Köln (Vertrag bis 30. Juni 2021) beschlossene Sache. Offiziell hält sich der Mittelfeldakteur, der dank eines Kompaktpaketes von Zweikampfstärke, Kreativität und Torgefahr (fünf Treffer/sechs Assist) zu den herausragenden Kräften des Bundesliga-Unterhauses zählt, bei der Frage zu seiner persönlichen Zukunft noch bedeckt: „Mein Fokus liegt ausschließlich auf den kommenden Wochen. Die Umstände durch die Corona-Krise sind herausfordernd genug. Da gilt es, sich voll und ganz auf die aktuellen Aufgaben zu konzentrieren, um gemeinsam maximal erfolgreich zu sein. Wie es dann für mich weitergeht, wird man dann sehen.“

Die ultimative Holstein Kiel-Traumelf von Euch gewählt.

Hier ist Eure ultimative Holstein Kiel-Traumelf. Zur Galerie
Hier ist Eure ultimative Holstein Kiel-Traumelf. ©

Mit einem Marktwert in Höhe von 2,7 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de) ist Özcan der wertvollste Spieler im Störche-Kader. Gut möglich, dass die Holstein-Verantwortlichen wegen der wahrscheinlich hohen Ablösesumme und des geschätzten Jahresgehaltes des U21-Nationalspielers (geschätzte 1,1 Millionen Euro) Abstand von der Kaufoption genommen haben. Unbestätigten Informationen zufolge soll Özcan zudem ein vertraglich zugesichertes Mitspracherecht bei seiner sportlichen Zukunftsplanung besitzen. Das Wichtigste aber: Der Kieler Mittelfeld-Antreiber und ehemalige Ringer spielt in den Planungen seines Heimatvereins 1. FC Köln eine zentrale Rolle.

Zwar zementiert das Beispiel Özcan den guten Ruf der Kieler Störche, Akteure mit Potenzial mit Spielpraxis auf Leihbasis für höhere Aufgaben fit zu machen. Masaya Okugawa (RB Salzburg) und Laszlo Benes (Mönchenlagdbach), die in der vergangenen Serie das Kieler Spiel prägten, lassen an dieser Stelle grüßen.

Doch die Lücke, die Özcans Abgang ins Holstein-Gefüge reißt, ist immens. Und sie könnte noch größer werden. Dann nämlich, wenn ein Interessent für den zurzeit überragenden Top-Scorer Jae-Sung Lee (acht Treffer/sechs Torvorlagen) genügend Geld auf den Tisch legt und den Südkoreaner aus seinem bis 2021 datierten Kontrakt herauskauft. Gleiches gilt für den derzeit nach Oberschenkel-OP im Reha-Modus befindlichen Mittelstürmer Janni Serra, dem mit seinen 22 Lenzen allerorten eine große Zukunft prognostiziert wird.

Wo liegt in den Fällen Lee und Serra die finanzielle Schmerzgrenze für Uwe Stöver und seine wirtschaftlichen Mitstreiter im Klub? Oder überraschen die Störche mit neuen Zielsetzungen und pochen bei ihren Top-Spielern auf Vertragseinhaltung - mit dem Risiko, sie dann im Sommer 2021 ohne Ablöse ziehen lassen zu müssen? Keine Frage, die kommenden Wochen werden mega-spannend.

Diese Spieler haben Holstein Kiel in der Vergangenheit geprägt:

Kingsley Schindler kam im Juli 2016 von der Reserve der TSG Hoffenheim ins Nest der Störche. Als Rechtsverteidiger geholt, wurde er dank seiner Schnelligkeit schnell zum Rechtsaußen umgeschult. In 101 Spielen für die KSV Holstein gelangen dem Flügelflitzer 34 Tore und 22 Assists. Zudem entwickelte sich der Deutsch-Ghanaer zum sicheren Elfmeterschützen. Somit spielte sich Schindler schnell in die Herzen der Holstein-Fans. Im Sommer 2019 wechselte der King zum Bundesligisten 1. FC Köln. Zur Galerie
Kingsley Schindler kam im Juli 2016 von der Reserve der TSG Hoffenheim ins Nest der Störche. Als Rechtsverteidiger geholt, wurde er dank seiner Schnelligkeit schnell zum Rechtsaußen umgeschult. In 101 Spielen für die KSV Holstein gelangen dem "Flügelflitzer" 34 Tore und 22 Assists. Zudem entwickelte sich der Deutsch-Ghanaer zum sicheren Elfmeterschützen. Somit spielte sich Schindler schnell in die Herzen der Holstein-Fans. Im Sommer 2019 wechselte "der King" zum Bundesligisten 1. FC Köln. ©

Die Vertragslaufzeiten im Holstein-Kader (in Klammern das Alter):

Auslaufender Vertrag/Leih-Ende: Dominik Schmidt (32), Young-Jae Seo (24), Salih Özcan (22/1. FC Köln), Emmanuel Iyoha (22/Fortuna Düsseldorf), Salim Khelifi (26/FC Zürich), Darko Todorovic (23/RB Salzburg).

Vertrag bis 2021:

Jae-Sung Lee (27), Janni Serra (22), Stefan Thesker (29), Finn Porath (23), Johannes van den Bergh (33), Jannik Dehm (24), Dominik Reimann (22), Timon Weiner (21), Tobias Fleckstein (21), Aleksandar Ignjovski (29), Philipp Sander (22), Michael Eberwein (24).

Vertrag bis 2022:

Ioannis Gelios (28), Phil Neumann (22), Jonas Meffert (25), „Rudi“ Baku (22), David Atanga (23), Lion Lauberbach (22).

Vertrag bis 2023:

Hauke Wahl (26), Alexander Mühling (27), Fabian Reese (22).