09. Juli 2019 / 18:51 Uhr

Operation Olympia für den Modernen Fünfkämpfer Christian Zillekens

Operation Olympia für den Modernen Fünfkämpfer Christian Zillekens

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Daumen hoch aus dem Krankenhaus: Fünfkämpfer Christian Zillekens nach der Operation.
Daumen hoch aus dem Krankenhaus: Fünfkämpfer Christian Zillekens nach der Operation. © privat
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Eine Handverletzung kostete dem 23-Jährigen vom OSC Potsdam fast den Platz im Kader, erst mit Verspätung konnte er sich operieren lassen.

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An seine Follower bei Instagram sendete Christian Zillekens erst einmal ein Foto mit einem Daumen hoch. „Es ist alles gut soweit“, berichtete der Moderne Fünfkämpfer der MAZ nach seiner Operation am rechten Handgelenk, in welchem ein Band gerissen war und sich die Knochen verschoben hatten. Vier bis sechs Wochen muss der 23-Jährige die Hand schonen, anschließend kann er wieder voll ins Training einsteigen.

Für den Potsdamer wurde die Operation am Montag höchste Zeit. „Es wurde ein Stück Band aus dem Unterarm entnommen, weil die Bänder im Handgelenk schon verkümmert waren“, berichtet der Olympiateilnehmer von 2016. Denn die Verletzung zog sich Zillekens schon beim Weltcup im ungarischen Székesfehérvár Anfang Mai zu – wo Zillekens seinen ersten Weltcup gewann. „Im Halbfinale bin ich mit einem gegnerischen Fechter zusammengeprallt, Glocke an Glocke beim Degen“, erzählt Zillekens.

Bänderriss und Verschiebung der Knochen diagnostiziert

In der Charité wurde später eine Prellung und Entzündung diagnostiziert. Als sich allerdings nach vier Wochen keine Besserung einstellte, ging Zillekens zu Dr. Magarita Högele ins Berliner Martin-Luther-Krankenhaus, eine Spezialistin für Handchirurgie – und sie stellte den Bänderriss und die Verschiebung der Knochen fest. „Es musste jetzt gemacht werden. Man hätte die OP auch noch ein bisschen rausschieben können, aber es bestand die Gefahr, dass sich eine Arthrose bildet und sich die Verletzung noch verschlimmert. Deshalb haben die Ärzte empfohlen, es zeitnah zu machen“, erzählt Zillekens, der vor kurzem mit seiner Freundin, der Weltranglistenersten Annika Schleu, in Potsdam zusammengezogen ist.

Dass es gut zwei Monate dauerte, bis er unters Messer kam, hatte allerdings nicht nur mit der fehlerhaften Erstdiagnose zu tun. Nachdem Zillekens dem Deutschen Verband für Modernen Fünfkampf mitgeteilt hatte, dass er durch die OP voraussichtlich die Europa- und Weltmeisterschaften verpassen würde, wollte der DVMF den gebürtigen Neusser aus dem Elite-Team streichen. „Ich hatte die EM und WM sogar schon abgesagt. Ich musste deshalb erst einmal einen Rückruf an den Deutschen Verband schreiben und habe zunächst meine Startplätze für die WM und EM zurückbekommen“, erzählt Zillekens.

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Denn wäre der Jugend-Weltmeister von 2013 aus dem Kader gestrichen worden, hätte er im kommenden Jahr an weniger Weltcups teilnehmen können – und die Olympiachancen des bis dato Führenden in der internen deutschen Rangliste wären rapide gesunken. „Sie sind dann zur Vernunft gekommen“, sagt Zillekens, „der Verband hat mir schließlich die Sicherheit gegeben, dass ich im Elite-Team bleibe, deshalb konnte ich mich auch operieren lassen.“

Zur völligen Untätigkeit ist Zillekens nach der OP allerdings nicht gezwungen, im Gegenteil. „Ich bekomme eine Kunststoffschiene für die Hand. Ab nächster Woche werde ich wieder laufen, auch Schwimmen und Fechtbeinarbeit kann ich trainieren. Womöglich ist es auch mal ganz gut, weil ich mich auf das Laufen konzentrieren kann und mir da vielleicht einen Vorsprung erarbeiten kann“, sagt Zillekens.

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