13. Juli 2019 / 19:35 Uhr

OSV-Torjäger Daniel Junge schießt 1. FC Phönix Lübeck aus dem Landespokal

OSV-Torjäger Daniel Junge schießt 1. FC Phönix Lübeck aus dem Landespokal

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Die Spieler des Oldenburger SV freuen sich über das 1:0-Tor durch Daniel Junge (2. v.r.).
Die Spieler des Oldenburger SV freuen sich über das 1:0-Tor durch Daniel Junge (2. v.r.). © 54°/Koenig
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Oldenburger SV zieht mit cleverer Taktik und in Überzahl ins Viertelfinale ein - "Adlerträger" André Kalbau sieht nach knapp einer Stunde die Rote Karte

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Die erste Überraschung im Landespokal ist perfekt. Der 1. FC Phönix Lübeck, der als Top-Kandidat auf den Titel in der am ersten August-Wochenende beginnenden Oberliga-Saison gilt, ist nach einem 0:1 beim Oldenburger SV schon im Achtelfinale ausgeschieden. Das Tor des Tages erzielte Stürmer Daniel Junge in der 66. Minute nach einer schönen Einzelaktion.

„Drei Siege noch bis zum DFB-Pokal"

Der Jubel bei den Oldenburgern war verständlicherweise groß. Nachdem Schiedsrichter Steffen Brandt die Partie um 16.54 Uhr nach offiziell vierminütiger Nachspielzeit abgepfiffen hatte, sagte Stadionsprecher Luca Willimatis: „Drei Siege noch bis zum DFB-Pokal.“ Beim anschließenden Jubelkreis holten die Pokalhelden ihren im Sommer aufhörenden Ex-OSV-Kapitän Björn Wölk zu sich in die Mitte. Der 40-Jährige klatschte jeden Spieler einzeln ab und gratulierte zu einer „geilen Leistung“, ehe seine Ex-Kollegen ausgelassen im Kreis hüpften und dabei riefen: „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin.“ Danny Cornelius hob indes die Bedeutung des Sieges aus seiner Sicht hervor. „Phönix ist so etwas wie der FC Bayern München der Flens-Oberliga. Dass man sich da noch mehr den Arsch aufreißt, ist normal“, meinte er.

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Florian Albrecht feiert gelungenen Einstand

Die Lübecker fanden vor 290 Zuschauern am Schauenburger Platz keine Mittel gegen das Abwehrbollwerk der Hausherren und konnten die guten Leistungen aus den bisherigen Testspielen nicht bestätigen. „Wir wollten in der Defensive kompakt stehen. Das ist uns gelungen und war der Schlüssel zum Erfolg“, freute sich der neue OSV-Trainer Florian „Ebbe“ Albrecht über einen optimalen Einstand. Die Gäste fanden nur schwer in die Partie. Hinten fehlte die Zuordnung, was Junge (6., 11.) zu zwei ersten Warnschüssen nutzte. „Wir sind nicht so ins Spiel gekommen, wie wir es schon in den Testspielen gezeigt haben. Das mag an der Wärme gelegen haben. Mehr Erklärungen gibt es nicht“, sagte Frank Salomon, Sportlicher Leiter der „Adlerträger.“ Die erste Halbzeit war ausgeglichen ohne große Höhepunkte. Die einzige Chance für die Lübecker hatte Neuzugang Lasse Sohrweide, der nach einer Linksflanke von Kyrylo Matvieiev per Kopfball am gut reagierenden OSV-Torwart Felix Prokoph scheiterte (16.).

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Platzverweis für André Kalbau

Nach dem Seitenwechsel wurde der Favorit aktiver. Der 1:1-Ausgleich lag bei den Möglichkeiten von Sohrweide per Kopfball (48.), Matvieiev per Freistoß (51.) und Kalbau per Distanzschuss (57.) in der Luft. In der 58. Minute zeigte der Unparteiische Brandt dem völlig verdutzten Kalbau die Rote Karte. „Ich soll nachgetreten haben, meinte jedenfalls der Schiedsrichterassistent zu mir“, sagte „Kalle“ später zum Sportbuzzer. Vorausgegangen war ein Zweikampf mit Cornelius. „Die Rote Karte hat uns in die Karten gespielt. Phönix hat Druck gemacht und wir hatten in dieser Phase Probleme“, gestand Albrecht. Cornelius bewertete den Platzverweis als zu hart: „Ich hätte nicht auf Tätlichkeit entschieden.“ Verärgert zeigte sich Salomon, der dem früheren Drittliga-Profi „schauspielerisches Geschick“ unterstellte. „Überhaupt hat er mit seinen Händen mehr unsere Spieler angefasst, als die eigenen Spieler“, echauffierte sich der 55-Jährige und fügte hinzu: „Ich hätte mir eine klarere Gangart vom Schiedsrichter gewünscht. Er hat von Anfang zu viel zugelassen.“

Im Jubelkreis stimmte sich die Mannschaft vom OSV auf das Viertelfinale ein.
Im Jubelkreis stimmte sich die Mannschaft vom OSV auf das Viertelfinale ein. © Volker Giering
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Oldenburg im Viertelfinale gegen TSB Flensburg

Der Siegtreffer resultierte aus einem Ballverlust von Matvieiev im Mittelfeld. Junge zündete den Turbo und traf flach ins linke Eck. „Nach vorne ging bei uns zwar nicht viel. Doch wissen wir, dass Daniel eine gewisse Qualität hat“, strahlte Albrecht, während Salomon konstatierte: „Das war eine unglückliche Niederlage. Oldenburg hat so gewonnen, wie sie es wollten. Defensiv stehen und den einen Konter fahren. Diese eine Chance haben wir ihnen gegeben.“ In der 72. Minute hatte Junge sogar das 2:0 auf dem Fuß. Doch der zurückgeeilte Verteidiger Dustin Thiel konnte vor der Linie klären und somit seinen eigenen Fehler zuvor nach einem Missverständnis mit Kollege Marcus Steinwarth ausbügeln. In der Schlussphase stellten die Lübecker hinten auf Dreierkette um und warfen alles nach vorne. Die letzte Chance ließ der ansonsten unauffällige Torjäger Marco Pajonk aus, der aus der Drehung hoch über das Tor schoss (78.). „Man hat gesehen, dass wir spielerisch nicht mithalten können. Daher mussten wir mit Kampf dagegenhalten“, befand Cornelius. Das Rezept ging auf. Während die Lübecker einen schmerzhaften Dämpfer hinnehmen mussten, trifft die Albrecht-Elf im Viertelfinale auf den TSB Flensburg, der erwartungsgemäß 4:1 beim Oberliga-Aufsteiger Husumer SV gewann.

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