18. April 2022 / 18:31 Uhr

Oschatzer gewinnen Elfmeter-Drama in Schenkenberg, Wermsdorf besiegt Dahlen

Oschatzer gewinnen Elfmeter-Drama in Schenkenberg, Wermsdorf besiegt Dahlen

Christian Kluge
Leipziger Volkszeitung
Paul Schinke (vorn) und seine Concorden sind raus dem Pokal.
Paul Schinke (vorn) und seine Concorden sind raus dem Pokal. © Alexander Prautzsch
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Das Viertelfinale im nordsächsischen Fußball-Kreispokal hatte es in sich. Unter anderem konnte auch ein Favoritensturz verzeichnet werden - der FSV Oschatz kegelte Concordia Schenkenberg aus dem Wettbewerb, Wermsdorf mühte sich redlich gegen Wacker Dahlen.

Nordsachsen. Das Kreispokal-Viertelfinale am Ostersamstag war auf allen Plätzen nichts für schwache Nerven. „Das war ein richtiger Krimi“, erklärte Rainer Schwurack, der Mannschaftsleiter des FSV Oschatz, nach der Partie beim Nordsachsenliga-Spitzenreiter SV Concordia Schenkenberg. „Wir sind mit der letzten Besetzung angereist. Zum Glück ist der inzwischen schon über 50-jährige Rico Zschüschner von unseren Alten Herren noch mitgefahren. Damit hatten wir wenigstens zwei Wechselspieler.“

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„Das hätte ich mir nie erträumt“

FSV-Coach Steffen Wiesner musste wieder die komplette Spielzeit inklusive Verlängerung absolvieren. Denn die Gastgeber hatten dieses Pokalspiel wohl auf die leichte Schulter genommen. Concordia-Trainer Sven Roos: „Wir haben die erste Halbzeit verschlafen im Glauben, dass Oschatz nicht in Bestbesetzung da war. Und Wiesner hat ein sehr gutes Spiel gemacht. Die haben hinten mit acht Mann gestanden und auf ihre beiden Stürmer gehofft.“ Mit Erfolg, denn zur Pause stand es schon 2:0 für die Gäste. Yannick Schönberg hatte schon in der elften Minute den Ball unglücklich ins eigene Tor befördert.

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Der Oschatzer Torjäger Peter Gärtner, der nach mehreren Wochen Pause erstmals wieder dabei war, traf eine Minute vor dem Halbzeitpfiff zum 2:0. Er lief seinen Gegenspielern bei einem Konter auf und davon und überwand anschließend auch den Schenkenberger Keeper Dirk Forstmeier.

In der zweiten Halbzeit konnte der Favorit durch zwei Treffer von Levi Niklas Hoffmann (49./60. Minute) aber wieder zum 2:2 ausgleichen. Dabei blieb es vor nur 65 Zuschauern bis zum Ende der Verlängerung. Die Entscheidung im Elfmeterschießen fiel dann im vierten Durchgang. Beim Stand von 4:4 scheiterte der Schenkenberger Anton Heinrich am Oschatzer Keeper Florian Däbritz, der schon zuvor einen Elfer von Concordia gehalten hatte.

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Anschließend schritt Jan Röhner zum Elfmeterpunkt, verlud Torwart Forstmeier und brachte den FSV mit 5:4 in Führung. Levi Niklas Hoffmann konnte noch einmal ausgleichen, doch den letzten Versuch hatten die Oschatzer. Kapitän Tobias Pöhlmann übernahm die Verantwortung, schoss den Ball ins linke untere Eck des Schenkenberger Tores und stellte damit den 6:5-Endstand her. Rainer Schwurack vom FSV: „Das hätte ich mir nie erträumt. Wir haben eine absolut gute Mannschaftsleistung gezeigt. Wäre schön, wenn wir im Halbfinale ein Heimspiel haben. Und den Pokal wollen wir jetzt natürlich auch holen.“

Wermsdorf schlägt Dahlen

Schon 2020/21 stand Oschatz im Halbfinale und unterlag am 19. Juni des Vorjahres gegen den späteren Pokalsieger FSV Blau-Weiß Wermsdorf auf eigenem Platz mit 0:5. Bleibt nachzutragen, dass Concordia-Trainer Sven Roos mit der Leistung von Schiedsrichter Stefan Piknik nicht zufrieden war. Der hatte bei einem groben Foul an René Schulze nicht einmal zur Pfeife gegriffen. „Schulze hat zwar weitergespielt, musste danach aber ins Krankenhaus, wo die Fußverletzung mit zehn Stichen genäht wurde. Das sagt eigentlich alles. Letztlich hat trotzdem das Team verdient gewonnen, das besser gekämpft hat.“

