14. Juni 2021 / 15:02 Uhr

Oranje-Fans feiern Wolfsburg-Knipser Weghorst: "Jeder liebt Wout"

Oranje-Fans feiern Wolfsburg-Knipser Weghorst: "Jeder liebt Wout"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Gefeierter Tor-Held: Wout Weghorst vom VfL Wolfsburg.
Gefeierter Tor-Held: Wout Weghorst vom VfL Wolfsburg. © (c) Pool Reuters/AP
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Beim 3:2 der Niederlande gegen die Ukraine hat Wout Weghorst vom VfL Wolfsburg sein erstes EM-Tor erzielt. Die Oranje-Fans feiern den Sturm-Riesen.

Lange Zeit schien es so, dass das mit Wout Weghorst und der niederländischen Nationalelf nichts wird, weil die sportlich Verantwortlichen der Elftal den VfL-Torjäger trotz toller Leistungen einfach nicht auf dem Radar hatten. Vergessen und vorbei, jetzt ist der Sturm-Riese des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten in seiner Heimat nach seinem ersten EM-Tor am Sonntagabend beim 3:2 gegen die Ukraine ein gefeierter Held. „Gewinnen und ein Tor machen – dann bin ich zufrieden. Und das ist uns gelungen“, so der VfL-Knipser im Interview mit niederländischen Medien.

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Als der 28-Jährige in der 88. Minute des EM-Auftaktspiels des Oranje-Teams gegen die Ukraine ausgewechselt wurde, feierten die Fans den VfLer in der Johan-Cruyff-Arena von Amsterdam, sie riefen seinen Namen. Und wer Weghorst kennt, weiß, wie gut ihm dieser Moment getan hat. Jahrelang hat er für einen Abend wie diesen geschuftet, lange Zeit vergebens. Doch nun ist Weghorst dabei und hat sich binnen kürzester Zeit in die Herzen der Oranje-Fans gespielt, lobt die dpa. „Jeder liebt Wout“, hatte das „Algemeen Dagblad“ bereits nach der EM-Generalprobe gegen Georgien, bei der Weghorst seinen ersten Treffer in Oranje erzielt hatte, geschrieben.

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Auch nach dem 3:2 gegen die Ukraine waren die heimischen Medien voll des Lobes für Weghorst und den Siegtorschützen Denzel Dumfries. „Zwei Spieler, bei denen du dich manchmal fragst, was sie in der Nationalmannschaft zu suchen haben, übernahmen die Hauptrollen und jagten die Euphorie durch die Arena“, schrieb „Volkskrant“ am Montag. „Denzel Dumfries und Wout Weghorst, Arbeiter mit Kohlestücken an den Füßen. Kämpfer, Kraftprotze“, schrieb die Zeitung weiter. „Sie essen und trinken Fußball und nun finden sie sich bei der EM wieder, in einer Siegermannschaft, mit einer Hauptrolle.“

Nachdem Weghorst 20 Tore in der letzten Bundesliga-Saison erzielt hatte, gab es an ihm kein Vorbei mehr. "Es macht mich stolz. Für mich ist es eine Super-Woche", so der überglückliche Wolfsburger, der nach seinem zwischenzeitlichen 2:0 kurz hatte zittern müssen, weil das Tor vom VAR überprüft werden musste. Weghorst: „Es ging um die Szene vorher, aber ich hatte nach meinem Tor gleich ein gutes Gefühl.“ Und der Wolfsburger behielt Recht, das Tor zählte. Er jubelte wieder einmal mit der "Klauengeste", mit dem Jubel imitiert er einen Löwen - der auf den niederländischen Trikots prangt.

"Es war eine Super-Atmosphäre hier bei uns in Amsterdam. Die ersten Spiele sind immer wichtig. Es geht darum, dass du gewinnst", sagte der 28-Jährige: „Hoffentlich geht es jetzt so weiter. Wir haben hier noch einiges vor." Bereits am Donnerstag (21 Uhr) geht es an gleicher Stelle gegen Österreich. Dann trifft Weghorst mit der Elftal auf Österreich mit den VfLern Xaver Schlager und Pavao Pervan.

Weghorst strahlte am Sonntagabend, 24 Stunden vorher war er wegen der schrecklichen Bilder vom Kollaps des dänischen Nationalspielers Christian Eriksen geschockt. „Dass so ein kerngesunder Sportler einfach so zusammensackt, ist schon heftig“, sagte er. „Und es zeigt, dass Fußball dann nur eine Nebensache ist.“ Nach dem 3:2 gegen die Ukraine blendete er die schrecklichen Bilder für einen Moment aus, als seine Kollegen und er sich glückselig auf die Ehrenrunde machten. Weghorst: „Es war eine tolle Atmosphäre, das hat viel Spaß gemacht.“