08. Januar 2021 / 12:59 Uhr

"Operation Aderlass": Staatsanwalt fordert Haft von fünfeinhalb Jahren für Doping-Arzt

"Operation Aderlass": Staatsanwalt fordert Haft von fünfeinhalb Jahren für Doping-Arzt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Im Prozess um die Operation Aderlass fordert die Staatsanwaltschaft jahrelange Haftstrafen.
Im Prozess um die "Operation Aderlass" fordert die Staatsanwaltschaft jahrelange Haftstrafen. © imago/Eibner
Anzeige

Im Prozess um die "Operation Aderlass" fordert die Staatsanwaltschaft jahrelange Haftstrafen. Oberstaatsanwalt Kai Gräber stellte er bei seinem Schlussplädoyer am Freitag entsprechende Anträge.

Anzeige

Die Staatsanwaltschaft München fordert für den Dopingarzt Mark S. eine Haftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten. Diesen Antrag stellte Oberstaatsanwalt Kai Gräber am Freitag bei seinem Schlussplädoyer vor dem Landgericht München II. In dem Prozess sei bewiesen worden, dass der Mediziner jahrelanges Blutdoping an mehreren Winter- und Radsportlern durchgeführt und organisiert habe.

Anzeige

Mark S. habe entgegen dessen eigenen Beteuerungen mit dem Doping Geld verdienen wollen, es sei daher auch gewerbsmäßig betrieben worden. Zudem sei er wegen gefährlicher Körperverletzung zu bestrafen, weil er einer Sportlerin 2017 eine Forschungschemikalie injiziert hatte. Damit habe er den medizinischen Eid "vollends in die Tonne getreten", sagte Gräber. Deshalb solle er auch ein fünfjähriges Berufsverbot erhalten.

Mehr vom SPORTBUZZER

Für den wichtigsten Helfer Dirk Q. beantragte der Staatsanwalt eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren - durch die bereits abgesessene fast zweijährige Untersuchungshaft müsse der Helfer aber nicht mehr in das Gefängnis zurück. Für die anderen Komplizen wurden Bewährungsstrafen beantragt: zwei Jahre bei der Krankenschwester Diana S., eineinhalb Jahre bei dem Notfallsanitäter Sven M. und ein Jahr bei Ansgard S., dem Vater des hauptangeklagten Arztes.

Mark S. und vier Komplizen wird vorgeworfen, seit Ende 2011 regelmäßig und in einer unbekannten Anzahl von Fällen weltweit Blutdoping betrieben zu haben. Die Angeklagten waren bei Razzien im Zuge der "Operation Aderlass" während der Nordischen Ski-WM 2019 verhaften worden.