29. März 2020 / 17:57 Uhr

Oranienburger Marcus Mlynikowski über sein Abenteuer im Ausland

Oranienburger Marcus Mlynikowski über sein Abenteuer im Ausland

Matthias Schütt
Märkische Allgemeine Zeitung
Markus Mlynikowski (l., Chemnitzer FC) spielte bis zur D-Jugend beim Oranienburger FC.
Markus Mlynikowski (l., Chemnitzer FC) spielte bis zur D-Jugend beim Oranienburger FC. © Picture Alliance
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Der 27-jährige Marcus Mlynikowski spielt aktuell beim dänischen Zweitligisten Naestved BK. Aufgrund der Saisonaussetzung wegen des Coronavirus hält sich der Fußballer aktuell in seiner Heimat fit.

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Normalerweise sollte Fußballer Marcus Mlynikowski mit seinem Verein Naestved Boldklub (BK) in der zweiten dänischen Liga am vergangenen Spieltag auswärts bei Fremad Amager antreten und Zähler für den Klassenerhalt sammeln. Doch das weltweit grassierende Coronavirus stoppte wie hierzulande auch die Fußballpartien im deutschen Nachbarland und sorgte für eine Saisonaussetzung. Statt mit seinem Team also um Punkte für den Klassenerhalt zu kämpfen, hält sich der 27-Jährige aktuell in seiner Heimat in Oranienburg fit. „Wenn man so durch die Straßen joggt, kommen schon so einige Erinnerungen an früher hoch“, so Mlynikowski. „Auch am Sportplatz laufe ich manchmal lang. Aber da sieht man kaum Menschen in den aktuellen Tagen, die man noch von früher kennen könnte.“

Seit Januar kickt der gebürtige Oranienburger mittlerweile in Dänemark – seine erste Station im Ausland. „Dieses Abenteuer wollte ich unbedingt in meiner Karriere machen. Der Schritt nach Dänemark war richtig“, sagt der Abwehrspieler, der einst beim Oranienburger FC Eintracht seine Karriere startete. Von dort aus wechselte Mlynikowski zum Nachwuchs von Union Berlin, ehe es später zum SV Werder Bremen ging. Dort schaffte der 1,80 Meter große Kicker aber nicht den erhofften Sprung in das Profiteam und wechselte über die Station Sportfreunde Siegen zurück in Richtung Heimat.

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Seit Janur 2020 steht der 27-Jährige in Diensten von Næstved Boldklub. © Verein
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In der Bundeshauptstadt spielte er für Union Berlin II, Hertha BSC II und den Berliner AK. Zwischendurch war der Abwehrspieler in einer Saison (2017/18) beim Drittligisten Chemnitzer FC unter Vertrag – er absolvierte insgesamt 29 Pflichtspiele für die Chemnitzer. In dieser Zeit spielte Mlynikowski in Runde eins des DFB-Pokals mit den Sachsen gegen den FC Bayern München, musste sich am Ende aber 0:5 geschlagen geben. Nach zuletzt anderthalb Jahren beim Regionalligisten Berliner AK folgte nun erstmals der Schritt ins Ausland. „Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten beim BAK habe ich meinem Berater mitgeteilt, dass ich wechseln will. Über einen Mittelsmann kam der Kontakt nach Dänemark zustande“, sagt Mlynikowski, der als extrem schnell, mit einem starken Fuß ausgestattet, offensivfreudig und als technisch versiert gilt. „Mit dem Wechsel ins Ausland habe ich mir einen Wunsch erfüllt.“

Unterschiede in der Spielweise

Nach acht Wochen Vorbereitungszeit konnte der Kicker aus Oberhavel, der mittlerweile dänisch lernt, zwei Pflichtspiele mit seinem neuen Club bereits absolvieren. Dabei merkte der Abwehrspieler aber auch, dass es einige Unterschiede zwischen der Spielweise in Deutschland und dem Land aus Skandinavien gibt. „In Dänemark wird mit einer anderen Physis gespielt, es ist mehr mit Körpereinsatz und weniger mit spielerischen Elementen“, so Mlynikowski.

"Abpfiff" mit Hertha-Spieler Mlynikowski

Der 27-Jährige lief in zwei Saisonspielen bisher für Naestved BK auf. Gegen Kolding IF (1:1) und Nyköbing FC (0:0) reichte es aber nur zu zwei Unentschieden. „Ich habe mich sehr gefreut, dass ich gleich vom Trainer das Vertrauen bekomme habe“, so Mlynikowski. „Schade, dass es in unserer Situation nicht mit einem Sieg geklappt hat.“ Denn aktuell steht der gebürtige Oranienburger mit seinem Team im dänischen Unterhaus auf einem Abstiegsplatz. Nur kurz nach dem zweiten Remis in Serie verkündete der dänische Verband die Saisonaussetzung und die Fußballer wurden freigestellt.

Für Mlynikowski ging es somit vor knapp zwei Wochen zurück nach Oranienburg, wo er sich fit hält und akribisch die gestellten Aufgaben des Trainers erfüllt. „Die Pause kam für uns alle doch sehr ungelegen“, sagt der 27-Jährige, der mit Alexander Schmitt und Lucas Surek, die beide zuletzt beim Regionalligisten Rot-Weiß Erfurt spielten, sowie Dennis Blaser aus Halberstadt einige seiner Mitspieler zumindest „schon mal als Gegenspieler auf dem Rasen kennengelernt“ hatte, wie er sagt. Wie in Deutschland ist es in der derzeitigen Situation auch in Dänemark ungewiss, wann es mit der Fortführung der Saison weiter geht. „Ich hoffe, wir nehmen die Saison wieder auf und können unsere restlichen Endspiele absolvieren“, so der einstige Kicker des OFC.