21. Juli 2021 / 08:47 Uhr

Die Legende ist Legende: Beim OSV Hannover geht es (ungewohnt) ruhig zu

Die Legende ist Legende: Beim OSV Hannover geht es (ungewohnt) ruhig zu

Ole Rottmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der OSV Hannover geht mit einem nur punktuell veränderten Aufgebot in die neue Landesliga-Saison.
Der OSV Hannover geht mit einem nur punktuell veränderten Aufgebot in die neue Landesliga-Saison. © Debbie Jayne Kinsey
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Zwei Zugänge, zwei Abgänge - in personeller Hinsicht ist es beim OSV in diesem Sommer "extrem langweilig", weiß auch Emilio Ortega. Der Trainer selbst steht für die neue Kontinuität beim Landesligisten aus Bothfeld. Das Hinterherjagen und -trauern der erfolgreichen Vergangenheit ist Geschichte.

Wie lange es her ist, dass der OSV mal im Finale des Porta-Pokals gestanden hat, lässt sich schon am Gegner ablesen. Den Sportfreunden Ricklingen, die längst von der großen Landkarte aus in den Niederungen des Fußball-Regionsverbands Hannover verschwunden sind und daher nicht mehr die Voraussetzungen für das hochklassige Teilnehmerfeld des Turniers erfüllen, unterlag man im Jahr 1991. Aus Sicht des Oststädter Sportvereins von 1923, der allerdings – nichts mit nomen est omen – in Wahrheit in Bothfeld beheimatet ist, hieß es damals 1:3.

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Ähnlich wie die Sportfreunde schien der OSV danach lange Zeit seinen eigenen Ansprüchen und nicht zuletzt seiner erfolgreichen Vergangenheit hinterherzujagen. „Die Legende lebt“, dieser Slogan war zwischendurch Programm beim OSV, doch mittlerweile ist er zumindest von der Internetpräsenz verschwunden.

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„Bei uns ist es diesmal extrem langweilig“, sagt Emilio Ortega. Zwar meint der Trainer des OSV damit bloß die nicht nur im Vergleich zu vorherigen Transferperioden geringe Fluktuation im Kader, doch im Grunde trifft das auch auf das neue Selbstverständnis im Klub zu.

Als der 35-Jährige vor drei Jahren an der Carl-Loges-Straße anheuerte, ging damit gewissermaßen ein fußballerischer Paradigmenwechsel einher. Auch die Stürme der Vergangenheit sind seitdem nur noch Legende. „Kontinuität“, „Ruhe“, „Nachhaltigkeit“, diese Begriffe nutzt Ortega, den es als Spieler nie so lange am Stück bei einem seiner Klubs hielt wie nun bei seiner ersten Cheftrainerstation, recht häufig, wenn er das Projekt OSV erläutert.

Nur Adler und Stark sind neu dabei

Neu dabei ist Gregor Adler, ein früherer Jugendspieler des FC St. Pauli, der zuletzt in Amerika lebte und den es nun nach Hannover verschlug. Der 23-Jährige sei auf der linken Seite variabel einsetzbar, so Ortega. Zweiter Zugang ist Robin Stark aus der eigenen U19. „Es ist Gold wert, wenn man auf im Verein bewährte Kräfte setzen kann“, sagt der Trainer.

Stark ist seit Ortegas Amtsantritt schon der zehnte junge Mann aus dem eigenen Stall, der es in der Männer-Landesliga probiert. Viele davon ge­hören mittlerweile zum Stamm oder sind kurz davor. Robin Wedemeier, Ferdinand Schwenger sowie Finn-Louis Kiszka nennt Emilio Ortega als Beispiele für die gelungene Integration von Junioren.


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Auch die Liste der Abgänge ist kurz: Torhüter Niklas Manke ist zum FC Burgwedel gewechselt, Gideon Afriyie mit unbekanntem Ziel. Dass der beim Saisonabbruch Tabellenvierte der Landesliga Nord nach zehn Jahren (2011 war in der Vorrunde Schluss) mal wieder eine Einladung zum Porta-Pokal erhielt, wertet Ortega auch als Bestätigung, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.

Nach Anpfiff ist es beim gebürtigen Spanier übrigens mit der Ruhe meist vorbei. „Ich bin zwar mittlerweile eingedeutscht, aber das Temperament habe ich mir bewahrt“, sagt Ortega und lacht. Umso besser sicherlich, dass der Auftakt beim Vorbereitungsturnier in Ramlingen mit einem 6:1 gegen die TSV Burgdorf definitiv als geglückt bezeichnet werden kann...