20. Juli 2020 / 18:20 Uhr

Österreicher mit Torriecher: Dynamo Dresden holt Stürmer Philipp Hosiner

Österreicher mit Torriecher: Dynamo Dresden holt Stürmer Philipp Hosiner

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Philipp Hosiner schnürte letzte Saison für den CFC sechs Zweier- und einen Dreierpack.
Philipp Hosiner schnürte letzte Saison für den CFC sechs Zweier- und einen Dreierpack. © Frank Kruczynski
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Der Österreicher stand schon beim TSV 1860 München, SV Sandhausen, 1. FC Köln, Union Berlin und zuletzt beim Chemnitzer FC unter Vertrag. Jetzt hat der Stürmer einen Zweijahresvertrag bei Dynamo Dresden unterschrieben. Der 31-Jährige stellte in der vergangenen Saison mit vier Doppelpacks in Folge auch einen Drittliga-Rekord auf.

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Dresden. In Jubelpose war Philipp Hosiner vergangene Saison oft zu sehen: Für den Chemnitzer FC lieferte der österreichische Stürmer in 28 Einsätzen 19 Tore und sechs Vorlagen. Seine vier Doppelpacks in Folge vom 20. bis 23. Spieltag sind Drittligarekord. Am letzten Spieltag traf er im Kampf gegen den Abstieg beim Heimsieg gegen Hansa Rostock sogar dreifach. Dennoch mussten die Himmelblauen aufgrund der schlechteren Tordifferenz den Weg in die Regionalliga antreten.

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Hosiner ist in der Box eiskalt

Dafür besaß Hosiners Vertrag jedoch keine Gültigkeit – der 31-Jährige war ablösefrei zu haben. Nun hat Dynamo Dresden zugeschlagen und den gebürtigen Burgenländer am Montag mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet. Wie die Schwarz-Gelben mitteilten, wird Hosiner mit der Rückennummer 14 auflaufen und damit Dresdens Zweitliga-Rekordtorschützen Moussa Koné beerben. Zwischenzeitlich trug Leihspieler Ondrej Petrak die Nummer.

DURCHKLICKEN: Ein Österreicher mit Stürmerblut

Philipp Hosiner hat schon bei seinen früheren Stationen in der alten Försterei und in Chemnitz einen exzellenten Torriecher bewiesen. Zur Galerie
Philipp Hosiner hat schon bei seinen früheren Stationen in der alten Försterei und in Chemnitz einen exzellenten Torriecher bewiesen. © Archiv

„Philipp Hosiner ist ein Stürmer, der weiß, wo das Tor steht, und in der Box eiskalt ist. Außerdem hat er ein gutes Gespür für den freien Raum und ist kombinationsstark. Er wird unser Offensivspiel sicher bereichern“, erklärt Dynamo Dresdens Sport-Geschäftsführer Ralf Becker. „Ich kann es kaum erwarten, hoffentlich schon bald selbst mit den positiv verrückten Dynamo-Fans im Rücken aufzulaufen, möchte der Mannschaft vom ersten Tag an helfen und auf dem Platz abliefern“, sagt Philipp Hosiner.

An Erfahrung jedenfalls bringt er jede Menge mit an die Lennéstraße. Nach Jugendstationen in seiner Geburtsstadt beim SC Eisenstadt und später beim SV St. Margarethen, AKA Burgenland und SV Mattersburg folgte 2006 der erste Wechsel nach Deutschland in den Nachwuchs von 1860 München. Zwei Jahre später stand er für die Löwen-Reserve erstmals in der Regionalliga Süd auf dem Feld. Nach dem Wechsel zum SV Sandhausen feierte Hosiner 2009 sein Auswärtsdebüt in der 3. Liga übrigens mit einem 3:0-Sieg bei Dynamo Dresden.


Erfahrungen in der Champions League

Im Sommer 2010 kehrte der 1,81 Meter große Angreifer dann aber erstmal nach Österreich zurück und spielte bis 2011 für den First Vienna FC, in der Folgesaison für den FC Admira Wacker Mödling sowie von 2012 bis 2014 für Austria Wien. Dort erlebte er einen ersten Karrierehöhepunkt, als er 2013 nicht nur österreichischer Meister, sondern mit 32 Treffern Torschützenkönig wurde. So sammelte er im Herbst 2012 sogar Erfahrungen in der Champions League, wo er beim 4:1-Sieg gegen Zenit St. Petersburg zwei Tore beisteuern konnte.

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Anschließend folgte eine weniger erfolgreiche Zeit beim französischen Erstligisten Stade Rennes. Als er nach einem halben Jahr zum 1. FC Köln ausgeliehen werden sollte, folgte der Schock: Beim Medizincheck entdeckten Ärzte im Januar 2015 einen zwei Kilogramm schweren Nierentumor. Doch nach erfolgreicher Operation konnte Hosiner schon im Mai wieder spielen. Dann ging er im Sommer 2015 tatsächlich zu den „Geißböcken“. Gleich in seinem ersten Bundesligaspiel traf er.

Im Jahr 2016 wechselte er zu Union Berlin. „Die beiden Ex-Dynamos Akaki Gogia und Toni Leistner haben stets nur das Beste über den Verein erzählt“, berichtet Hosiner, wie er zu seinem guten Eindruck von Dynamo kam. Als er mit den Köpenickern in der 2. Bundesliga auswärts auf die SGD traf, seien das für ihn „Highlight-Partien“ gewesen, sagt er. Kein Wunder, verabschiedete er sich doch am letzten Spieltag der Saison 2017/18 mit seinem Tor des Tages zum 1:0 in der 82. Minute im Rudolf-Harbig-Stadion nach zwei Jahren von den „Eisernen“.

Nach einer Saison in Österreich bei Sturm Graz folgte ab 2019 die einjährige Episode beim CFC und jetzt seine zweite Station in Sachsen. Damit sind beim Zweitliga-Absteiger aus Dresden trotz der Abgänge von Simon Makienok und der beiden Leihspieler Godsway Donyoh und Patrick Schmidt nunmehr acht Stürmer unter Vertrag: Neben Vasil Kusej und Luka Stor, die nach abgelaufenen Ausleihen an die Elbe zurückkehren, stehen Alexander Jeremejeff, Neuverpflichtung Panagiotis Vlachodimos sowie die Talente Ransford-Yeboah Königsdörffer, Simon Gollnack und Osman Atilgan im Dresdner Kader. Nicht unwahrscheinlich, dass es da noch in dieser Transferperiode den einen oder anderen Abgang geben wird. Denn mit der Verpflichtung von Philipp Hosiner, der auch höherklassig sein Können unter Beweis stellte, hat Dynamo einen Maßstab gesetzt.