17. Oktober 2021 / 17:49 Uhr

Optik-Trainer Ingo Kahlisch nach 1:2 gegen Chemnitz sauer: "Das geht Woche für Woche so"

Optik-Trainer Ingo Kahlisch nach 1:2 gegen Chemnitz sauer: "Das geht Woche für Woche so"

Detlev Nießner
Märkische Allgemeine Zeitung
Tor erzielt und doch nicht glücklich: Lucas Will hatte trotz seines Treffers zum 1:1 Grund zum Hadern.
Tor erzielt und doch nicht glücklich: Lucas Will hatte trotz seines Treffers zum 1:1 Grund zum Hadern. © Nico Roesenberger
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Starker Einsatz, keine Punkte: In der Fußball-Regionalliga unterliegt Optik Rathenow im Heimspiel dem Chemnitzer FC 1:2 - Stürmer Lucas Will trifft für Optik, Trainer Ingo Kahlisch äußert Schiedsrichter-Kritik.

Bei Ingo Kahlisch saß der Frust auch am Sonntagnachmittag noch tief. „Am Ende hat es halt wieder nicht gereicht, das ist einfach zum Heulen“, klagte der Trainer des FSV Optik Rathenow, nachdem seine Mannschaft das sonnabendliche Heimspiel in der Fußball-Regionalliga Nordost 1:2 (1:1) gegen den Chemnitzer FC verloren hatte. Den CFC-Toren, erzielt durch Benjika Caciel (9. Minute) und Kevin Freiberger (76.), setzten die Rathenower nur eines entgegen: Stürmer Lucas Will traf vor 344 Zuschauern zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich (31.).

„In der Abwehr fehlt manchmal ein bisschen die Cleverness“, sagte Kahlisch, klar sei aber auch: „Wir haben nun mal nicht die Qualität, Mannschaften wie Chemnitz aus dem Stadion zu schießen. Wir müssen jetzt weitermachen und die Nerven behalten.“ Schon beim jüngsten 3:4 im Landespokal gegen Energie Cottbus hatten die Optiker das Glück nicht unbedingt gepachtet.

Nach Verlängerung: Optik Rathenow unterliegt Energie Cottbus.

Nach packenden 120 Minuten musste sich der FSV Optik Rathenow (rote Trikots) dem Regionalliga-Rivalen FC Energie Cottbus im Landespokal-Achtelfinale knapp mit 3:4 geschlagen geben. Zur Galerie
Nach packenden 120 Minuten musste sich der FSV Optik Rathenow (rote Trikots) dem Regionalliga-Rivalen FC Energie Cottbus im Landespokal-Achtelfinale knapp mit 3:4 geschlagen geben. © Nico Roesenberger

Beim Thema Weitermachen ging Kahlisch am Sonntag gleich mit gutem Beispiel voran, er fuhr einfach nochmal zum Sportplatz und schaute der zweiten Mannschaft zu. Das Kreisliga-A-Team blieb trotz Kahlischs Unterstützung allerdings auch glück- und punktlos. 2:6 endete das Duell bei der Spielgemeinschaft Schönwalde-Perwenitz-Paaren.

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Die Regionalliga-Elf war samstags wesentlich dichter an einem Punktgewinn dran. Zu Beginn des Spiels traf Jonathan Muiomo ins Netz, da war aber die Abseitsfahne oben. Anschließend übernahmen die Gäste recht eindeutig das Kommando. Die frühe Führung besorgte Benjika Caciel, der zunächst die Latte traf und nach dem abgeblockten Nachschuss von Kevin Freiberger am schnellsten schaltete.

Dass Chemnitz schon nach einer guten Viertelstunde Kapitän Robert Zickert mit einer Fußverletzung verlor, war den in dunkelblau spielenden Himmelblauen erst mal nicht anzumerken. Im Gegenteil, Lucas Hiemann vereitelte gegen Freiberger mit einer Superparade das zweite Gegentor. „Der CFC hat in dieser Phase Druck gemacht, unser Zentrum war zu offen; wir standen schlecht“, erklärte Kahlisch.