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Das konnte man beim Viertelfinale zwischen Blau-Weiß Wermsdorf und dem FSV Wacker Dahlen am Ende nicht unbedingt sagen. „Wir hätten eiskalt erwischt werden können“, bekannte der Wermsdorfer Jörg Büchner, der bei Blau-Weiß für die Kaderplanung der Männer zuständig ist, nach dem knappen 2:1-Erfolg der Hausherren in der Verlängerung. „Louis Hoffmann hat gleich mehrere hundertprozentige Torchancen nicht nutzen können.“

Hoffmann, der im letzten Nordsachsenliga-Punktspiel in Oschatz noch beide Treffer zum 2:0-Auswärtssieg der Hubertusburger erzielt hatte, fehlte am Ostersamstag offenbar das nötige Zielwasser.

„Wir wünschen uns natürlich ein Heimspiel“

Für ihn sprang Justus Keller in die Bresche, der derzeit eigentlich in Spanien studiert, aber zum Osterurlaub in die Heimat gereist war. „Der war Gold wert“, bekannte Büchner nach dessen Treffer zur 1:0-Führung nach 55 Minuten. Keller hatte den Ball nach einer Ecke aus elf Metern Torentfernung per Volleyschuss ins linke obere Ecke des Dahlener Gehäuses befördert. Büchner: „Aber eigentlich hätten wir das Spiel schon viel früher für uns entscheiden müssen.“

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Als die Wermsdorfer sich schon im Halbfinale wähnten, gelang Nick Palme in der fünften Minute der Nachspielzeit noch der 1:1-Ausgleich. „Der war auch verdient“, meinte Wacker-Coach Thomas Patommel. „Wir sind immer besser ins Spiel gekommen und haben in der zweiten Halbzeit ordentlich Druck gemacht, nachdem ich die Abwehr auf eine Dreierkette umgestellt hatte.“ So bekamen die 330 Zuschauer auf dem Sportplatz an der Sachsendorfer Straße also noch eine Zugabe von 30 Spielminuten. Noch in der ersten Hälfte der Verlängerung stockte den Blau-Weiß-Fans der Atem, als Nick Palme in der 100. Spielminute den Ball an die Latte des Wermsdorfer Tores köpfte. Sieben Minuten später erlöste Ben Dechert den Pokalverteidiger mit seinem Treffer zum 2:1-Endstand. „Ein unglückliches Tor“, meinte Trainer Patommel. „Wir haben den Ball im Mittelfeld verloren, Wermsdorf hat schnell umgeschaltet und Dechert war per Flachschuss erfolgreich.“

Nun warten die vier Halbfinalisten gespannt auf die Auslosung der nächsten beiden Pokalpartien. „Wir wünschen uns natürlich ein Heimspiel“, erklärte Jörg Büchner. „Und als Gegner nicht unbedingt die Alten Herren von der Spielgemeinschaft Glesien/Zwochau.“ Die sind übrigens nur im Kreispokal aktiv und bestreiten ansonsten nur Freundschaftsspiele.

SV SüptitzTSV Schildau n.E. 5:3 (0:0/0:0). Süptitz: Weber; Griesner, A. Melichar, Vogel, Drabon, T. Melichar (90.+1 Hagen), Schwarzenberg (114. Kunath), Mühlbach, Werner, Melzer und Geissler. Schildau: Müther; Schubert, Gremmels (30. Otto, 91. M. Elchner), Sablottny, Elbe, B. Elschner, Mittag, Fabritius, John, Rother und Pavlas. Elfmetertore: 1:0 Grieser, 1:1 Rother, 2:1 Vogel, 2:2 Mittag, 3:2 Drabon, 4:2 Melzer, 5:2 Mühlbach, 5:3 John.

Spg Glesien/Zwochau (AH) – SpG Süptitz II/Schildau II 1:0 (1:0). Glesien/Zwochau: Sudau; Heise (78. Tittmann), Bartlitz, Mähnert, Kupfer, Böttcher, Trybus, C. Münch (90. Peschke), Schacher (44. Schädlich), Döring und M. Münch. Süptitz II/Schildau II: Ronneburg; Daume, Reiche, Baum, Walther, Holtz, Möbius, Richter, Woigk, Gesse und Hagen. Tor: 1:0 Bartlitz (15.)

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