04. Oktober 2018 / 10:55 Uhr

Optik Rathenow ärgert den Chemnitzer FC über eine Stunde

Optik Rathenow ärgert den Chemnitzer FC über eine Stunde

Detlev Nießner
Märkische Allgemeine Zeitung
Der Rathenower Nii Bruce Weber setzt sich in dieser Szene energisch gegen einen Chemnitzer durch.
Der Rathenower Nii Bruce Weber setzt sich in dieser Szene energisch gegen einen Chemnitzer durch. © Nico Roesenberger
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Regionalliga Nordost: Team von Trainer Ingo Kahlisch verkauft sich gegen den Spitzenreiter teuer und verliert am Ende dennoch deutlich.

Am Ende war es wie fast in jedem Heimspiel der Rathenower: Gut gespielt und doch verloren. Aber gegen Regionalliga-Spitzenreiter Chemnitz zeigte Optik mehr als eine Stunde eine Klasseleistung. Dann zeigte sich, dass Geld eben doch Tore schießt. Den Feierabend-Fußballern vom Vogelgesang ging nach hinten raus die Puste aus, so dass ein Endergebnis auf der Anzeigetafel stand, das dem Spielverlauf mitnichten entsprach: 0:4

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Die Gastgeber, wieder mit Aleksandar Bilbija und Suguru Watanabe in der Startelf, sahen sich ganz zu Beginn einem stürmischen Tabellenführer gegenüber. Chemnitz machte im Mittelfeld viel Druck, aber auch nur dort. In Strafraumnähe war die Deckung des FSV Optik aufmerksam, kampfstark und reaktionsschnell. Ein einziges Mal musste sich Luis Zwick auszeichnen, das tat er beim Volleyschuss von Dennis Grote mit Bravour. Da waren schon 35 Minuten um. Ansonsten waren die gefährlicheren Szenen vor dem Gästestrafraum zu verzeichnen, aber erneut belohnte sich Rathenow nicht.

Zweimal Shelby Printemps, Caner Özcin und Nii Bruce Weber hatten die Führung für den Aufsteiger auf dem Fuß, schafften sie jedoch nicht. Trotzdem gab es zur Pause viel Beifall von den immerhin 934 Besuchern.


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Auch zu Beginn der 2. Hälfte entfachten die Sachsen ordentlich Druck. Und wieder gab es die große Chance auf der Gegenseite. Eine gute Eingabe von Shelby Printemps verpasste Caner Özcin um Haaresbreite. Dann war Tobias Müller für Chemnitz zweimal nah an der Führung. Nach 65 Minuten hatte der mit dem Startrekord von zehn Siegen angereiste Chemnitzer FC die Dreifachchance.

Alle drei Versuche wehrte Keeper Luis Zwick spektakulär ab, wobei die Himmelblauen (die übrigens in Dunkelblau spielten) beim letzten Schuss reklamierten. Der Ball soll bereits die Torlinie überschritten haben, der Assistent zeigte allerdings sofort auf Weiterspielen. Kurz darauf fiel dann doch das 1:0. Torjäger Dejam Bozic war mit einem Flachschuss erfolgreich, auch hier hatte Zwick die Hand noch am Ball. „Es war kein schönes Tor, aber wir haben es gebraucht“, räumte der Chemnitzer Trainer nach dem Abpfiff ein.

In Bildern: Optik Rathenow unterliegt trotz ordentlicher Leistung dem BFC Dynamo mit 0:2.

Beide Mannschaften liefen mit Einlaufkindern an der Hand ein. Zur Galerie
Beide Mannschaften liefen mit Einlaufkindern an der Hand ein. © Christoph Laak

Nun wurde es für den Favoriten natürlich einfacher, da Optik nun etwas offensiver agieren musste. In regelmäßigen Abständen erhöhten der zunächst auf der Bank sitzende Daniel Frahn, Kimmo Markku Hovi und per Abstauber nach einem Freistoß Joannis Karsanidis auf das nie und nimmer gerechtfertigte Endergebnis von 4:0. „Am Ende waren es wohl zwei Tore zu viel, aber ein verdienter Sieg“, so der Chemnitzer Trainer David Bergner.

Schon am kommenden Sonntag muss Optik Rathenow zum nächsten Favoriten. Beim Berliner AK muss Ingo Kahlisch neben dem längerfristig ausfallenden Marc Langner auch auf Kapitän Jerome Leroy verzichten, der nach seiner fünften Gelben Karte einmal aussetzen muss.

FSV Optik Rathenow: Zwick, Watanabe (G), Turan, Bilbija, Adewumi, Baudis (G/77. Schack), Kapan, Printemps (77. Akcakaya), Leroy (G), Weber, Özcin (77. Turhan).

Die Trainerstimmen zum Spiel

David Bergner: „Ich bin froh, das wir diese Hürde genommen haben. Wir wussten, dass es schwer wird. Rathenow wurde mehrfach unter Wert geschlagen, hat eine gute Mannschaft, mit talentierten Jungs, die Fußball spielen können und auch wollen. In der 1. Halbzeit haben wir uns sehr schwer getan, den Ball nicht schnell genug laufen lassen, so dass der Gegner die Räume immer wieder zustellen konnte. In der Halbzeit haben wir das angesprochen, wollten nun schneller umschalten. Dadurch, dass Rathenow mitspielen wollte, haben wir mehr Räume bekommen, nachher haben wir das Tor erzwungen. Respekt an Dich, Ingo. Ich habe mal nachgeschaut, wir haben 1995 schon mal gegeneinander gespielt, da war ich noch auf dem Platz und Du hier schon Trainer.“

Ingo Kahlisch: „Bis zum zweiten Tor war ich mit meiner Mannschaft heute sehr zufrieden, dann haben wir ein wenig aufgegeben. Aber das eigentliche Problem war, dass wir in der 1. Halbzeit im Spiel nach vorn zu oft die falsche Entscheidung getroffen haben. Das wir nach hinten raus abbrechen, hat Ursachen, wie zum Beispiel die verspätete Vorbereitung. Wir dürfen jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken und müssen sehen, wie viele Punkte wir bis zum Winter noch holen. Dann können wir in der Rückrunde schauen, wie es wird, wenn alle die gleichen Voraussetzungen hatten. Was wir schon jetzt besser hinkriegen müssen ist, dass uns in den entscheidenden Situationen auch mal ein Tor für uns gelingt.“