Der Ausgleich fiel entsprechend aus dem Nichts. Einen leichten Ballverlust am Chemnitzer Strafraumeck nutzte Lucas Will zu einem platzierten Schuss ins lange Eck. „Da darf man auch mal loben, er hat eiskalt eingeschossen“, sagte Kahlisch über Will, dem mit vier Toren besten Optik-Schützen in der laufenden Saison.


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Nach dem 1:1 kam es zum Bruch im Spiel der Sachsen. Chancen erspielten sich die Gäste zwar immer noch, weshalb Optik-Torwart Lucas Hiemann bester Rathenower blieb. Aber auch auf der anderen Seite wurde es nun auch öfter interessant. Beispielsweise Sekunden nach dem Wechsel, als Will mit einem spektakulären Fallrückzieher an Jakub Jakubov scheiterte. „Er hat ordentlich gearbeitet und ist körperlich fit. Auch am Samstag hatte er noch seine Chancen“, analysierte Kahlisch.

Das Spiel wogte in der zweiten Halbzeit hin und her. Marc Langner, Lucas Will und Nicola Köhler auf der einen, Kevin Freiberger, Christian Bickel und Benjika Caciel auf der anderen Seite hätten ihre Farben in Führung bringen können. Eine Szene sorgte im Optik-Lager schließlich für reichlich Unmut: Wie vor dem Ausgleich vertändelten die Chemnitzer leichtfertig den Ball und brachten Will dadurch in eine freie Schussposition. Schiedsrichter Marko Wartmann wollte indes ein Stürmerfoul gesehen haben.

Kahlisch: "Das geht Woche für Woche so. Jede 50:50-Entscheidung geht grundsätzlich gegen uns."

„Das geht Woche für Woche so. Jede 50:50-Entscheidung geht grundsätzlich gegen uns“, wetterte Kahlisch. Mental sei das schwierig zu verkraften. Der Trainer wusste aber wohl auch, dass er für das zweite Chemnitzer Tor nicht den Schiedsrichter verantwortlich machen konnte. Wieder einmal gelang es dem FSV nicht, eine Ecke zu klären, Kevin Freiberger traf per Kopf zum 2:1 für den CFC.

Optik warf alles nach vorn und bekam die Ausgleichschance. Der Kopfball von Emil Gustavus flog am Pfosten vorbei. Bei den Chemnitzer Kontern reagierte Lucas Hiemann glänzend. Gegen Okan Kurt warf er sich gar außerhalb des Strafraumes mit dem Gesicht voran in den Schuss. So ging Rathenows Schlussmann sinnbildlich für das gesamte Team mit stark blutender Nase vom Platz. Vom Trost, den Mannschaftskollegen und Papa Holger Hiemann – einst mit der U19 DDR-Europameister – spendeten, wird er sich wenig kaufen können. Immerhin: Sein Einsatz am kommenden Samstag im nächsten Heimspiel gegen Carl Zeiss Jena (13 Uhr) dürfte wohl nicht gefährdet sein.

Kahlisch richtete den Blick am Sonntag nach vorn. Seine Elf sei konkurrenzfähig, man werde ja nicht abgeschlachtet. Das stimmt. Die letzte Niederlage mit mehr als einem Tor Unterschied setzte es Ende August bei der 0:2-Niederlage in Lichtenberg. „Wir sind dicht dran mit unserer jungen Mannschaft, manchmal fehlt eben das Spielglück“, sagte Kahlisch. Klar ist aber auch: Optiks einziger Saisonsieg – 2:1 am 18. August gegen Meuselwitz – liegt noch länger zurück.

FSV Optik Rathenow: Hiemann - Polichronakis, Wilcke, Zingu, Langner - Sejdovic (76. Gröger), Köhler - Gildenberg (87. Gündogdu), Dzafo (46. Gustavus), Muiomo (76. Januario) - Will.